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Selenz` Kommentar 23. Oktober 2005

"Schwarzbuch VW" - Reaktionen 3

Gerhard Schröders Flugabrechnung manipuliert

Die internen Unterlagen der Fluggesellschaft Private Jet Charter (PJC) standen im Zentrum der Untersuchungen der Flugaffäre des NRW-Landtages. Dabei stellte sich heraus, dass neben diversen Managern auch führende Politiker den Jet auf Kosten der West LB genutzt hatten. Insbesondere die Flugkosten von MP Rau waren systematisch überhöht. Die Unterlagen wurden von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf jedoch nicht ausgewertet. PJC flog indes nicht nur für die West LB. Auch VW nutzte den Lear-Jet. So z. B. MP Schröder am 10. April 1992 für einen Flug von Braunschweig nach Verona. Dieser Flug war ebenfalls deutlich überzahlt. Die überhöhte Rechnung wurde von VW anstandslos beglichen. Darauf verweist Schwarzbuch VW. Auffällig bei dieser Rechnung ist darüber hinaus, dass die interne PJC-Abrechnung nachträglich manipuliert wurde. Für den Fall, dass die Staatsanwaltschaft sich für die Unterlagen interessieren sollte, stehen diese den Ermittlungsbehörden selbstverständlich zur Verfügung. Dabei handelt es sich - ebenso selbstverständlich - um die jeweiligen PJC-Originale.

SPD-Presse verschweigt Schwarzbuch VW

Der Madsack-Verlag verschweigt seinen Lesern in der VW-Region Hannover das Schwarzbuch VW. Das Verlagshaus befindet sich zu mehr als 20 Prozent im Besitz der SPD-eigenen Deutschen Druck und Verlagsgesellschaft (DDVG). Es ist in jüngster Zeit bereits der zweite Fall von Pressezensur durch den von Ex-DDVG-Chef Haak geführten Verlag. Bereits "Wildwest auf der Chefetage" wurde von Madsack "aktiv" ignoriert. Verlage in Parteienhand werden missbraucht!

VW-Mitarbeiter Sprenger auf Platz 3 der Erfinder-Rangliste

Der VW-Mitarbeiter Holger Sprenger wird von der Uni Kassel in der Rangliste der Top-Erfinder der Region Nord-, Ost-, Mittelhessen auf Platz 3 geführt (http://www.piz-kassel.de/patstat). Bei den statistisch ausgewerteten Firmen handelt es sich um Adressen, wie Aventis, Braun und Viessmann. Sprengers Erfindungen hatten VW Investitionskosten in zweistelliger Millionenhöhe erspart. Darüber hinaus senken seine inzwischen bestätigten Patente die Produktionskosten um dreistellige Millionenbeträge. Sprenger hatte die Verwendung von Investitionsmitteln im VW-Konzern untersucht. Dabei deckte er Millionenmanipulationen auf. Nachdem er Vorstand und Aktionäre informiert hatte, wurde Holger Sprenger fristlos entlassen. Seine Unterlagen - Basis von Schwarzbuch VW - waren den Braunschweiger Staatsanwälten zu komplex. Sie wurden daher, der Einfachheit halber, "zwecks Überprüfung" der VW-Revision übergeben.....

Staatsanwaltschaft Braunschweig: VW-Skandal "kein dienstliches Gepräge"

Die Erkenntnislage bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig steigt stündlich. Durch immer neue Presseveröffentlichungen werden die Braunschweiger Staatsanwälte auf den jeweils aktuellsten Stand gebracht. Bis auf die Durchsuchung des Büros von Ex-VW-Vorstand Dr. h.c. Peter Hartz verlassen sich die Anwälte des Staates weiterhin auf die geradezu sprichwörtlich zu nennende Ehrlichkeit der betroffenen VW-Top-Manager. Immerhin räumt man inzwischen ein, dass die Sex-Abenteuer einiger VW-Vorstände und Aufsichtsräte "kein dienstliches Gepräge" hatten!

Justizministerin Heister-Neumann lehnt Fernsehdiskussion ab

Die zuständige niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann lehnte auf Anfrage eines Senders eine TV-Diskussion zu Justizfragen mit dem Verfasser des Schwarzbuchs VW ab.

Peine, den 23. Oktober 2005
gez. Prof. Dr. Ing. Hans-Joachim Selenz