| Navigation aus Navigation an | Erstelldatum: 10.07.2006 |
Bush kommtIn Deutschland herrscht eitel Freude und Sonnenschein. Der große Präsident der Vereinigten Staaten und heimliche Präsident Europas gibt uns die Ehre, die Hansestadt Stahlsund mit seiner Anwesenheit zu beglücken. Natürlich weiß der Gast, wie beliebt er ist und hat ein wenig Sorge, man könne ihn vor lauter Zuwendung erdrücken. Deshalb hat er zu der entzückten Angela gesagt: "Wir machen das wie eine heimliche Hochzeit. Nur ganz wenige ausgesuchte Gäste, sonst fallen mir vor lauter shake hand noch die Finger ab. Und weil das ja ein Freudentag ist, gibst Du einigen Beamten und Angestellten frei." Ja, so kommt es nun: Folgende Dienstgebäude sind vom 12.07.2006 ab 18.00 Uhr bis einschl. 13.07.2006 gesperrt:
Aber auch in der Vorbereitung musste einiges getan werden. Damit er nicht ständig von Paparazzi beobachtet wird, wird heute um das Hotel (eine kleine Pension mit Namen Kempinski, hat nicht mal so viele Sterne wie Bush in seiner Flagge), ein kleiner Zaun von 1.300 m aus Hamburger Gittern, dann drei Rollen Stacheldraht und einem 2 m hohen Bauzaun aufgebaut. Ein wenig erstaunt habe ich zur Kenntnis genommen, dass der geliebte Präsident auf der Errichtung einer roten Zone bestanden hat. Ich habe immer gedacht, der sei gegen rot. Wie auch immer, in dieser Zone will man, damit die schwere Limousine nicht versehentlich einbricht, will man 600 Gullydeckel vorsichtshalber verschweißen. 400 Weitere sollen versiegelt werden, und auf der Protokollstrecke (das ist die Strecke, wo er spazieren fährt) sollen weitere 1.200 Deckel versiegelt werden. Nun ja, einige wenige Leute werden auch für die Sicherheit sorgen, kaum der Rede wert. Polizisten aus anderen Bundesländern, das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei, Spezialeinsatzkommandos, Hubschrauberbesatzungen, Präzisionsschützen, Spürhunde und Taucher wurden angefordert. In der Sueddeutschen kann man lesen (mein Dank an Daniel aus dem Gästebuch für den Tipp mit der Sueddeutschen, den ich nachträglich eingefügt habe):
Polizisten aus anderen Bundesländern, das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei, Spezialeinsatzkommandos, Hubschrauberbesatzungen, Präzisionsschützen, Spürhunde und Taucher wurden angefordert. Insgesamt sollen mehrere tausend Beamte im Einsatz sein. Etwa 400 Kilometer Straße müssen vorsorglich freigehalten werden. Weiter steht in der Sueddeutschen:
Die Leute in der näheren Umgebung werden wohl ab und zu kontrolliert werden, schließlich müssen 15.000 Polizisten ja beschäftigt werden. Wenn sie nicht gerade in Urlaub sind, dürfen sie zu bestimmten Zeiten nicht aus dem Haus und müssen die Fenster geschlossen halten, man darf halt dies nicht, jenes nicht, das nicht und anderes nicht, aber sonst, sonst läuft alles wie immer. In ihrem Wahlkreis kann Angela Bush so richtig gut zeigen, welche Fortschritte man mit der amerikanischen Globalisierungspolitik gemacht hat. Schon 23 % Arbeitslose, aber das kann man sicher noch steigern. Man rechnet ja auch mit ein paar Demonstranten. Schließlich gibt es immer ein paar Leute, die nicht begreifen, welches Geschenk es ist, vom mächtigsten Mann der Welt besucht zu werden (oder ist Benedict doch noch mächtiger?). Aber die bleiben ja ganz friedlich. Und wenn nicht, dann gibt es einen fröhlichen Gummknüppeltanz mit einer Erfrischung aus der Gemeinschaftsdusche Wasserwerfer und all die kleinen Späße, zu denen die Polizei manchmal neigt. Es wird sicher für die Orte Stralsund, Laage, Heiligendamm und Trinwillershagen ein unvergesslicher Augenblick, denn sie einen Blick auf den mächtigsten Mann werfen dürfen. Natürlich wie gewohnt, auf dem Fernsehschirm. Also freut Euch, Ihr Nordlichter. Was? Woher das Geld kommt? Da ist es wieder, die typisch deutsche Knickrigkeit. Aber macht Euch keine Sorgen. Ein paar Sanktionen bei Hartz IV, dann kommt das Geld für den Spaß locker rein. |