Bretton-Woods-Systems

Das Bretton-Woods-Abkommen wurde 1944 von 45 UN-Staaten unterzeichnet. In diesem Abkommen wurde als internationale Leitwährung der US-Dollar festgelegt, der damals noch auf Goldstandard beruhte (Jeder Bürger konnte Bargeld jederzeit gegen Gold eintauschen).
Beschlossen wurde der White-Plan, in dessen Mittelpunkt der US-Dollar stand. Dessen Wert war gegenüber dem Gold auf 35 $ je Unze festgelegt und es bestand eine Verpflichtung der US-Zentralbank, Dollar in Gold einzulösen. Die anderen Mitglieder des Systems vereinbarten starre Wechselkurse gegenüber dem Dollar. Das System war demnach asymmetrisch gestaltet: Die USA waren völlig autonom in ihrer Währungs- und Geldpolitik, während alle anderen Mitglieder des Bretton-Woods-Systems ihren Wechselkurs gegenüber dem Dollar durch Devisenmarktinterventionen sicherstellen mussten. Nur wenn sich dauerhafte Ungleichgewichte ergaben, konnte im Rahmen einer internationalen Vereinbarung der Wechselkurs verändert, also auf- oder abgewertet werden.
Als Instrument für Eingriffe, falls das System eine Schieflage bekommt, wurde der Internationale Währungsfond (IWF) gegründet. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wurde die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) gegründet, die heute Kredite für Entwicklungspolitik bereitstellt.
Es war die Absicht der Konferenz, globale Instanzen zu schaffen, die den Wohlstand fördern und so zum Frieden beitragen würden. Zu diesem Zweck sollte ein Welthandelssystem gegründet werden, dass die Zielsetzung eines fairen und gleichberechtigten Handels für alle Staaten beinhaltete. Die Gründung der ITO (International Trade Orgenization) scheiterte am Veto der USA. Statt dessen wurde das GATT gegründet (heute WTO).
Betont wurde in der Abschlusserklärung, dass alle Staaten sich an die Spielregeln zu halten hätten, denen sie zugestimmt hatten. "Wenn ... eine kleine Gruppe von Nationen versucht, ... für sich Handelsvorteile zu erreichen, entstehen ... Schäden für die übrigen nationalen Wirtschaften".
Kaum hatten die westlichen Nationen das Wirtschaftstief der Nachkriegsjahre überwunden, begannen sie, genau jene Vorteile für sich zu erwirken. Der IWF verkam zu einem Instrument der Durchsetzung der neoliberalen Globalisierung. Das GATT, heute abgelöst durch die WTO, verschärft diese Tendenz noch weiter. Das Bretton Woods Trio (BWT), bestehend aus IWF, Weltbank und WTO, hat zwar kein demokratisches Mandat, aber die Macht, gestützt durch die G7-Staaten. Ausschlaggebend sind die reichen Nationen, die armen sind praktisch machtlos.