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Jahresrückblick von Otto Ängstlich

Guten Tag, mein Name ist Otto - Otto Aengstlich,

jetzt ist ja die Zeit für die allseits beliebten Jahresrückblicke. Sie meinen das ist Deutschfehler "Jahresrückblicke". Nein, schauen und vor allem, hören Sie mal genau hin.

Bei den Katastrophen sind sich die Macher ja noch einig. Beim Sport zum größten Teil auch, na ja kommt etwas auf die Region an. Kann man ja auch verstehen. Wer freut sich nicht, wenn ein Spitzensportler aus seiner Region kommt.

Nur bei dem politischen Rückblick, da gibt es große Unterschiede. Ganz gleich, ob im Fernsehen, im Rundfunk oder schreibenden Presse. Meinungsvielfalt und Informationsfreiheit nennt man das wohl. Bei mir entsteht da manchmal ein anderer Eindruck.

Nun, da die Meinungs- und Informationsfreiheit ja in unserem Grundgesetz verankert ist, nehme ich mir die Freiheit die Leser und Leserinnen dieser Seite, über meine Meinung zu informieren. Aus diesem Grunde habe ich meinen Jahresrückblick geschrieben, der genauso wichtig oder unwichtig, wie die aus den Medien.

Zum Beginn des ablaufenden Jahres hatte ich den Eindruck, mit unserem Deutschland geht zu Ende. Unsere Wirtschaftsführer verkündeten Unisono sie ständen kurz vor der kollektiven Insolvenz, ehemaligen Politiker und heutige Vertreter der Zwangsversicherungen unseres Landes erklärten ihre Zahlungs- und Leistungsunfähigkeit, unsere Staatsführung stand vor der nationalen Insolvenz. Jeder beteuerte ihm träfe keine Schuld, er hätte sein Bestes gegeben. Schuld seien die Anderen.

Doch dann geschah etwas Unvorhersehbares, die Regierungsführung wollte zurücktreten. Nach ein paar juristischen Tricks, denn unsere Verfassung lässt es ja nicht zu das sich eine Regierung einfach aus der Verantwortung schleicht, war dann soweit.

Die Opposition jubelte. Versprach eine Einkommenssteuererklärung die auf einen Bierdeckel Platz haben sollte, dass es jetzt endlich den Familien besser gehen sollte ( das versprach sie schon seit über 30 Jahren) und verteilte schon mal munter die zu erwartendenden Posten. Zwischen den Jubelrufen seitens der Wirtschaft, den Lobeshymnen einiger Pressevertreter, wurde schon den Rentnern und Arbeitslosen schon mal mitgeteilt, das sie jetzt noch weniger zu erwarten hätten. Den Bürgern aus den östlichen Bundesländern wurde die politische Unreife attestiert und zurückgetreten wordenen Regierungsmannschaft saß in der Ecke, maulte mit ihrem abgetretenen Kanzler und freuten sich im stillen Kämmerlein auf ihre schönen Abfindungen und komfortablem Ruhebezüge.

Dann war der ganze Rummel endlich vorbei und alle rieben sich verwundert die Augen. Die tägliche Umfrageberieselung hatte bei den Bürgern nicht den gewünschten Erfolg. Jede Gruppierung sah sich mit ihren etwas über 30 % der Wählerstimmen als Wahlsieger und wollte den Kanzler bzw. die Kanzlerin stellen.

Was dann kam, war nur noch peinlich. Wie in einer Bananenrepublik. Tiefer konnte man nicht sinken. Da wurde gefeilscht wie auf einem Basar und wie alles vorüber war, der Rauch sich lichtete, war alles wie vorher. Mit einer Ausnahme, der Kopf an der Spitze gehört nun einer Frau.

Dann erfolgte noch die Fernsehwirksame Inthronisierung mit einer schönen, aber vielfach inhaltlosen Rede, denn über die wirklich wichtigen Punkte hatte man sich auf dem Basar nicht geeinigt. Ganz inhaltslos war die Rede dann nicht. Frau Kanzlerin ließ verkünden, dass aufgrund der anhaltenden Schwäche des Bundeshaushalts die Mehrwertsteuer angehoben werden müsste. Aber das wäre nur ja nur eine geringe Belastung um die Hundert Euro pro Jahr. Pinats für einen ordentlichen Bürger.

Den unteren Bevölkerungsschichten - Arbeitnehmer, Behinderte, Rentnern und Arbeitslosen - hatte man schon vorher durch die Medien mitteilen lassen, das sie auch in den nächsten Jahren mit keiner Einkommensverbesserung rechnen könnten. Weiterhin wurde ihnen lapidar mitgeteilt, dass in Zukunft alle bis 67 arbeiten müssen.

Nachdem sich ein paar Wochen alle Beteiligten auf ihren Posten eingelebt haben, kommt jetzt alles richtig in Fahrt. Die Länderfürsten und andere Regierungsmitglieder lassen die Sau raus, die Wirtschaftsführer wittern Morgenluft und die Kanzlerin, sie lächelt Milde dazu.

Da werden Arbeitsnehmer ab 40 für nicht mehr leistungsfähig erklärt, die totale Überwachung der Bürger für notwendig bezeichnet, ausländischen Geheimdiensten die Verschleppung deutscher Staatsbürger zugestanden, Folter für gerechtfertigt erklärt, Fußfesseln für Islamisten gefordert und die Kanzlerin lächelt weiterhin Milde dazu.

Nun hat auch noch der Bundespräsident seinen Sempf dazu gegeben. Wo soll das Enden?

Wie schön war es doch im letzten Jahr. Da wurde uns wenigstens gesagt, das Arbeitnehmer, Behinderte und Rentner die Verlierer in der Gesellschaft sind. Aber sie durfte noch ihre Meinung sagen.

Heute sollten sie lieber schweigen. Wer den Mund aufmacht dem wird die Unterstützung gestrichen. Es wird alles protokolliert, geprüft und dokumentiert. Irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor. Wann war das bloß? Ist ja auch so wichtig oder?

Die Kanzlerin hat ihre Anrede unter dem Motto " Freiheit wagen" gestellt. Ich habe sie gewagt und meine Kinder können mich in Zukunft nicht mehr fragen " warum hat den keiner was dagegen gesagt".

In diesem Sinne
ein frohes Neues Jahr
wünscht Ihnen Otto Aengstlich