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Stand:06.2004

Staaten der Europäischen Union

Großbritannien

       

Inselstaat, bestehend aus 4 Landesteilen: England, Wales, Schottland, Nordirland sowie den Hebriden, Orkney- Falkland- und Shetlandinseln.


Das Land:

Lage:Westeuropa, zwischen 50° und 61° in nördlicher Breite sowie 1°45' und 8°10' westlicher Länge
Grenzen: Im Westen Atlantischer Ozean, Irische See und Republik Irland, im Norden und Osten die Nordsee, im Süden der Ärmelkanal (The Channel)
Zeitzone: MEZ -1 Stunde
Fläche: 244.101 km², davon 10% Wald, 29% Ackerland, 47% Wiesen und Weiden
Ausdehnung: 1.000 km N-S, 500 km W-O
Landesnatur: Von Norden nach Süden: Schottische Hochländer, Pennien-Gebirge, im Westen Bergland von Wales, im Süden Schichtstufenland mit "Londoner Becken", im Südwesten Bergland von Cornwall; Nordirland; Berg und Hügelland.
Höchste Erhebung: Ben Nevis mit 1.343 m
Sehenswürdigkeiten: Tower of London, Heilbad Bath, Lake District, Giants Causeway, Nationalpark Snowdonia, Burg von Edinburgh

Die Menschen

Bevölkerung: 58,25 Millionen Einwohner, (Engländer, Schotten, Waliser, Iren)
Bevölkerungswachstum:+0,2%
Bevölkerungsdichte:239 Erwachsene km²
Einwohner pro Arzt: 611
Stadtbevölkerung:90%
Analphabetismus1%
Geburtenziffer:1,3%
Sterbeziffer:1,1%
Lebenserwartung:Frauen = 79 Jahre, Männer = 73 Jahre
Religion:Anglikanische Kirche, Presbyterianische Kirche
Sprache:Englisch
Wichtige Städte:Birmingham, Glasgow, Leeds, Sheffield, Liverpool, Bradfort, Manchester, Edinburgh, Bristol, Coventry, Belfast, Nottingham, Leicester, Newcastle upon Tyne, Kingston upon Hull, Plymouth, Aberdeen

Die Wirtschaft

Währung: 1 Pfund Sterling = 100 Pence
Bruttoinlandsprodukt: 1.286,5 Milliarden US-$
BSP je Einwohner: 20.870 US-$
Anteil der Wirtschafts-sektoren am BIP: Landwirtschaft = 2%, Industrie = 34%, Dienstleistungen = 64%
Inflationsrate: 2%
Importgüter: Kaffee, Tee, elektrische Geräte, metallurgische Produkte
Exportgüter: Transportausrüstungen, Chemikalien, Erdöl, Maschinen
Handelspartner: Deutschland, USA, Frankreich, Niederlande, Italien
Eisenbahn: 16.542 km, davon 4.970 elektrifiziert
Straßen: 364.967 km, davon 3.168 km Autobahn

Der Staat

Amtlicher Name: Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland; United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland
Hauptstadt: London
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II.
Regierungschef: Premierminister
Legislative: Unterhaus mit 659 gewählten Mitgliedern und Oberhaus mit 1.200 adeligen und geistigen Mitgliedern
Gerichtswesen: 3 getrennte Systeme; Höchste Instanz: Das House of Lords
Verwaltungsgliederung: 39 Grafschaften, und 7 Metropolitan Counties in England, 8 Grafschaften in Wales, 26 Distrikte in Nordirland, 12 Regionen in Schottland.
Zu Großbritannien gehören die unter ständiger Verwaltung stehenden Kanalinseln und die Isle of Man.
Abhängige Gebiete: Anguilla, Bermuda, britische Jungferninseln, Britisches Territorium im Indischen Ozean, Britisches Territorium in der Antarktis, Falklandinseln, Gibraltar, Caymaninseln, Montserrat, Pitcairninseln, Sankt Helena, Südgeorgien und südliche Sandwichinseln, Turks- und Caicosinseln
Nationalfeiertag: 2. Samstag im Juni; England: 23. April; Wales: 1. März; Schottland: 30. November

Geschichte


1707 England und Schottland werden zu Großbritannien vereinigt.
1776 Der Verlust der nordamerikanischen Kolonien führt zur Bildung der USA.
1801 Großbritannien und Irland vereinigen sich zum Vereinigten Königreich..
1832 Durch die Wahlrechtsreform erhalten fast alle männlichen Grundbesitzer das Wahlrecht.
1833 Die Sklaverei wird im ganzen Britischen Empire aufgehoben.
1837 Thronbesteigung von Königin Victoria.
1846 Aufhebung der Kornzölle.
1854 - 1856 Krimkrieg.
1858 Die Regierung übernimmt die British East India Company.
1899 - 1902 Burenkrieg.
1904 Bündnis (Entente Cordiale) mit Frankreich.
1911 Ein Parlamentsgesetz verringert die Macht des House of Lords.
1914 - 1918 1. Weltkrieg.
1919 Krieg in Irland.
1920 Die Friedensabkommen von Versailles und Sèvres bringen Großbritannien den Gewinn deutscher Kolonien in Afrika und vorderasiatische Gebiete der Türkei; Nordirland wird Teil des Vereinigten Königreichs.
1921 Nach dem Friedensvertrag wird Irland Freistaat.
1924 Die Labour Party unter R. MacDonald bildet erstmalig die Regierung.
1926 Generalstreik.
1931 Die Zahl der Arbeitslosen übersteigt 3 Millionen.
1938 Premierminister N. Chamberlain schließt mit Hitler das Münchner Abkommen (Appeasement).
1939 Beginn des 2. Weltkriegs.
1940 Nach Chamberlains Rücktritt wird Winston Churchill Premierminister.
1945 Die Alliierten besiegen die Achsenmächte; die Labour Party unter C. Attlee gewinnt die Wahlen.
1950 - 1953 Großbritannien tritt in den Koreakrieg ein.
1951 Churchill bildet nach vorgezogenen Wahlen wieder eine konservative Regierung.
1963 Beitrittsgesuch zur EWG scheitert am Widerstand Frankreichs.
1964 H. Wilson (Labour Party) wird Premierminister.
1969 Truppen werden nach Nordirland geschickt.
1973 Großbritannien wird EG-Mitglied.
1974 Bergarbeiterstreik; H Wilson wird erneut Premierminister.
1979 Teilautonomiegesetze für Schottland und Wales scheitern; die konservative M. Thatcher wird als erste Frau Premierministerin, die eine konsequente monotaristische Wirtschaftspolitik durchsetzt: Privatisierung staatlicher Betriebe und bestimmter öffentlicher und sozialer Dienste.
1982 Falkland Krieg; Gründung der Social Democratic Party.
1984 - 1985 Zechenstilllegungen lösen den längsten Bergarbeiterstreik in der britischen Geschichte aus.
1987 Die Social Democratic Party und die Liberal Party schließen sich zur Liberal Democratic Party zusammen.
1990 Gewalttätige Protest gegen eine Gemeindesteuer (poll tax) in London; nach dem Rücktritt von M. Thatcher wird J. Major Premierminister.
1991 Britische Truppen werden im Golfkrieg eingesetzt.
1997 Nach einem spektakulären Wahlsieg der Labour Party wird T. Blair Premierminister.
1999 Bildung von Regionalparlamenten in Wales und Schottland; Großbritannien verzichtet auf eine Teilnahme am Euro.

Nordirland

Mit der Unabhängigkeitserklärung Irlands als Freistaat im Jahre 1920 wurden die sechs nördlichen irischen Provinzen Großbritannien angegliedert. Ein Großteil der nordirischen Bevölkerung ist protestantischen Glaubens mit englischer oder schottischer Abstammung und viele von ihnen stimmten damals dafür, sich Großbritannien anzuschließen. Seit der Teilung wurde das Land wiederholt Mittelpunkt gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Unionisten und Nationalisten. 1969 eskalierten die Unruhen, so dass die britische Regierung militärische Truppen in das Krisengebiet entsandte. Doch die Konflikte konnten nicht gelöst werden. 1970 begann die IRA (Irish Republican Army) Terroranschläge in Großbritannien zu verüben.
1998 gelang der Abschluss eines Friedensabkommens, so dass Briten und Iren auf eine bessere Zukunft hoffen können.

Geschichte


1916 Osteraufstände der Nationalisten in Dublin und Ausrufung der Republik
1918 - 1919Sinn Fèin gewinnt die Wahlen und gründet das erste unabhängige nationale irische Parlament
1920Nordirland wird selbstverwaltete Provinz von Großbritannien; Unruhen in Derry
1921Unterzeichnung des englisch-irischen Freistaatsvertrages in London durch Lloyd George und E. de Valera (6. 12.)
1922 - 1923 Bürgerkrieg wegen der Unterzeichnung des Anglo-irischen Vertrages durch die frühere Sinn-Fèin-Mehrheit
1949Die formelle Proklamation der Republik Irland hatte verschärfte Spannungen mit Ulster zur Folge.
1968Katholische Bürgerrechtsmärsche werden wiederholt von Gegenmärschen der Unionisten gestört.
1969Spaltung der IRA in einen offiziellen und einen inoffiziellen Flügel. Versendung von britischen Truppen nach Ulster.
1972(30. Januar) "Bloody Sunday" (Blutiger Sonntag). Während einer Demonstration in Londonderry werde 13 katholische Zivilisten von britischen Soldaten erschossen; britische Regierung übernimmt die Regierungsgewalt.
1973Katholiken boykottieren Volksentscheid über Nordirlands Zugehörigkeit; 57,4% stimmen für eine Union.
1974Wiederherstellung der Selbstverwaltung; protestantische Arbeiter streiken und verhindern einen gesamtirischen Exekutivrat. Die IRA wird verboten.
1979(27. August) Lord Mountbatten fällte einem IRA-Bombenanschlag zum Opfer.
1984Bombenattentat der IRA auf eine Parteiversammlung der Konservativen Partei in Brighton.
1985Anglo-irisches Abkommen von Hillsborough gewährt Irland Mitwirkungsrechte bei der Vertretung der Interessen der Katholiken.
1988Drei IRA-Mitglieder werden in Gibraltar von einer britische Antiterroreinheit erschossen.
1991Bombenattentat auf den Wohnsitz des Premierminister (Downing Street 10)
199315.000 Menschen nehmen an einer Friedenskundgebung in Dublin teil. Ein IRA-Bombenanschlag in London verursacht einen geschätzten Schaden von 600 Millionen Dollar. Die britische Regierung bestätigt langjährige Kontakte zur IRA; eine Regierungserklärung will ein "Gerüst für den Frieden" schaffen.
1994Die Sinn Fèin weist die Regierungserklärung der Downing Street ab; die IRA kündigt einen Gewaltverzicht an.
1995Gespräche mit der Sinn Fèin beginnen; Friedensabkommen werden erörtert.
1998In getrennten Referenden stimmt die Bevölkerung Irlands und Nordirlands einem Friedensabkommen zu. In Nordirland wird eine parlamentarische Versammlung gewählt. Der bislang schwerste Bombenanschlag in Omagh fordert 28 Tote und über 200 Verletzte.

          

Die Falklandinseln

Die Falklandinseln sind eine sich selbst verwaltende britische Kolonie rund 500 km östlich der Magellan-Straße. Es handelt sich um 2 große (West- und Ostfalkland) und rund 200 kleine Inseln, die ein Gebiet von 12.175 km² umfassen.

Die Hauptstadt ist Stanley. Sie liegt auf Ostfalkland und umfasst die Hälfte der Bevölkerung dieser Insel. Obwohl es keine nennenswerten Bodenschätze gibt, die Böden zumeist unfruchtbar und weniger als 2.000 Menschen hier angesiedelt sind, kam es zwischen Großbritannien und Argentinien immer wieder zu Streitigkeiten über die Souveränität. In den frühen 80ger Jahren gipfelten diese Streitigkeiten in einen Krieg (Falklandkrieg) zwischen den beiden Ländern, der, obwohl nur von kurzer Dauer, besonders auf argentinischer Seite viele Menschenleben kostete.

Argentinien betrachtet die Falklandinseln noch immer als eigenes Territorium (geologisch sind sie Bestandteil Argentinisch Patagoniens), doch trotz wachsenden Unverständnisses der internationalen Gemeinschaft war und ist Großbritannien bis heute nicht zu Verhandlungen bereit.

Geschichte

1592 Entdeckung der Falklandinseln durch den britischen Seefahrer John Davis.
1690Kapitän John Strong landet als Erster auf den Inseln.
1764Französische Siedler gründen die erste Siedliung auf Ostfalkland.
1765Erste britische Siedlung auf Westfalkland.
1770Spanien erwirbt Ostfalkland von Frankreich.
1774Die Briten verlassen zeitweilig die Inseln.
1816Argentinien wird unabhängig.
1820Argentinien beansprucht die Souveränität über die Falklandinseln (Islas Malvinas).
1833Großbritannien übernimmt die Kontrolle über die Inseln.
1908Großbritannien annektiert formal die besetzten Gebiete.
1914Seeschlacht vor den Falklandinseln. Großbritannien besiegt Deutschland.
1960ger JahreAufnahme von UN-Verhandlungen.
April 1982Argentinische Truppen besetzen die Inseln und vertreiben den britischen Gouverneur; Juni: Britischer Kampfverband schlägt die argentinischen Truppen, die daraufhin kapitulieren; Ergebnis: 725 tote Argentinier und 225 tote Briten.
1983Eröffnung des Regierungsbüros der Falklandinseln in London.
1985Die Inseln von Südgeorgien und die südlichen Sandwichinseln gehören nicht mehr zu den Falklandinseln.
1990Der argentinische Kongress deklariert die Falklandinseln als Teil der Provinz Tierra del Fuego (Feuerland); die diplomatische Beziehungen zwischen Argentinien und Großbritannien werden wieder aufgenommen.