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Erstelldatum: 08.01.2009

BKA kontrolliert Post der Presse

Groß war die Empörung der Presse über die Aktion des BKA, Post von Zeitungen u. a. des Springer-Verlages zu kontrollieren oder wie im Fall des NDR die Gespräche eines Mitarbeiters abzuhören. Groß, aber wohl doch nicht groß genug. Ungefähr zur gleichen Zeit wurden nämlich die Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung im Parlament beschlossen, obwohl das BVerfG bereits signalisiert hat, dass es die Gesetze in dieser Form nicht billigen wird. Bürgerkontrolle, ja, aber doch bitte nicht die Kontrolle der Presse, so kommt mir die Empörung der Presse vor. Damit wäre die Demokratie in Gefahr, wenn die Unabhängigkeit und Freiheit der Presse gefährdet wird. Die Freiheit der Presse ist mein Stichwort, die Aussage des 1880 größten Journalisten von New York, John Swinton, zu präsentieren, der bereits damals eine Aussage machte, die heute mehr stimmt als je zuvor. Ich habe den Beitrag auf der Seite von www.kwondoo.de gefunden, nehme aber an, dass es niemanden gibt, der Rechte auf die Veröffentlichung dieser Aussage hat, die im Netz auf deutsch und englisch in mannigfaltiger Form zu finden ist. Sollte dennoch jemand die Rechte an dem Text haben und mit der Veröffentlichung auf meiner Seite nicht einverstanden sein, bitte ich um eine Nachricht, um den Text wieder zu entfernen. Hier nun die Aussage von John Swinton über die freie und unabhängige Presse:

    Eines Abends etwa um das Jahr 1880 war John Swinton, damals der bedeutendste New Yorker Journalist, Gast eines ihm zu Ehren von seinen früheren Branchenkollegen gegebenen Banketts. Irgendjemand, der weder die Presse noch Swinton kannte, brachte einen Trinkspruch aus, auf die unabhängige Presse. Swinton schockierte seine Kollegen mit der Antwort:

    "Es gibt hier und heute in Amerika nichts, was man als unabhängige Presse bezeichnen könnte. Sie wissen das und ich weiß das. Es gibt keinen unter Ihnen, der es wagt seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie sie schrieben, wüssten Sie im voraus, dass sie niemals gedruckt würde. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrliche Überzeugung aus der Zeitung, der ich verbunden bin, herauszuhalten. Anderen von Ihnen werden ähnliche Gehälter für ähnliches gezahlt, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müsste sich nach einer anderen Arbeit umsehen. Würde ich mir erlauben, meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung erscheinen zu lassen, würden keine vierundzwanzig Stunden vergehen und ich wäre meine Stelle los. Das Geschäft von uns Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, freiheraus zu lügen, zu verfälschen, zu Füßen des Mammons zu kriechen und unser Land und seine Menschen fürs tägliche Brot zu verkaufen. Sie wissen es, ich weiß es, wozu der törichte Trinkspruch auf die unabhängige Presse. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Menschen hinter der Szene. Wir sind die Marionetten, sie ziehen die Schnüre und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unsere Leben sind alle das Eigentum anderer. Wir sind intellektuelle Prostituierte."

Ehrlicher und präziser kann man wohl nicht ausdrücken, wie Pressearbeit funktioniert. Über die Terrorgesetze von Schäuble wurde von so manchem Blatt durchaus positiv berichtet, angesichts des bedrohlichen Terrors, den man uns einzureden versucht. Ebenso anschaulich wurden die Gefahren des Terrors geschildert. Ging es um die Reformen der Agenda 2010, wurde in fast allen Pressorganen die Alternativlosigkeit der Reformen beschworen. Zwar werden zwischenzeitlich mal Berichte über die Kinderarmut gebracht, weil das auf die Tränendrüsen drückt, die Ursache für diese steigende Armut wird aber weitgehend ausgeblendet. Begeistert waren die Berichte über den Aufschwung und die Senkung der Arbeitslosigkeit, dabei wurde der Blick hinter die Kulissen dieser Zahlenspiele von den meisten Blättern tunlichst verschwiegen. Die Palette dieser Form der Berichterstattung kann beliebig fortgesetzt werden.

Wo bleibt eigentlich der kritische Journalismus zu den Einsätzen der Bundeswehr im Ausland? Wo bleiben die kritischen Berichte über den EU-Vertrag und die dort festgeschriebene permanente militärische Aufrüstung? Wo das kritische Hinterfragen, wenn es um die Planung von Schäuble geht? Die Vorratsdatenspeicherung ist doch nur der Anfang. Die Wunschliste von Schäuble ist noch lang. Er baut die gesamtdeutsche Stasi auf und die wird schlimmer, als die der ehemaligen DDR. So sollen die Abhöraktionen der Geheimdienste und der Bundespolizei im Bundesverwaltungsamt gebündelt werden. Da ich es für unwahrscheinlich halte, dass die Geheimdienste ihre Überwachungsorgien aus der Hand geben, denn ich glaube, die Mehrheit davon ist ohnehin illegal, wird es also eine weitere Überwachungseinheit geben. Wenn die SPD endlich eingeknickt ist und auch für die Bundeswehr im Innern stimmt, dann kann man die Katze aus dem Sack lassen. Deutschland ist so frei, wie das Raubtier im Freigehege eines Zoo's und soll nun wieder in den Käfig getrieben werden und die Presse sind die Papageien in der Voliere gegenüber, die diesen Vorgang lebhaft mit ihrem Gezeter kommentieren, nicht mit eigenen Worten, sondern mit den Worten, die man sie gelehrt hat.

Die Presse ist fast ausnahmslos im Besitz von 7 Familien und einer Partei. Die Holtzbrinck-Gruppe, die WAZ-Guppe, der Bauer-Verlag, der BURDA-Verlag, M. DuMont Schauberg, Springer und Bertelsmann und die SPD sind die Herren fast jeder in Zeitung in diesem Land und nicht nur hier. Eine halbherzige Ausnahme bilden der Spiegel und das manager magazin. Als Spiegel-Gruppe sind sie ein Rest der Augstein-Erben, ein wenig Springer, ein wenig Gruner& Jahr und damit Bertelsmann und wurden auch schon als Spritzpistole für Angela Merkel bezeichnet.

Dass Presse und Medien die Meinungsmacher Nr. 1 sind, dürfte inzwischen jedem klar sein. Stutzig sollte dann machen, wenn sich diese Macht der Medien gebündelt in den Händen von 6 Familien und einer Partei befindet. 6 Familien und eine Partei, die uns, beginnend beim seichten und trivialen Schmierenblatt bis hin zum so genannten anspruchsvollen Polit-Magazin, sagen, was wir essen, trinken, wie wir wählen sollen, was wir anziehen sollen, wie wir riechen sollen, welche Wirtschaftspolitik im Sinne der Bevölkerung ist, was wir glauben sollen, wie wir lieben und leben sollen, oder kurz gesagt, in welche Schublade wir kriechen sollen. Sie sind es, die uns, unsere Politiker und unsere Journalisten wie Hampelmänner (John Swinton) an Strippen nach ihren Wünschen und den befreundeter anderer Milliardäre tanzen lassen. Dass diese Familien zu den reichsten 100 Familien Deutschlands zählen, versteht sich von selbst.

Leider gibt es in Deutschland noch zu viele Menschen, welche die Stöckchen, die ihnen die Medienmogule hinwerfen, freudig apportieren. Diesen Menschen gebe ich einen Rat. Sie kennen sicher den Spruch: Selber essen macht fett. Wandeln sie ihn um und sagen sie sich: Selber denken macht klug. Dazu brauchen sie keine Hochschulbildung, keine Uni, keinen Titel, sondern lediglich einen Verstand und den Willen, ihn auch zu benutzen.

Hier können Sie nachschauen, was zu wem gehört:
Holtzbrinck-Gruppe
WAZ-Gruppe
Springer-Verlag
Bertelsmann
Bauer Verlag
BURDA-Verlag
DDVG
M.DuMont Schauberg