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Hartz IV-BetroffeneIm Spiegel 1999 veröffentlichte Aussage Jean-Claude Juncker: Das einzige Mittel, etwas Demokratisches demokratisch zu stoppen, ist Geschrei und Aufstand! Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. Premierminister von Luxemburg Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie (SPIEGEL 52/1999) Jean Claude Juncker hat eine Seite der Medallie gezeigt, denn es gibt noch eine zweite Methode: Aussitzen! Das bekommen wir gerade hautnah vorgeführt: Mit den Hartz-Gesetzen. Wenn über Hartz-IV Betroffene geredet wird, meint man gemeinhin die zukünftigen Empfänger des Arbeitslosengeldes II, kurz ALG II genannt. Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, ob diese Annahme richtig ist? Ich habe mich das gefragt und bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Annahme falsch ist. Großspurig hatte Schröder im Wahlkampf versprochen, die Arbeitslosigkeit zu halbieren. Die Sozialsysteme anzugreifen? "Das ist mit uns nicht zu machen", waren seine Worte. In seiner ersten Amtszeit passierte nicht viel. Seine Wiederwahl wäre fraglich gewesen, hätte er nicht durch zwei Umstände einen minimalen Vorsprung vor dem designierten Kanzler der CDU, Häuptling Silberlocke, gehabt. Da war einmal die Überschwemmungskatastrophe, vor allem im Osten Deutschlands, bei der er sich entschieden geschickter und publikumswirksamer verhalten hat, als sein Gegenspieler. Zweitens war da der illegale Vorstoß von Bush nach dem 11. September 2001. Schröder nahm ein Haltung ein, die wohl eher aus einer taktischen Fehleinschätzung denn aus einer wirklichen Oppositionshaltung bestand. Aber zufällig lag er damit im Trend der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Einmal erkannt, hielt er natürlich daran fest. Mutter Merkel (Mutter Merkel, eine schreckliche Vorstellung), für die Opposition wohl bedeutet, gegen alles zu sein, glaubte mit einer Pro-USA-Haltung die Vielen anzusprechen, die nach über 50 Jahren immer noch glauben, der Amerikaner sei der hehre, für Gerechtigkeit in der Welt sorgende Übermensch. Sie hatte wohl noch nicht begriffen, dass die Zahl derer, die inzwischen begriffen haben, dass die USA immer nur ihre eigenen Profitinteressen verfolgt, die begriffen haben, dass die Amerikaner eben nicht nur die freundlich lächelnden, Kaugummi und Schokolade verteilenden GI's sind, die 45 in Deutschland einzogen, sondern vor allem die brutalen Bombenwerfer, die aufgrund einer Übermacht in der Luft Bombenteppiche auf die Zivilbevölkerung werfen und dabei nicht vor den brutalsten Mitteln wie die Atombomben auf Japan, Napalm- und Splitterbomben in den vielen anderen Kriegen zurückschrecken. Die Fehleinschätzung des Willens der Bevölkerung sicherte Schröder 2002 eine hauchdünne Mehrheit. Jetzt konnte er endlich beweisen, dass er im Brechen von Wahlversprechen zumindest genau so gut war, wie die CDU/CSU. Wer der Chefintrigant in der SPD ist, weiß man nicht genau. Das kann Schröder genau so gut wie Münterfering sein. Fest steht nur, dass sie zur Höchstform aufliefen, was die Vorbereitungen für die Agenda 2010 anging. Dem politischen Gegner die Schuld an der Misere des Staates anzulasten, wäre ein taktischer Fehler gewesen, denn letztendlich war man für die desaströsen Zustände mitverantwortlich. Und das musste doch nicht unbedingt publik werden. Nein, da ist es schon besser, man macht die Opfer zu Tätern. Die Presse spielte begeistert mit, als es galt, Abzocker der Systeme vorzustellen, ob das nun Florida-Rolf oder der Sozialhilfe beziehende Zuhälter mit dickem Mercedes war. Die Verschuldung der Krankenkassen lag nicht an einer verfehlten Politik, nicht an Misswirtschaft der Kassen, nicht an der Gier der Pharmakonzerne, sondern an der Maßlosigkeit der Bürger, die offensichtlich am Pillenschlucken Vergnügen gefunden hatten. Nicht zu vergessen, die gierigen Rentner. Da wurden die Rentner vorgestellt, die la Dolche Vita auf Mallorca machten, oder aus dem üppig anmutenden Haus traten und über ihre Bezüge jammerten. Bezüge, die manch Arbeiter gerne als Verdienst gehabt hätte. Es waren geschickte Inszenierungen, die von Presse und Fernsehen massivst unterstützt wurden. Pensionäre des öffentlichen Dienstes als Rentner hinzustellen, um den Popanz des gut situierten Rentners, der - reichsten Rentnergeneration aller Zeiten - , aufzubauen, war einer der beliebten Tricks. Durch die Presse und Medien geisterten plötzlich Aussagen, von durchschnittlich mehr als 2.000,00 , die ein Rentner bekam. Konnte man den Berichten Glauben schenken, dann war mindestens jeder zweite Rentner Immobilienbesitzer. Nur eines machten weder Presse und Medien, noch die Politiker, die seriösen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vorzustellen. Schaute man dort nach, lag der Durchschnitt der BFA-Renten unter 900,00 , für Arbeiter sogar um 700.00 . Und mathematisch eine Netto-Rente von 2.000,00 und höher zu beziehen, ohne irgendwelche Zusatzrenten, ist gar nicht möglichAuch die Politmutter der Nation, Sabine Christiansen, deren Sendungen tendenziös nur in eine Richtung zielen und die immer versucht, jeden, der gegen diese Richtung ist, kalt zu stellen, brachte es fertig, dem geneigten Publikum zu vermitteln, dass die Politik gar keinen Einfluss auf die Geschehnisse der letzten 50 Jahre hatte. Auch oder besonders sie haute in die Kerbe der maßlosen Deutschen, die den Staat ausnehmen, wo immer es geht. Die Strategie war erfolgreich. Ob Rentner, Kranke oder Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, sie waren plötzlich die Abzocker der Nation. Da wurden im Fernsehen die armen Spargelbauern vorgestellt, die verzweifelt waren, weil unwillige Faulpelze verhinderten, dass die Spargelernte rechtzeitig eingebracht werden konnte. Und der im Sessel vor der Glotze sitzende kleine Angestellte nickte beifällig, wenn über die Faulheit der Deutschen gesprochen wurde und die willigen und die Arbeit beherrschenden Polen vorgestellt wurden. Nach alter Gewohnheit vergaß der von Big Brother und ähnlichen Primitivsendungen verwöhnte Fernsehzuschauer, seinen eigenen Verstand zu nutzen. Hätte er das nämlich gemacht, hätte er erkennen müssen, dass die Spargelernte eine harte Knochenarbeit ist, an die man gewohnt sein muss. Der Bandscheibengeschädigte Angestellte war nicht fähig, diese Arbeit zu vollziehen. Das war ein Überblick über die Public Relation Politik der SPD, Alt gegen jung, krank gegen gesund, arbeitslos oder nicht zu hetzen. Und diese Politik ging auf. So wurde den Menschen eingehämmert, dass ssich der Staat die Alimentierung nicht mehr leisten könne, und die Maßnahmen erforderlich seien, die Schulden zu reduzieren. Aber dieser Zaubertrick funktionierte nicht. Unsere Regierung, größtenteils aus Beamten bestehend, war offensichtlich unfähig, die Wechselwirkungen zu erkennen. Könnten Herr Eichel und Herr Schröder rechnen, hätten sie schnell herausbekommen müssen, dass Rentner (Rentenreform), Arbeitnehmer und Rentner (Gesundheitsmodernisierungsgesetz), aber auch Arbeitslose (Hartz Gesetze) Verbraucher, also Konsumenten sind. Nimmt man ihnen Geld ab, fehlt dieses Geld im Wirtschaftskreislauf und verursacht damit Steuerausfälle, vor allem bei der verbrauchsabhängigen Mehrwertsteuer. Diese Methode erinnert mich an einen Bananenverkäufer, den ich in meiner Jugend auf dem Markt erleben durfte. Während er lautstark Qualität und Menge seiner Ware anpries, nahm er geschickt eine Banane von unten aus dem Stapel und legte Sie oben mit den Worten: "Und noch eine obendrauf" auf den Bananenstapel. Schröder und Eichel verwenden diesen Taschenspielertrick in modifizierter Weise. Sie nehmen unten die Banane weg, legen aber nur noch die leere Schale auf den Stapel und werfen die Frucht den gierigen Bananenfressern zu, die am Rande lauern. Einige der Bananenfresser kennt man mit Namen: Rogowski, Hundt, Henckel, Sinn etc. Oder übersehen wir etwas? Sind unsere Politiker gar nicht so dumm, wie es aussieht? Sind die Aussagen der Politiker nur Ausflüchte, weil Sie längst den Staat an die WTO oder das Lissabonner Programm verkauft haben? Zwar unterhält der Staat einen Mitarbeiterstab von 6 Millionen Arbeitern und Angestellten, doch offensichtlich sind diese Menschen für analytische Aufgaben ungeeignet. Deshalb werden für Projekte, die auch ein Ergebnis bringen sollen, Externe (das sind Mitarbeiter von Fremdfirmen, für die so im Schnitt 100 bis 300 in der Stunde gezahlt werden) herangezogen. Diesmal dagegen musste es schon eine Elite sein. Die Themenkreise um die Agenda 2010 sollten von Menschen gelöst werden, deren klangvolle Namen und Titel offensichtlich über die Unfähigkeit einer reellen Beurteilung hinwegtäuschen sollten. Liest Lieschen Müller oder Hugo Schmitz den Titel Prof. Dr. Dr. h. c., ist er sofort von der Allwissenheit der Titelträger überzeugt. Hier können Sie "ehrfurchtsvoll" die Mitgliederliste der Rürup-Kommission bewundern. Was die Mitarbeit wohl gekostet hat? Da die eigenen 6 Millionen Mitarbeiter für komplexe Aufgabenstellungen in den Augen des Kanzlers ja offensichtlich ungeeignet sind, hat man ein "Expertenteam" aus Wirtschaft, Gewerkschaft und Wissenschaft gebildet. In diesem Expertenteam gab es allerdings nur einen gemeinsamen Nenner: Keiner war je in der Situation eines Arbeitlosen oder Sozialhilfeempfängers. Keiner kannte echte Armut. Ja, die meisten hatten vermutlich auch noch nie in ihrem Leben an etwas anderem gearbeitet, als an ihrer eigenen Karriere. Das Wort Armut überhaupt zu benutzen, ist unschicklich in Deutschland. Wer es doch tut, wird immer auf die so genannte Dritte Welt verwiesen, wo echte Armut herrscht. Dabei stellt sich aber die Frage, ist es die Aufgabe eines reichen Landes wie Deutschland, seine Bürger erst in die gleiche Armut zu führen, wie sie in den Drittweltländern herrscht? Oder wäre es nicht sinnvoller, Projekte aufzusetzen, die diesen Ländern aus der Armut helfen? Nur wenige dieser Länder sind wirklich arm. Die Armut der Bevölkerung wird durch vom Westen unterstützte und korrumpierte Diktatoren hervorgerufen. Mit deren Hilfe gelingt es "global agierenden Konzernen" die Bevölkerung der Drittweltländer auszubeuten. Zusätzlich werden evtl. vorhandene Bodenschätze gnadenlos geplündert. Unser Land fördert diese Machenschaften, wie es alle westlichen Länder tun. Schon aus diesem Grunde ist ein solcher Vergleich zynisch. Dabei benötigt man keine Vergleichswerte. Arm ist jeder, dessen Einkommen nicht reicht, den täglichen Bedarf zu stillen. Der tägliche Bedarf ist mehr als nur der Billigeinkauf bei ALDI oder LIDL. Zum täglichen Bedarf gehört ein Mindestmaß an kulturellem Gut und nicht nur die Primitiv-Unterhaltung, die inzwischen bei fast allen kommerziellen Sendern das Abendprogramm ausmacht. Zum täglichen Bedarf gehören Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten außerhalb der schon angesprochenen Primitivität verbreitenden Fernsehsender. Zum täglichen Bedarf gehört die Möglichkeit der Mobilität, die nicht zwangsweise in Form eines eigenen Kraftfahrzeuges, aber zumindest in Form bezahlbarer öffentlicher Verkehrsmittel vorhanden sein muss. Und, die wichtigste Komponente, zum dringendsten und wichtigsten Bedarf gehört es, Kindern trotz der einengenden Verhältnisse im Elternhaus die Möglichkeiten einer ihrem Intellekt entsprechenden Ausbildung zukommen zu lassen. Die nordischen Länder wie Schweden und Dänemark haben erkannt, dass Kinder armer Eltern ohne die schützende und fördernde Hand des Staates von vorneherein dazu verdammt sind, im Milieu zu verbleiben. Sie sind chancenlos. Dort hat man Konzepte und Einrichtungen erstellt, Kinder aus sozial schwachen Familien in gleichem Maße zu fördern, wie Kinder aus bürgerlichen oder elitären Häusern. Aber ich bin abgeschweift. Unser aller Kanzler hat noch eine Kommission eingesetzt und als Leiter der Kommission wurde der VW Personalmanger Hartz eingesetzt. Ihm zu Seite standen Leute von Rang und Namen aus Gewerkschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Ein wenig seltsam mutet dabei allerdings an, dass in dieser Kommission eine Reihe Personen bzw. Vertreter von Unternehmen vertreten waren, die sich in der Vergangenheit durch die Vernichtung von Arbeitsplätzen und nicht durch deren Schaffung ausgezeichnet hatten. Schauen wir uns die Herrschaften mal an, die von Bundeskanzler Schröder als Kommission für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt eingesetzt wurden: Ich verzichte darauf, auch die anderen Beteiligten dieser Kommission genauer vorzustellen. Fest steht, kein Mitglied der Kommission hat praktische Erfahrung in Bezug auf Arbeitslosigkeit. Kein Mitglied der Kommission hat praktische Erfahrung in Bezug auf ein Leben am unteren Limit. Ein Teil dieser Menschen sind reine Theoretiker, die noch nie praktisch gearbeitet haben. Und der Leiter dieser Kommission? Lesen Sie dazu meinen Beitrag Dr. Peter Hartz, der Mann mit den zwei Gesichtern. Die Tatsache, dass Professoren in der Kommission sind, besagt nicht zwangsweise, dass damit auch intelligente Konzepte entstehen müssen. Viele heutige Professoren haben erkannt, dass ein opportunes Verhalten zur Wirtschaft viel lukrativer ist, als soziales Verhalten. Hinzu kommt, dass sie meistens gute Rhetoriker sind. Rhetorik kommt aus dem Griechischen und meint die Redekunst. Einfacher ausgedrückt ist es die Begabung, selbst negativste Entwicklungen noch positiv darzustellen. Natürlich hat diese hochkarätige Mannschaft nicht festgestellt, dass der technische Fortschritt immer weniger menschliche Eingriffe erforderlich macht und deshalb für die noch zu leistende Arbeit eine andere Verteilung erforderlich wird. Nein, das wäre zu einfach gewesen. Zwar stand das in keinem offiziellen Papier, aber jeder in der Kommission kannte die definitiven Vorgaben, die als Begründung im Ergebnispapier stehen sollten:
Man könnte sicherlich noch mehr anführen, aber das Wenige reicht schon. Denn daraus wird ersichtlich, Betroffen von Hartz IV sind nicht nur die Arbeitslosen. Betroffen ist jeder Arbeitnehmer, der nicht gerade im öffentlichen Dienst beschäftigt ist. Doch auch diese Gruppe ist bereits ins Visier des Herrn Schily geraten. Bei Siemens, Opel, DaimlerChrysler, Karstadt, Schlecker, VW und und und ... sind die ersten Auswirkungen bereits zu spüren. Dort wurde mit erpresserischen Mitteln erreicht, dass die Beschäftigten wieder mehr arbeiten, allerdings ohne Lohausgleich. Hört man die Argumentation, fragt man sich, ob unsere Elite nur noch aus Schwachsinnigen besteht. Hier einige Argumente aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft:
Ich erspare mir weitere Aufzählungen, weil jeder weiß, was ich meine. Ein Motto war für die Hartz-Kampagne schnell gefunden: Fördern und Fordern. Fordern heißt: "Entweder ihr arbeitet, oder wir machen Euch zum Spielball für Beamtenfrust". Fördern heißt soviel wie: "Was, keinen Job gefunden? macht nichts, wir haben 1 Euro Jobs für Euch". Aber so wurde es natürlich nicht nach außen getragen. Dort war "Fördern" die Komponente unmittelbarer und ständiger Betreuung (vergleichbar wohl in der Realität mit einer Domina in einem Sado/Maso Studio) ![]()
Ich belasse es bei den kurzen Stichpunkten, denn sie reichen, eines klar zu machen. Diese Kommission wollte keine Arbeitsplätze schaffen, sondern einen neuen Arbeitsmarkt etablieren, einen Arbeitsmarkt, der unterhalb aller Tarifverträge angesiedelt ist. Und damit kommen Sie, der Arbeitnehmer, der glaubt, das ginge ihn nichts an oder der diese Maßnahmen sogar begrüßt, ins Spiel. Denn die Frage ist, wann diese Maßnahmen Ihren Arbeitsplatz vernichten und Sie in das Herr der anonymen Masse der Arbeitslosen stürzen. Es betrifft Sie, denn das Heer der Arbeitslosen wird vom Kapital inzwischen rücksichtslos eingesetzt, Arbeitnehmern zum Lohnverzicht oder zur Mehrarbeit zu erpressen. Sie glauben das nicht? Dann hat Clement richtig kalkuliert. Er wusste, dass Sie die Versprechungen, die Hartz bei der Veröffentlichung des Konzepts gemacht hat, nach 1 bis 2 Jahren wieder vergessen haben. Aber ich erinnere Sie. Keine der von Hartz gemachten Prognosen ist eingetroffen. Mit den vorgenannten Mitteln sollte die Arbeitslosigkeit innerhalb von 3 Jahren halbiert werden. Real ist die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen.Unter dem Titel "Putsch von ganz oben" hat der Stern am 21.10. 2004 auf Seite 64 ein Essay von Arno Luik veröffentlicht, wo unter anderem diese Aussage zu lesen war:
Denn der Sozialstaat ist - wie die Reformfreunde
gebetsmühlenartig wiederholen
- der Quell allen Übels: Er ist
wachstums- und leistungsfeindlich, er
lähmt die Eigeninitiative; er ist viel zu
teuer, es ist kein Geld mehr da! In kapitalistischen Ländern wurde das Versagen des Kommunismus und des Sozialismus höhnisch kommentiert. Jetzt zeigt sich aber die Schwäche des Kapitalismus. Auch er ist nicht auf Dauer praktikabel. Das liegt an dem System der Finanzwirtschaft. Zins und Zinseszins sind tödliche Instrumente. Bei einem Zins von 7% verdoppelt sich das Kapital in ca. 10 Jahren. Jetzt rechnen Sie nach, nach 20 Jahren hat sich das Kapital vervierfacht, nach 30 Jahren achtfach, nach 40 Jahren sechzehnfach u.s.w. Erkennen Sie den Widersinn? der hier aufgezeigte Verdopplungswert wird auch als exponentielles Wachstum bezeichnet. Vielleicht wäre das nicht so schlimm, aber das über Zinsen erwirtschaftete Kapital hat keinen produktiven Charakter. Bedenken Sie: Zinsen bekommt man nur, wenn ein anderer dafür Schulden macht und diese Schulden mit Zinsen zurückzahlt. Die Unternehmen, die heutzutage weitgehend Kreditfinanziert sind, schlagen die Zinsen, aber auch die Tilgung auf die Preise auf. Die Schulden der Unternehmen werden auf ca. 4 Billionen geschätzt. rechnen Sie nach, wie hoch der Zinsanteil beim Warenumschlag sein muss. Gehen Sie einfach von einem Zins von ca. 5% aus. Das macht (ohne Tilgung) ca. 200 Milliarden an Zinsen aus. Das ist ca. 10% des BIP. Diese Zinsen zahlen wir, Sie und ich, jeder von uns. Die Tilgung der Kreditkosten auch. Über die Preise. Die ca. 70 Milliarden Zinsen, die Bund, Länder und Kommunen zahlen müssen, kommen sozusagen als Garnierung oben drauf. Glauben Sie immer noch, dass es die hohen Lohnkosten und Lohnnebenkosten sind, die verantwortlich für die Situation in Deutschland sind? Es ist eindeutig das Finanzwirtschaftssystem. Jetzt kommt ein weiteres Handicap hinzu. Konnte früher ein Finanzminister über die inländische Währung Einfluss auf den Geldwert nehem, kann das nach der Währungsunion nur noch die Europäische Zentralbank. Nur, sie wird nicht auf ein einzelnes Land blicken, sondern auf alle Länder. Und diese Wirtschaftsräume sind weitaus unterschiedlicher als früher zu DM-Zeiten die Länder der Bundesrepublik. Wendet man ein wenig Logik an, müsste man zu dem Schluss kommen:
Würde man so vorgehen, würde ich im Gegensatz zu den Gewerkschaften nicht einmal für vollen Lohnausgleich, sondern für paritätische Aufteilung der Belastung plädieren. Eine schon kurze Zeit später mögliche Steuersenkung und die Senkung der Lohnnebenkosten würde für beide, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, den kurzzeitigen Verlust wett machen. Flankierende, d. h. unterstützende Maßnahmen im Sektor der Niedriglöhne würde auch in diesem Bereich eine faire Alternative bieten. Wenn unsere hoch bezahlten Kommissionsmitglieder und unsere überbezahlten Politiker (gemessen an ihrer Leistung) nicht zu diesem Ergebnis kommen, sondern stattdessen eine Brutalverwaltung der Arbeitslosigkeit anstreben, muss man die Gründe woanders suchen. Das ist keine Dummheit, sondern politisches Kalkül, ausgerichtet auf die Forderungen des Neoliberalismus, die da heißen:
Nur über einen Punkt hat man wohl noch nicht nachgedacht, wer die erzeugten Produkte kaufen soll. Und darum, wenn Sie noch einen Job haben und glauben, das alles gehe Sie nichts an, Sie irren sich. Dieser Staat stößt die Menschen in den Sumpf und wenn man sich wie weiland Münchhausen am Schopf aus dem Sumpf herausziehen will, stellt man fest, dass man unten angekettet ist. Dieses Jahr waren es die Rentner, nächstes Jahr sind es die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger und nach der Bundestagswahl 2006 geht es an die, die noch ein wenig haben. Und das sind Sie: Der kleine Angestellte, der Arbeiter, aber auch die Bediensteten des ÖD. Ich erinnere an den Eingangssatz und an meine Schlussfolgerung: Aussitzen. Die Montagsdemonstrationen waren der Aufschrei der Massen. Jetzt setzt die Bequemlichkeit und die Gewöhnung wieder ein. Und unsere Politiker können weitermachen und grinsend rekapitulieren, dass die Masse nicht nur als blöd bezeichnet wird, sondern blöd ist. Dass die Masse nicht begreift, dass die Hartz-Gesetze die Plattform des Unrechts sind, ein Fundament, auf dem weiteres Unrecht aufgebaut werden soll. Wenn Sie noch glauben, in einer Demokratie zu leben, ist Ihnen nicht mehr zu helfen. Keine wirklich demokratische Regierung könnte und würde sich erlauben, derart viele Verstöße gegen die Grundrechte, verankert im Grundgesetz, zu begehen. In einer Demokratie würden Behörden nicht zu definitiv ungesetzlichen Mitteln greifen, um staatliche Forderungen durchzusetzen. Das gibt es nur in Diktaturen und diese Regierung hat einen großen Schritt in diese Richtung getan. Und wenn es Sie erwischt, nutzt Ihr Aufschrei nichts mehr, denn der Gewöhnungseffekt und die Resignation sind dann viel zu weit fortgeschritten. Wir, die Masse, könnten unseren Politikern zeigen, dass ihre Kalkulation nicht aufgeht. Die Demonstrationen müsste nicht nur weiter gehen, sondern zusätzlich anschwellen. Arbeitnehmer müssten sich anschließen, weil jeder morgen in der gleichen Situation sein kann. Gruppierungen, die aus den Demonstrationen Kapital schlagen wollen, wie MLDP, DKP, Trotzkisten, aber auch die rechte Szene, sollte man zum Teufel jagen. Nicht als Personen, sondern als Reklameträger mit Transparenten. Das gilt auch für Gruppierungen wie die Gewerkschaften oder die PDS. Gewerkschaften waren in den Kommissionen vertreten, Gewerkschaften haben an den erfolgreichen Erpressungen der Wirtschaft ihren Anteil. Die PDS setzt dort, wo sie in politischer Verantwortung ist, Hartz rigoros um. Deshalb ist es Heuchelei, wenn Gewerkschaften und PDS das Unrecht herausstellen, in Wirklichkeit aber nur Reklame für ihre Gruppierung machen wollen. Deshalb: Beteiligung an Demonstrationen nur als Bürger, nicht als Mitglied einer politischen, gewerkschaftlichen oder religiösen Gruppierung, denn die Manager dieser Gruppierungen vertreten letztendlich den Anspruch der Regierung und des Kapitals. Doch das, fürchte ich, ist nur ein Traum von mir, der Traum vom mündigen Bürger.Irgendwann stellen aber auch unsere Damen und Herren Politiker erstaunt fest, dass sie sich selbst überflüssig gemacht haben. Dann haben wir eine neue Herrenrasse, diesmal nicht nach arischem Muster, sondern einfach abhängig von der Größe des Vermögens. Politiker sind dann das offiziell, was sie inoffiziell schon heute sind: 1">Handlanger des Kapitals. |