| Navigation aus Navigation an | Erstelldatum: 25.09.2009 | ||||||||
Die rote "Angie"
Herr Müller ist ursprünglich ein alter SPD-Mann, der sich nicht damit abfinden kann, dass die SPD mal von Gerhard Schröder geführt wurde. Schröder hat durch Analyse herausgefunden, dass das bürgerliche Lager am liebsten schwarz wählt und damit immer aus dem Lager darunter eine Menge Leute mitzieht. Also hat er sich gedacht: "Machen wir eine schwarze Politik, dann wählen diese Leute uns." Nun sollte zuerst einmal ergründet werden, wer denn das bürgerliche Lager, die so genannte Mitte der Gesellschaft eigentlich ist. Im Mittelalter waren Burgen die Aufenthaltsorte der jeweiligen Herrscher. Wer sich in der Nähe dieser Burgen ansiedelte und damit in den Herrschaftsbereich der Burgherren geriet, würde zum Bürger in diesem Herrschaftsbereich. Unter ihnen gab es aber Privilegierte, die teils in, teils in unmittelbarer Nähe der Burg angesiedelt und direkt oder indirekt für die Burgherren tätig waren (Bedienstete, Beamtenähnliche etc.) und solche, die mit Privilegien versehen wurden, z. B. Händler, die im Burghof ihre Waren feilbieten durften oder Kirchenleute. Es waren also vorwiegend Leute, die sich loyal zu den Herrschenden verhielten, eine Loyalität, die sich in opportunem Anbiederungsverhalten manifestierte. Der Rest war das Volk, viele davon Leibeigene und ziemlich rechtlos. Das änderte sich später. Die Herrscher verließen die kalten und feuchten Burgen und siedelten um in Schlösser, je prunkvoller, umso besser. Die Herrschaftsbereiche änderten sich, weil man im Laufe der Zeit den Herrschaftsbereich erweitert hatte, nach dem ewig gleichen Prinzip: Die Großen fressen die Kleinen. Aber das angestammte System blieb, auch wenn die Leibeigenschaft nominell aufgehoben wurde. Die bürgerliche Mitte, das sind nun Handwerk, kleine Geschäftsleute und das gehobene Beamtentum incl. ein Teil des öffentlichen Dienstes und natürlich wieder der größte Teil der direkt oder indirekt zur Kirche Zählenden. Geblieben ist auch die unbegreifliche Loyalität, von der man nicht sagen kann, ob es reiner Opportunismus ist, oder das von der Kanzel gepredigte Wort oder geerbter blinder Gehorsam gegenüber allem, was nach einem HERRN aussieht. Schaut man sich heute den Mittelstand an, der seit Jahren politisch ruiniert wird, ob im Handel, bei Dienstleistungen oder im Handwerk und kleinem Produktionsbetrieb, sie wählen mehrheitlich die Parteien, die ihnen das Fell über die Ohren ziehen.
Immer noch gibt es Leute, die voll auf die Presse-Hetze mit der "SED-Partei" abfahren, obwohl sie alle wissen oder zumindest wissen müssten, dass Spitzenleute der SED heute in allen 4 etablierten Parteien Unterschlupf gefunden haben. Diese Leute fahren auch immer noch auf das Gerede ab, die Linke wolle den Sozialismus wieder einführen (BILD lässt grüßen). Dabei ist die Linke heute eine Mischung aus West und Ost, aus Leuten, die schon seit geraumer Zeit wissen, dass in einer technisierten Welt ein "Arbeiter- und Bauerstaat" deplatziert ist und die sich sicherlich ebenso gut im heutigen Wirtschaftsgeschehen auskennen, wie es die Etablierten tun. Diese Leute sollten lieber noch einmal genau hinsehen, wofür die Etablierten stehen. Da ist zunächst der Lissabonvertrag. Das Gebilde, dass sich heute europäische Union nennt, hat seinen Ursprung in der EWG und EWG stand für Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Daran haben alle nachfolgenden Verträge nur insoweit etwas geändert, dass der multinationalen Wirtschaft mehr Macht und mehr Rechte zugeschanzt worden sind. Die Dominanz haben Wirtschaft und Banken, aber auch da aus der Wirtschaft nur die großen Konzerne. Wer glaubt, dass damit die Völker der EU einander näher gebracht worden sind, ist blind für die Realität. Die Völker der EU werden gegeneinander ausgespielt, z. B. mit der Niederlassungsfreiheit und dem Herkunftslandprinzip. Diejenigen, die sich noch zur bürgerlichen Mitte zählen, sollten mal ihre eigene Situation betrachten. Vielleicht erkennen dann einige, dass sie bereits auf der Rutschbahn ins so genannte Prekariat sind. Und dann sollten sie überlegen, ob sie weiter nach unten rutschen wollen, oder nicht doch vielleicht ihr Wahlverhalten ändern. |
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