12. Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei - Maßnahmen
12.1 Gentechnologie ist die Erforschung neuer Sequenzen der DNS, Gentechnik oder grüne Biotechnologie bezeichnet Modifikation der DNS-Stränge. Die grüne Biotechnologie bezeichnet dabei die Manipulation von Pflanzengenen. Als Begründung wird vor allem der Welthunger angeführt, der durch die höheren Erträge bei und teils auch durch größere Früchte bekämpft werden könnte. Außerdem sei es möglich, durch genetische Veränderungen oder die Implantierung von Toxinen Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge zu erzeugen.
Auch mit menschlicher und tierischer DNS wird experimentiert. Mit der Maissorte MON810 ist der Anbau von gentechnisch manipuliertem Mais in Deutschland erlaubt worden. Die Saatgutmittelindustrie strebt intensiv danach, weitere genmanipulierte Pflanzen für den industriellen Anbau genehmigt zu bekommen.
Die Partei “DIE BASIS” sieht in der Gentechnologie wenig Nutzen, aber große Gefahren, die in einigen Bereichen auch schon zutage getreten sind und setzt sich dafür ein, dass die Abhängigkeit der Landwirtschaft von der gentechnischen Bioindustrie abgeschafft wird.
12.2 Auf biotechnische Verfahren und die biotechnischen Produkte werden weltweit Patente erteilt und die Verwendung der Produkte muss lizensiert werden. Bei Hybriden oder Terminator-Pflanzen ist der produzierte Samen nicht mehr keimfähig, muss also immer wieder von den Herstellern gekauft werden. Bei keimfähigen Biotechpflanzen darf das selbst gewonnen Saatgut nur gegen Entrichtung einer Lizenzgebühr verwendet werden. Das widerspricht allen marktwirtschaftlichen Gesetzen und gesundheitsbewusster Lebensführung und hat die Kontrolle der Lebensmittelproduktion durch multinationale Konzerne zur Folge. Damit wird die Sicherheit der Lebensmittelproduktion von Grundnahrungsmitteln der Willkür von Unternehmen geopfert.
12.3 Die Gefahren der horizontalen Verbreitung der biotechnischen Pflanzen durch Pollenflug oder die Bestäubung durch Insekten kann andere Felder, aber auch Wildpflanzen verunreinigen. Kann der Landwirt eines derart befallenen Feldes nicht nachweisen, dass er kein biotechnisches Saatgut ausgebracht hat, muss er Lizenzgebühren zahlen (so mannigfaltig geschehen in Kanada und Argentinien ). Ein besonders rigides Vorgehen wird dabei der Fa. Monsanto nachgesagt. Es gibt zahlreiche weitere Gründe, die gegen den Anbau von genmanipulierten Pflanzen sprechen.
Die Partei “DIE BASIS” tritt dafür ein, dass mittels Beweislastumkehr die Beweisführung bei den Unternehmen der Saatguthersteller liegt und diese bei Kontaminierung schadenersatzpflichtig sind.
12.4 Die Auswirkungen auf menschliche oder tierische Organismen durch den Verzehr von biotechnisch veränderten Pflanzen ist weder durch Langzeitversuche belegt noch findet sie in bereits nachgewiesenen Fällen ausreichende Beachtung. In einem Urteil wurde das bewiesene Sterben von Bienenvölkern in unmittelbarer Nähe von Feldern mit biotechnisch veränderten Pflanzen nicht als allgemeine Gefährdung der Gesundheit betrachtet, sondern die Imker aufgefordert, ihre Bienenkulturen an anderen Plätzen anzusiedeln. Die Partei “DIE BASIS” wertet das als Beweis, dass weder in der Politik noch in der Justiz die erforderliche Sensibilität für das Gefährdungspotential biotechnisch veränderter Pflanzen zu erkennen besteht oder daraus Maßnahmen zur Sicherheit für die Gesundheit der Bevölkerung und den Erhalt der Flora und Fauna abgeleitet wurden und werden.
12.5 Aus Sicht der Partei “DIE BASIS” hat sich bisher über einen längeren Zeitraum immer wieder herausgestellt, dass der Mensch nicht klüger ist als die Natur. Welche Langzeitwirkungen die Genmanipulation zeitigen kann, wird nicht erforscht, aber selbst in der kurzen Zeit hat sich schon in verschiedenen Bereichen die Gentechnologie als negativ erwiesen.
Aus diesem Grund spricht sich die Partei “DIE BASIS” für ein Verbot des Anbaus von gentechnischen Pflanzen, der Einfuhr von Produkten aus genmanipuliertem Anbau aus, auch für Beimengungen zum Futtermittel in der Tierhaltung. Auch die Produktion von genmanipuliertem Saatgut soll in Deutschland verboten werden.
Die Partei “DIE BASIS” tritt dafür ein, dass im Falle grenznahen Anbaus oder durch sonstige grenzüberschreitende Verbreitung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel Schadenersatzansprüche gegenüber der entsprechenden Herstellerfirma eingeleitet werden soll; die Beweislast liegt bei der Herstellerfirma.
12.6 Landwirtschaft ist die Grundlage der Ernährung des Menschen. Hierbei muss jedoch ein Gleichgewicht zwischen der Natur und den Interessen der Menschen angestrebt werden. Aufgrund des natürlichen Interesses eines jeden Einzelnen an gesunder und günstiger Nahrung müssen die Verkaufspreise für Nahrungsprodukte auf einem niedrigen Niveau ohne Qualitätsverlust gehalten werden.
Stilllegungssubventionen für Felder oder die Verringerung von Anbaukapazitäten sind hierzu kein geeignetes Mittel, sondern dienen lediglich der Ausweitung industrieller Landwirtschaft bei gleichzeitigem Qualitätsverlust.
Der “Markt” macht keinerlei Versuche, dieses Problem zu lösen. Mit spekulativen Optionsgeschäften wurden im Gegenteil Börsenmanipulationen und die bewusste Verknappung von Nahrungsmitteln angeheizt und damit die Ernährungslage in weiten Gebieten des Planeten drastisch verschlechtert ( siehe 10.009 ). Nahrungsmittel sind keine Spekulationsobjekte für kurzfristige Gewinninteressen.
Daher tritt die Partei “DIE BASIS” für eine aktive Förderung einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Landwirtschaft ein, die die Erzeugerpreise niedrig hält und den Landwirten aber ein adäquates Einkommen sichert.
12.7 Landwirtschaft ist in jeder Hinsicht von grundlegender Bedeutung. Zum einen stellt sie die Ernährung sicher zum anderen bedarf sie großer Mengen an Wasser. Wasser ist schon heute ein knappes Gut und wird voraussichtlich durch industrielle betriebene Landwirtschaft in Verbindung mit geophysikalischen Veränderungen (Klima) zu einer Verknappung, wenn nicht gar zur Bedrohung der Trinkwasserreserven in der Zukunft führen. Düngemittel und Pestizide verseuchen heute schon die Basis der Trinkwasserversorgung, das Grundwasser.
Daher müssen Alternativen zu diesen Anbaumethoden entwickelt werden, die zum einen den Verbrauch von Trinkwasser generell verringern und zum anderen den Einsatz von chemischen Mitteln reduzieren, um die weitere Verschmutzungen der Umwelt zu verhindern.
12.8 Landwirtschaft zur Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung und technische Verwendung von Nahrungs- Rohstoffen schließen sich gegenseitig aus.
Die Partei “DIE BASIS” tritt dafür ein, dass die technische Verwendung von Nahrungs- Rohstoffen verboten wird; es wird vielmehr der Schwerpunkt auf die technische Verwendung von natürlichen Abfallprodukten gefördert werden.
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