| Navigation aus Navigation an | Erstelldatum: 27.04.2006 | |||||
PPP-Modell SchulsanierungAuf den Rat von Dieter Stobbe (Beratungsdienste Stobbe, Sachs, Nymoen GbR ) und Anette Fugmann-Heesing (ehemalige Finanzsenatorin von Berlin, die sich auch um die Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke mit den Konzernen RWE und Violia unrühmlich verdient gemacht hat) wurde im Kreis Offenbach die Bewirtschaftung und Sanierung der insgesamt 90 Schulen in einem PPP-Modell ab 01.01.2005 beschlossen und von Landrat Peter Walter verkündet. Die Beraterfirmen (Consulting) Bilfinger-Berger und Freshfields-Bruckhaus-Deringer (BBD) arbeiteten den mehrere Tausend Seiten starken geheimen Vertrag (40 volle Aktenordner) für einen Honorar von 30 Millionen € aus. Als private Partner für die Ausführung treten die Unternehmen Hoch-Tief AG (49 Schulen für 410 Millionen €) und die facility management Firma SKE (41 Schulen für 370 Millionen €) an. Die Sanierung der Schulen soll in einem Zeitraum von 5 Jahren abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten in Höhe von 780 Millionen € tilgt der Kreis Offenbach in 15 Jahren in gleich bleibenden Raten (pro Jahr 52 Millionen €). Auf die Ausführung wie Beauftragung von Subunternehmen, Kapitalbeschaffung etc. hat der Kreis keinerlei Einfluss. Der Kreis Offenbach hat damit eine Verschuldung über 15 Jahre in einer Gesamthöhe von 780 Millionen € vorgenommen, die aber in der Schuldenausweisung des Kreises nicht erscheint. Andererseits sind damit 52 Millionen € jährlich über den Zeitraum von 15 Jahren als fest gebundene Ausgaben von den Einnahmen des Kreises in Abzug zu bringen. Ob und inwieweit sich der Landesrechnungshof mit dem Vertragswerk befasst oder befasst hat, ist mir nicht bekannt.
Insgesamt also 780 Millionen, zuzüglich 30 Millionen, welche die beratenden Consulter als Honorar bekamen. Dafür haben sie ein über 4.000 Seiten umfassendes Vertragswerk geschaffen, das aber geheim bleibt, natürlich aus Datenschutzgründen. Bisher wurden ca. 6,5 Millionen jährlich ausgegeben, jetzt will man 54 Millionen (wenn ich die 30 Mio Beratergebühr mit einrechne) ausgeben und behauptet, das wäre noch eine Ersparnis von 19 % gegenüber der Eigenbearbeitung. Allerdings wird nicht erklärt, wo das Einsparungspotential liegt. Auch die sonstigen Versprechen wie Mitarbeiterübernahme, Einbindung regionaler Unternehmen als Subunternehmer (bei Bedarf) sind hohle Versprechungen. | ||||||