| Navigation aus Navigation an | Erstelldatum: 10.03.2009 |
GesundheitsreformDie Gesundheit ist uns allen lieb und teuer. Teuer in jedem Fall, aber lieb??? Ich weiß nicht, aber darauf komme ich noch. Im Ärzteblatt fand sich ein Artikel über einen weiteren Erfolg in der Stammzellenforschung. Hoffnung in der Zukunft für die an Parkinson Erkrankten? Nachdenklich stimmt mich bei dieser Meldung eines. Man hat Hautzellen von einem Erkrankten genommen und daraus die Stammzellen gezüchtet. Wenn ich das richtig verstehe, geht man dabei davon aus, dass es sich bei Parkinson um einen genetischen Defekt handelt. Aber ist dann der genetische Defekt nicht Bestandteil der gezüchteten Stammzellen enthalten? Seit der Mensch angefangen hat, an den Genen herumzupfuschen, überschlagen sich Erfolgsmeldungen in der Presse, fast immer gepaart mit Heilsversprechen, die derzeitigen Geißeln der Menschheit auf diese Art heilen zu können. Ob Aids, Alzheimer, Parkinson, Krebs und was weiß ich noch; rosige Aussichten für die Zukunft. Verzeihen Sie meine Skepsis. Aber die Forschungen erfolgen in staatlichen und öfter noch in den Labors von Pharmakonzernen. Die Forscher singen dann das Lied, welches ihnen von ihrem Brötchengeber vorgegeben wird oder alternativ ein Lied, dass ihnen weitere Mittel für ihre Arbeit und eine eigene Karriere sichert. Aber Heilung ist etwas, dass keinesfalls im Interesse des gesamten Gesundheitswesens liegt. Gesunde Menschen füllen die Kassen nicht. Für die Pharmakonzerne zählt nur der Profit. Glauben Sie nicht den Hochglanzbroschüren oder Werbespots die Branche. Die Realität ist eine andere. Produkte der Pharmaindustrie werden ins Ausland verkauft, wenn sie auf den heimischen Märkten verboten wurden. Ein krasser Fall wurde 2007 vom WDR in einem Film gesendet, allerdings erst zu sehr später Zeit. Ein amerikanisches Tochterunternehmen des Bayer-Konzerns (Cutter) hat Bluterpräparate nach Asien verkauft, obwohl man wusste, dass diese Präparate mit Aids infiziert waren. Der Film dazu: Tödlicher Ausverkauf. Auch ansonsten ist bekannt, dass in afrikanische und asiatische Länder Produkte verkauft werden, die wegen ihrer Nebenwirkungen in den westlichen Ländern verboten wurden oder deren Ablaufdatum bereits überschritten war. Sie können sich das erlauben, denn man zieht sie nie zur Verantwortung und wenn, dann allenfalls das Unternehmen mit Geldstrafen, nie aber die Täter (erkennen Sie die Parallelen zu den Finanzbetrügern?). Im Falle des Bluter-Präparats betrug der Profit läppische 4 Millionen Dollar (Für den Bayer-Konzern ein Trinkgeld), aber Hunderte von Menschen starben als Folge der so entstandenen Aids-Infektion. Würde eines der Opfer einen der verantwortlichen Bosse töten, würde es im Gefängnis landen. Umgekehrt werden die Bosse nicht einmal strafrechtlich belangt, können in ihren Villen mit Swimming Pool das Leben genießen. Es macht eben einen Unterschied, wer wen tötet. Firmenbosse habe ja edle Motive, nämlich den Profit der Anleger zu sichern. Wen kassiert Ulla Schmidt mit ihren so genannten Gesundheitsreformen ab? Die Pharmakonzerne? Mitnichten. Bereits unter Seehofer wurde davon gesprochen, den Ärzten eine Liste mit Generika an die Hand zu geben. Generika sind Medikamente, die von der Konkurrenz nach Ablauf der Patentsperre hergestellt werden und in der Regel wesentlich billiger sind. Bis heute ist davon nichts zu sehen und wenn man sich auf dem Weltmarkt umsieht, ist Deutschland eines der teuersten Länder bei Arzneien. Das bedeutet, die gleichen Medikamente sind im Ausland wesentlich billiger als hier. Hat je ein Politiker versucht, daran etwas zu ändern? NEIN! Ulla Schmidt kassiert uns ab und inzwischen klagen auch die Ärzte und zwar, anders als wir, recht laut. Vor allem die Fachärzte klagen, aber solange sie das nur in der FAZ tun, hält sich meine Sorge in Grenzen. Ich glaube nämlich dass sie auf einem ziemlich hohen Niveau klagen. Dennoch, man sollte die Klagen der Fachärzte nicht so ohne weiteres abtun, denn ihre Klagen, wenn auch auf recht hohem Niveau, haben einen beängstigenden Hintergrund. Es sieht danach aus, dass das Gesundheitswesen auf so genannte medizinische Zentren ausgerichtet werden soll. Nun wird so mancher denken, dass sei nicht das Schlechteste. Ein Zentrum, gespickt mit hochqualifizierten Ärzten aller Fachrichtungen, ausgestattet mit den modernsten Geräten. Diesen Leuten rate ich, weiter zu träumen. Solche Zentren werden in relativ kurzer Zeit von den Pharmakonzernen vereinnahmt und dann wird wahr, was ein angesehener Professor schon vor Jahren im Ärzteblatt beklagte, als er die Entwicklung der medizinischen Betreuung mit diesen Worten aufzeigte:
Wie hat die Politik in der Vergangenheit über die Planwirtschaft der Ex-DDR hergezogen und wie werden heute aus den bekannten Think-Tanks andere politische Ideen der Linken noch heute als Planwirtschaft a la DDR beschimpft. Aber der absolute planwirtschaftliche Prototyp dieser letzten Gesundheitsreform, der weit über das hinausgeht, was in der DDR abgelaufen ist, der wird zwar von vielen Seiten kritisiert, aber nie als das dargestellt, was es wirklich ist: "Die absolute Planwirtschaft". Unser Gesundheitssystem soll kaputt gemacht werden, so wie man es bereits mit dem Rentensystem gemacht hat. Wirkliche medizinische Versorgung soll nur noch bekommen, wer privat versichert ist. Werfen wir einmal einen Blick auf dieses Gesundheitssystem. Wer heute zu einem Kassenarzt geht, setzt damit einen riesigen Apparat in Bewegung. Der Arzt, der sie behandelt, bekommt pro Patient und Diagnose Festpreise in einem Quartal. Diese Festpreise werden nicht von den Ärzten festlegt, sondern von den kassenärztlichen Vereinigungen (KV). Diese Vereinigungen gibt es für Ärzte und getrennt auch für Zahnärzte (KZV). Es gibt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bzw. die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und 17 regionale KVs bzw. KZVs, also pro Bundesland eine und eine für Berlin. Es sind keine privaten Einrichtungen, sondern Körperschaften des öffentlichen Rechts und sie entscheiden über die Zulassung eines Arztes als Kassenarzt. Die Bundesverbände unterstehen direkt dem Gesundheitsministerium, die Landesverbände den Landes-Gesundheitsministerien. Die KVen bzw. KZVen verhandeln auch mit den Krankenkassen über die zu erbringenden Leistungen auf der Grundlage des SGB V. Inzwischen haben wir alle mitbekommen, dass es zwischen den Krankenkassen keine wirkliche Konkurrenz mehr gibt. Die bisher teilweise recht unterschiedlichen Beitragssätze der Kassen wurden vereinheitlicht und fließen nicht mehr direkt in die jeweilige Kasse, sondern in den neu errichteten Gesundheitsfond. Dieser Fond wird vom Bundesversicherungsamt verwaltet und er verteilt die gesetzlichen Beiträge zur KK nach einem Verteilerschlüssel an die Kassen. Kommt eine Kasse mit den zugewiesenen Beträgen nicht aus, muss sie Zusatzbeiträge erheben. Erwirtschaftet eine Kasse hingegen Überschüsse, kann sie diese in Form von Prämien an die Versicherten weitergeben. Die Betonung liegt auf KANN. Ministerin Schmidt: "Nun geht es um guten Service und mehr Qualität für die Versicherten." Diese Aussage von Ulla Schmidt ist der reine Hohn. Seit Jahren werden die von den Kassen bezahlten medizinischen und zahnärztlichen Leistungen kontinuierlich verringert und ist mit Ulla Schmidts Aktivitäten, unterstützt von Seehofer bei der ersten Gesundheitsreform, auf dem niedrigsten Stand der Leistungen und auf dem höchsten Stand bei den bürokratischen Hürden und den Beiträgen angelangt. Das hat Methode, denn damit wird wieder der Ruf nach den Privaten laut, die ja angeblich alles besser können. Doch genau darin liegt der Sinn des Ganzen. Ohnehin sind viele Besserverdienende zusätzlich privat versichert und schwören auf die problemlos bezahlten Leistungen der Privaten. Andere, die gänzlich privat versichert sind, mussten allerdings erkennen, dass die Privaten mit zunehmendem Alter oder zunehmender Inanspruchnahme teurer wurden, denn die Privaten versichern am liebsten die Gesunden. Aber das macht nur einen geringen Teil der (arbeitenden) Bevölkerung aus. Die Wenigsten hatten in der Vergangenheit überhaupt die Möglichkeit, zu den Privaten zu wechseln. Heute ist das möglich und deshalb muss man die gesetzliche Krankenversicherung teuer und als bürokratisches Monster organisieren, damit immer mehr von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, zu den Privaten zu wechseln. Rufe ich im Internet heute eine Seite eines Presseorgans auf, bekomme ich fast immer große Pop-Ups mit Lockangeboten der privaten Versicherer eingeblendet. Man will, dass Sie zu den Privaten wechseln. Es ist dabei nicht nur die private Versicherungswirtschaft, sondern vor allem die EU und die Bundespolitik, die diesen Wechsel wollen, denn ein solcher Wechsel wird von der WTO mit GATS bereits seit mehr als einem Jahrzehnt gefordert. Aber zuerst muss man das alte System soweit ruinieren, dass Sie regelrecht nach den Privaten schreien. In dieser Hinsicht macht Ulla Schmidt einen wirklich guten Job. Sie wollen das Geheimnis der Politik kennen lernen, das, was einen guten von einem schlechten Politiker unterscheidet? Es ist im Prinzip einfach. Ein guter Politiker macht schlechte Gesetze, damit Sie wollen, dass in Zukunft Private die jeweiligen Aufgaben übernehmen. Die Presse ist dabei ein unermüdlicher Helfer. Wer macht sich schon die Mühe, nachzurechnen, was ihn die bereits erfolgten Privatisierungen wirklich gekostet haben? Alleine die Privatisierung der Post und von Telekom hat Hundertausende Arbeitsplätze gekostet und die Kosten dafür tragen nicht die Privaten, sondern wir alle. Dabei sind die Privaten nicht billiger, ganz im Gegenteil. Aber so viele haben aufgeatmet, als Telekom und die Post privatisiert wurden. Nur, ich habe noch nie so lange für eine Briefmarke anstehen müssen, wie heute, bei der privaten Post. Und wenn Sie nach der Privatisierung der Krankenkassen schreien sollten, sollten Sie wenigstens einmal flüchtig an die derzeitige Finanzkrise denken, denn Versicherungen sind Finanzdienstleister, mehr als eng mit den Banken verbunden. Und ein Blick in die USA würde auch gut tun, denn dort nimmt die Zahl derer, die sich keine Krankenversicherung mehr leisten können, drastisch zu. Aber jeder Politiker und jeder Versicherungsagent wird Ihnen sagen, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen, so wie man ihnen das bis Ende 2008 auch über die Banken sagte. Ulla Schmidt, so glaube ich, wird ab Herbst dieses Jahres (nach den Wahlen) sicherlich einen guten Posten in der Pharmaindustrie oder der Versicherungswirtschaft bekommen. Schließlich hat sie für beide Branchen viel getan. Zu Beginn habe ich gesagt, dass uns die Gesundheit lieb und teuer wäre, bei lieb aber ein großes Fragezeichen gesetzt. Das ist einfach zu erklären. Wir tun so viel für unsere Gesundheit. Wir putzen das Bad mit Sagrotan und vernichten so alle Bakterien. Wir putzen und schrubben, denn Sauberkeit ist das A und O der Gesundheit. Na ja, ich habe als Kind in der Wupper und im Rhein gebadet, in der Wupper in unmittelbarer Nachbarschaft von Bayer, ich habe auf der Straße gespielt, ungewaschenes Obst gegessen und vieles mehr. Aus derzeit geltender Gesundheitshygienischer Sicht müsste ich längst tot sein. Selbst heute noch esse ich ungewaschenes Obst, reibe es lediglich zuvor kurz ab. Ich kann es mir leisten, denn ich versuche so weit wie möglich, Biokost zu erwerben. Wer glaubt, er könne die aufgespritzten Gifte der Industrieplantagen bei Äpfeln, Birnen, Erdbeeren, Pflaumen und was weiß ich mit ein wenig Wasser abwaschen, irrt sich aus meiner Sicht gewaltig. Ich koche selbst und vermeide dabei Fertiggerichte. Schon aus einem Grund: Wenn ich auf die Verpackung schaue und die Anzahl der chemischen Zusätze sehe, wird mir übel. Ob Knorr oder Maggi, ob Milka oder was weiß ich für Industrieprodukte, alle enthalten auf der gesetzlich vorgeschriebenen Liste der Zusatzstoffe einen regelrechten GiftCocktail von Geschmacksverstärkern, E-xxx-Stoffen, Süßstoffen, Färbemitteln, genveränderten Substanzen, Flavonoiden usw., viele davon mit bereits erkannten (möglichen) Nebenwirkungen. Dabei sind diese zum Teil giftigen Substanzen immer nur im Einzelnen überprüft worden, nicht aber die Wechselwirkungen, wenn in einem Produkt ein regelrechter Cocktail davon untergebracht wird. Zwei triviale Beispiele, die fast jeder verwendet:Klare Fleischbrühe (Brühwürfel, ca. 2x3x0,5 cm)
Zutaten:
kann Spuren von Senf, Ei und Milch enthalten Backpulver
Zutaten:
Haben Sie sich jemals die Mühe gemacht, diese Zutatenliste zu lesen und dann evtl. sogar noch nachzulesen, was sie bewirken, ob Nebenwirkungen oder der Verdacht auf Nebenwirkungen bekannt sind? Ich denke, ein großer Teil unter Ihnen muss diese Frage verneinen. | |