| Navigation aus Navigation an | Erstelldatum: 27.06.2010 |
Riester-RenteDie faulen Tricks bei der Riester-Förderung Lassen wir mal außer Acht, dass Riester mit seinem Konstrukt ein Schweinegeld nebenbei verdient, lassen wir auch einmal außer Acht, dass Müntefering einen Vertrag zwischen der IDENT, einer 100-prozentigen Tochter der DDVG (die der SPD gehört) und der Viktoria-Versicherung geschlossen hat, die der IDENT für jeden Riester-Vertrag eine Provision zahlt, sollten wir Rentenversicherungen der Privaten Versicherer mal ganz allgemein betrachten.Rente muss man über einen langen Zeitraum vorbereiten, auch Riester Produkte oder sonstige private Rentenversicherungen. Dabei wird ein monatlich zu zahlender Betrag und eine Laufzeit vertraglich festgelegt. Die Versicherer machen Garantiezusagen, mit der in der Regel eine 2-prozentige Rendite, mindestens jedoch die Rückzahlung der Beitrage zugesagt werden. Hinzu kommen Versprechungen auf einen anteiligen Gewinn bei der Erreichung höherer Renditen. Nur kurz wird erwähnt, diese Zusagen erst nach einigen Jahren aktiv werden, denn die ersten Jahre dienen dem Abzug der Verwaltungskosten, die wesentlich höher sind, als in der GRV (nicht selten mehr als 10 Mal so hoch). Geht eine Versicherung pleite (Beispiel die Göttinger Gruppe), ist das eingezahlte Geld futsch und der Betrogene hat auch nichts davon wenn man die Vorstände dann hinter Gitter bringt (was eher selten der Fall ist). Mit Vertragsabschluss wird auch eine Mindesthöhe der später zu zahlenden Rente vereinbart. Auch kann die Risikogruppe bei Vertragsabschluss vom künftigen Riester-Rentner frei gewählt werden. Es gibt dabei meist 3 Risikogruppen: niedrig, mittel und hoch. Damit bestimmt er, ob seine Beiträge mit niedrigem, mittlerem oder hohen Risiko auf der Spielwiese der Finanzwirtschaft angelegt werden sollen. Er kann sogar seine Rente vererbbar machen, was natürlich negative Auswirkungen auf die Höhe der Rente hat. Anders als bei einer Lebensversicherung, wo die Versicherer sehr viel Wert auf eine robuste Gesundheit legen, sind schwächliche oder kranke Versicherungsnehmer in der privaten Rentenversicherung gerne gesehen, schließlich ist ein vorzeitig verstorbener Rentenanwärter ein guter Rentenanwärter. Bei Vertragsabschluss ist die Welt noch in Ordnung. Ob sie es auch noch ist, wenn er dann Jahrzehnte später in den Genuss der Rente kommt, ist eine andere Frage. Die derzeitige Finanzkrise betrifft auch die Versicherer, auch wenn die Finanzwirtschaft das immer weit von sich weist. Aber das ist nicht das eigentliche Risiko, sondern die Frage, was ist das Geld in 20, 30 oder 40 Jahren noch wert? Es gibt keine Anpassung der privaten Rente an den Inflationsverlauf. Der Auszahlungsbetrag ist fest fixiert. Ein weiterer Vorgang wird diskret verschwiegen, die Kalkulationsbasis. Private Versicherer gehen auf Nummer sicher. Lt. dem Monitorbericht Wem nuetzt die Riesterrente ? kalkulieren die Anbieter von Riester-Renten mit eine Lebenserwartung von 98 und mehr Jahren. Stirbt der Versicherte vorher (die meisten sind so nett und tun es), ist das doch seine eigene Schuld, oder? Aber Väterchen Staat subventioniert diese Produkte mit immensen Summen. Das sind Gelder, die jeder Steuerzahler aufbringt, egal, ob er riestert oder nicht. Private Renten sind im Vergleich mit einer Rente der GRV einfach miserabel. Aber sie haben für die Wirtschaft den Vorteil, dass sie sich nicht an den Kosten beteiligen muss. Ein Arbeitnehmer ist zwangsweise in der GRV, soll nun aber lt. Politik privat noch zusätzlich vorsorgen, mindestens mit 4% seines Einkommens, wenn er in den Genuss der staatlichen Förderung kommen will. Für die Versicherungen ist das ein Bombengeschäft. Für den Versicherten auch, aber nur im negativen Sinne. Das dieses Geld dem Wirtschaftskreislauf für lange Zeit entzogen wird, weil es in den Casinos der Finanzwirtschaft versickert, ist ein zusätzlicher volkswirtschaftlicher Schaden, der damit angerichtet wird. Aber wer zu bequem ist, sich mit der Thematik ernsthaft auseinanderzusetzen und im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegen vorzugehen, ist eigentlich selber Schuld. Auch ihn wird die Einsicht noch ereilen, spätestens dann, wenn ins Rentenalter wechselt. Die WTO fordert mit GATS die Privatisierung der Rente, der Krankenversicherung, der Pflegeversicherung, kurz, aller sozialen Leistungen. Und die Politik folgt willig. Das ist zwar nicht im Sinne der Wähler, aber wann hätte je der Wille der Wähler eine Rolle gespielt? Man bringt die Jugend gegen die Alten auf. Dabei vergessen die jungen Leute, dass sie auch mal alt sein werden. Wenn ein Abzocker wie Roman Herzog, der eine riesige Pension aus Steuermitteln bezieht, ohne je dafür einen Pfennig oder Cent gezahlt zu haben, von den Alten behauptet, dass sie die Jungen ausplündern, ist das übelste Propaganda, nicht einen Deut besser, als die Propaganda der Nazis in der Vergangenheit. Denn er stellt Behauptungen auf, von denen er mit absoluter Sicherheit weiß, dass sie falsch sind. Man kann nichts plündern, was nicht existiert und es existiert keine Rentenkasse mit Ausnahme der so genannten Mindestreserve. Ansonsten gehen alle Beiträge sofort in Form der Rente an die Alten, so wie es zuvor mit deren Beiträgen auch geschah. Aber Rentenkürzungen sind wie die Abkoppelung eines Wagens von einem Zug. Ist der Wagen erst mal abgekoppelt, fehlt er auf der nächsten Station und die Rentenkürzung ist der abgekoppelte Wagen für die nächste Generation. Sie wird es aber noch viel schlimmer treffen, denn ihre Arbeitsbiographie wird eher wie ein Netzstrumpf aussehen, mehr Löcher als Fäden. Sie haben dann nicht nur ein zu niedriges Rentenniveau, sondern waren auch über weite Strecken hinweg arbeitslos. Und eins gilt in der GRV wie in der privaten Versicherung: Keine Beiträge, keine Rente, niedrige Beiträge, niedrige Rente. Von diesem Mechanismus ausgenommen sind nur Politiker und Beamte. Dort, so ist mein Eindruck, lautet die Devise: je weniger und oder je schlechter die Leistung, umso höher die Pension, natürlich ohne Eigenleistung. Gemessen an dem Beginn der Umlagenversicherung hat die Politik das Rentenniveau inzwischen um 25% abgesenkt, Stück für Stück. Die Argumente waren immer gleich und immer gleich verlogen. Es liegt nicht an der zu geringen Geburtenrate, dass das Beitragsvolumen sinkt, sondern an der Arbeitslosigkeit und den eifrigen Bemühungen, der Politik, Niedriglohn und Zwangsarbeit auszuweiten und zu verfestigen. Das Bruttoinlandprodukt ist ständig gewachsen. Das bedeutet, trotz zunehmender Arbeitslosigkeit nimmt die Produktivität zu. Aber die Verteilung funktioniert nicht. Das BIP ist wie ein Kuchen, ein Kuchen, der beständig gewachsen ist. Die Demographie geht von einer sinkenden Bevölkerung aus. Müsste da nicht ein wachsender Kuchen es leichter machen, dass jeder ein wenig mehr abbekommt? Erwirtschaften darf es die arbeitende Bevölkerung, trotzdem bekommt sie immer weniger von dem Kuchen ab. Nicht umsonst ist in Deutschland der politische Streik verboten. Würden alle Arbeitnehmer schlagartig die Arbeit niederlegen (Generalstreik), wären weder Kapital noch Politik noch Konzernvorstände noch Finanzwirtschaft noch Wirtschaftswissenschaft in der Lage, Werte zu schaffen. Geld kann keine Maschinen bedienen, kein Handwerk verrichten, keinen Müll beseitigen kein Brot backen, keine Kartoffeln ernten. Das Kapital würde feststellen, dass Geld nicht arbeiten kann. Wissenschaftler können tolle Formeln entwickeln, aber halten die Räder nicht am Laufen. Politiker und Bankster würden erkennen müssen, wer die Räder am Laufen hält. Spätestens nach vier Wochen würden sie Zugeständnisse machen, nach 3 Monaten würden sie auf jede Forderung der Arbeitenden eingehen, denn dann hätten selbst sie festgestellt, dass man Geld nicht essen kann. |
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