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Azofarbstoffe
Azofarbstoffe bilden die größte und wichtigste Gruppe der zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe. Sie werden chemisch-synthetisch hergestellt, früher auf Basis von Steinkohleteer, heute von Erdöl. Ihr Name leitet sich aus einer bestimmten Bindung zweier Stickstoff-Atome (Azogruppe) ab, welche für diese Farbstoffe charakteristisch ist. Azofarbstoffe sind farbstabil und lichtecht, sie lassen sich vielfältig mischen. Gewünschte Farbnuancen können sehr genau eingestellt werden.
Mit den Azofarbstoffen begann Ende des 19. Jahrhunderts der Aufstieg der deutschen Farben- und Chemieindustrie von kleinen Hinterhofbetrieben zu weltumspannenden Unternehmen. Sie färbten vor allem Textilien und lösten dort die traditionellen Pflanzenfarben ab. „Nebenbei“ wurden die Azofarbstoffe auch bei Lebensmitteln verwendet.
Erst viel später entdeckte man, dass viele Azofarbstoffe gesundheitsgefährlich und vor allem krebsauslösend waren – und noch länger dauerte es, bis ihr weitgehend ungezügelter Einsatz als Lebensmittelfarbstoffe eingedämmt wurde. Ein bekannter Fall ist das Buttergelb: Um 1930 wurden offenkundig, dass es hochgradig krebsauslösend ist, aber noch in den 1950er Jahren färbte es Butter und Margarine gelb.
Heute sind die meisten der damaligen Azofarbstoffe für Lebensmittel nicht mehr zugelassen. Diejenigen, die heute vor allem noch Süßigkeiten färben dürfen, gelten als vergleichsweise harmlos. Viele von ihnen sind wasserlöslich und sollen nach dem Verzehr schnell aus dem menschlichen Körper ausgeschieden werden. Dennoch haben viele Azofarbstoffe noch immer einen schlechten Ruf. Sie stehen unter Verdacht, Allergien und Pseudoallergien auszulösen. Auch am hyperkinetischem Syndrom (Zappelphillip) sollen sie beteiligt sein.
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