Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 25.01.2011

Lebensmittel teurer

In der Presse war zu lesen, dass wir uns auf einen erheblichen Anstieg der Preise gefasst machen können, nachdem schon im Vorjahr die Preise kräftig angezogen haben.

Bereits vor zwei Wochen gab es die Schlagzeile, dass die Großhandelspreise im Dezember 2010 um bis zu 9,5% höher lagen, als im Dezember 2009 (Preislawine rollt im Großhandel). Irgendwie finde ich es seltsam, dass der Großhandel diese Preissteigerungen nicht an den Einzelhandel und damit an den Endverbraucher weitergegeben hat. Wie auch immer, in diesem Jahr wird er es tun.

Die heutigen Informationen, angeblich lt. statistischem Bundesamt, sind zwar ein wenig moderater, aber nichtsdestotrotz werden wir entschieden mehr in diesem Jahr zahlen. Natürlich hat der Umstand, dass für die 5-prozentige Steigerung des Anteils von Ethanol beim Benzin eine Menge an Anbauflächen nicht mehr für die Lebensmittelproduktion, sondern nun für den Tank erforderlich wird, nichts damit zu tun! Oder vielleicht doch?? Aber nein! Die Überschwemmungen und Naturkatastrophen (Waldbrände in Russland und die Überschwemmungen in Pakistan, Indien und China ) in allen Teilen der Welt sind schuld, wie uns der vorstehende Artikel erklärt. Wenn das so stimmt, kann man nur konstatieren, Globalisierung ist … (wie heißt den noch diese meist braune und meist weiche Masse, die ich meine??).

Betrachtet man diese Aussagen, die letztlich auch der Supermutti von der Leyen bekannt geworden sind, und zwar früher, als die Presse darüber berichtete, dann wird die Perversion der 5 Euro mehr für die Empfänger von Hartz IV besonders deutlich. Und wenn dann Mitte des Jahres bei viel Glück die Rentner vielleicht wieder 1% Erhöhung bekommen, deckt auch das nicht einmal ansatzweise die anstehenden Mehrkosten für den täglichen Bedarf, auch unter dem Aspekt gesehen, dass die Rentner ja auch seit Januar 0,3% höhere Krankenkassenbeiträge zahlen, wofür sie natürlich auch weniger medizinische Leistung bekommen. Auch die Hartz IV Transferempfänger werden wohl in diesem Jahr von den Krankenkassen zusätzlich zur Kasse gebeten, dank Herrn Röslers "Zusatzbeiträgen in unbegrenzter Höhe".

Die Presseberichte über die Preiserhöhungen waren mal wieder nicht viel mehr, als die Verbreitung einer Meldung der Presseagenturen, nur unwesentlich aufgehübscht. Ich habe mir den Spiegel vorgenommen, weil dessen Kommentarfunktion auch ein wenig Platz einräumt. Er titelte seinen Artikel: Lebensmittelpreise steigen stark an. Amüsant dabei der erste, fett gedruckte Absatz mit den Worten: "Butter: sogar plus 23,7 Prozent" und im folgenden Absatz ist dann zu lesen: "So wurden Butter und Milch im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent teurer." Na ja, da ist wohl der Praktikant beim Übertragen der Presseagenturmeldung in den "Leitartikel" versehentlich in die falsche Spalte der Agenturmeldung gerutscht.

Wie auch immer, interessanter als der eigentliche Artikel waren die Kommentare. Die Zahl der sachlichen Kommentare hielt sich sehr in Grenzen. In der Regel wurde wieder aufeinander eingedroschen, auf Teufel komm raus. Nur Fakten fehlten. Da schreibt der eine, dass wir Deutsche es den Angewohnheiten anderer Länder nachmachen sollten, die 20% ihres Einkommens für das Essen aufwenden. Sicher, es gibt Aussagen dieser Art, aber wie sinnvoll sind sie? Da ist der Single, der ein Nettoeinkommen von 60.000 € im Jahr hat. Würde er 20% seines Einkommens für das Essen ausgeben, wären das 12.000 € im Jahr oder 1.000 € im Monat. Es ist nicht anzunehmen, dass er diesen Betrag wirklich fürs Essen aufwendet, zumindest nicht, wenn er Selbstversorger ist und wohlmöglich noch in einem Unternehmen mit eigener Kantine arbeitet.. Demgegenüber steht der Durchschnittsrentner mit eine Rente von ca. 1.100 € im Monat oder die Durchschnittsrentnerin mit gerade mal 700 € monatlich. Von diesem Geld müssen sie noch alle Kosten tragen, die auch zur Lebenshaltung gehören, also Miete und Mietnebenkosten, Versicherung, evtl. anfallende Fahrtkosten, Telefon, Stromkosten, anfallende Reparaturen und Kosten für Haushaltsmittel, die man eben nicht essen kann. Was ihm/ihr dann verbleibt, geht zu fast 100% für Lebensmittel drauf.

Dieses kleine Beispiel soll verdeutlichen, dass solche statistischen Aussagen nicht das Papier wert sind, auf das sie geschrieben werden. Ich komme allmählich zu der Überzeugung, dass die meisten Statistiken weniger der Information als eher der Stiftung von Verwirrung dienen sollen. So interpretiere ich die folgende Statistik. Eine aktuellere Fassung habe beim stat. Bundesamt nicht gefunden. Zunächst der begleitende Text dazu:

    33.700 Euro Nettoeinkommen durchschnittlich je Privathaushalt

    Quelle: Stat. Bundesamt

    WIESBADEN – Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes verfügten die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2005 durchschnittlich über ein Nettoeinkommen von 33.700 Euro. Gegenüber 1991 (26.000 Euro) ist dies ein Anstieg um 30%. Real, das heißt nach Abzug der Preissteigerungen für die Lebenshaltung, stand den Haushalten 2005 im Durchschnitt 2% weniger Einkommen zur Verfügung als 1991. Die tatsächlichen Einkommen der einzelnen Haushalte können erheblich von den dargestellten Durchschnittswerten nach oben oder unten abweichen. Ermittelt wurden die Daten im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

    Eine Untergliederung der Haushalte nach der sozialen Stellung des Haupteinkommensbeziehers zeigt folgende durchschnittliche Netto-Jahreseinkommen je Haushalt:

    Haushalte nach sozialer
    Stellung des Haupt-
    einkommensbeziehers
    1991 2005Verände-
    rung in %
    Euro je Haushalt
    Privathaushalte insgesamt
    26.000
    33.700
    30
    Haushalte von      
       Selbstständigen
    77.200
    106.900
    38
       Arbeitnehmern
    27.300
    35.900
    32
         Beamten
    33.700
    42.800
    27
         Angestellten
    29.000
    38.200
    32
         Arbeitern
    24.100
    30.200
    25
       Nichterwerbstätigen
    16.500
    21.200
    28

Nun, die Tabelle zeigt die durchschnittlichen Einkommen der Haushalte, deren Gesamtdurchschnitt 33.700 € betragen soll, hier nun diversifiziert nach verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen. Aber die Rede ist von "Haushalten" und es wird offenbar nicht zwischen einem 1-Personenhaushalt und einem 10-Personenhaushalt unterschieden. Und was sagen die Beträge nun wirklich aus. Wer sind die Nichterwerbstätigen? Dass die Einkommen von Angestellten in der Regel höher als die von Arbeitern sind, ist wohl allgemein bekannt. Interessant ist schon eher, dass die "Haushalte" von Beamten erheblich über denen der Arbeitnehmer liegen. Nur, was sind Beamte? Wir haben Kommunalbeamte, Landesbeamte und Bundesbeamte und sie haben unterschiedliche Tarifstrukturen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Laufbahngruppen und ich denke, dass es lediglich der gehobene und der Höhere Dienst ist, der hier den Durchschnitt nach oben treibt.

Wie sieht das bei den Selbständigen aus? Werden hier Leute wie die Karl Albrecht, Susanne von Klatten, Liz Mohn, von und zu Guttenberg, Roland Berger, Josef Ackermann oder AWD-Chef Maschmeyer und deren Einkommen einbezogen, dann wäre der Einkommensdurchschnitt der Selbständigen nichts als eine Lachnummer.

Wer sind die Nichterwerbstätigen? Sind das nur Arbeitslose und Rentner? Man sieht. Wir haben eine Statistik mit klaren Zahlen und aus diesen Zahlen scheint hervorzugehen, dass es uns eigentlich gut geht. Aber diese Statistik hat aus meiner Sicht keinerlei statistischen Wert, denn es fehlen wichtige Parameter. Kein Mensch hat was davon, dass der/die Deutsche ein Durchschnittseinkommen von 33.700 € hat, wie es die Pressemeldung suggeriert. Die einzige Aussagekraft liegt lediglich im Textteil, der besagt, dass das reale Einkommen von 2005 noch unter dem Realeinkommen von 1991 lag. Aber auch das sind keine wirklich aussagekräftigen Prozentzahlen, denn der reale Prozentsatz unterscheidet sich dabei wohl in allen Einkommensgruppen.

Noch vor wenigen Jahren fand man beim stat. Bundesamt Statistiken, die für jedermann verständlich und auch halbwegs aussagekräftig waren. Heute muss man schon sehr suchen und viele Statistiken sind heute kostenpflichtig. Es sieht so aus, als sei die Statistik inzwischen nur noch für eine bestimmte Bevölkerungsschicht gemacht und Otto Normalverbraucher oder Lieschen Müller gehören offenbar nicht dazu. Ich denke, das verdeutlicht auch der nachfolgende Text der gleichen Pressmeldung:

    Haushalte von Selbstständigen hatten mit einem Netto-Jahreseinkommen von 106 900 Euro im Jahr 2005 das weitaus höchste Einkommen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Selbst­ständige in der Regel ihre Altersvorsorge aus ihrem Nettoeinkommen bestreiten müssen, während bei Arbeitnehmern die Beiträge zur gesetzlichen und betrieblichen Altersversorgung nicht zum Nettoeinkommen zählen beziehungsweise die Beamtenpension steuerfinanziert ist.

    Bei der Interpretation der Durchschnittseinkommen ist die unterschiedliche Zahl der Personen je Haushalt und deren Alter zu beachten. Durch die Berechnung von Nettoeinkommen je Verbrauchereinheit (Nettoäquivalenzeinkommen) wird dies berücksichtigt, da sich die Kosten für die Lebenshaltung nicht proportional zur Zahl der Personen im Haushalt entwickeln.

    Im Jahr 2005 hatten die Haushalte mit durchschnittlich 22.500 Euro ein um 35% höheres Nettoeinkommen je Verbrauchereinheit als 1991 (16.700 Euro). Nach Abzug der Preissteigerungen verblieb ein realer Einkommenszuwachs von 2%. Die stärkere Erhöhung der Einkommen je Verbrauchereinheit gegenüber den Einkommen je Haushalt resultiert aus dem ungebrochenen Trend zu kleineren Haushalten, der auch zu einem Rückgang der durchschnittlichen Verbrauchereinheiten je Haushalt geführt hat.

    Unterteilt nach Haushaltstypen hat sich das Netto-Jahreseinkommen je Verbrauchereinheit wie folgt entwickelt:

    Haushalte nach sozialer
    Stellung des Haupt-
    einkommensbeziehers
    1991 2005 Verände-
    rung in %
    Euro je Verbrauchereinheit 1)
    Privatdaushalte insgesamt
    16.700
    22.500
    35
    Haushalte von      
         Selbstständigen
    41.900
    62.900
    50
         Arbeitnehmern
    16.100
    22.100
    37
         Beamten
    19.200
    25.800
    34
         Angestellten
    17.900
    24.500
    37
         Arbeitern
    13.700
    17.600
    28
         Nichterwerbstätigen
    12.400
    15.700
    27
     1) Zur Berechnung der Verbrauchereinheiten wurde die neue OECD-Skala verwandt.
    Danach erfolgt eine Gewichtung der Haushaltsmitglieder mit folgenden Äquivalenzziffern:
    1,0 für den ersten Erwachsenen im Haushalt,
    0,5 für jede weitere Person ab 15 Jahren und
    0,3 für Kinder unter 15 Jahren. 

    Auch je Verbrauchereinheit erreichte das Nettoeinkommen bei Selbstständigenhaushalten im Jahr 2005 den weitaus höchsten Wert (62 900 Euro). Bei Arbeitnehmern lagen Beamtenhaushalte mit durchschnittlich 25 800 Euro knapp vor Angestelltenhaushalten (24 500 Euro). Haushalten von Arbeitern stand mit 17 600 Euro je Verbrauchereinheit erheblich weniger Geld zur Verfügung. Deutliche Unterschiede gibt es bei den Nettoeinkommen innerhalb der Nichterwerbstätigenhaushalte, für die noch keine differenzierten Ergebnisse für das Jahr 2005 vorliegen. 2004 lagen die Nettoeinkommen von Pensionärshaushalten mit 21.500 Euro je Verbrauchereinheit über denen von Rentnerhaushalten (15.900). Die Durchschnittseinkommen der Haushalte von Arbeitslosengeld- beziehungsweise Arbeitslosenhilfeempfängern lagen mit 12.000 Euro je Verbrauchereinheit im unteren Bereich der Einkommensskala.

    Die gezeigten Nettoeinkommen weichen aus methodischen Gründen vom Einkommen, das im Rahmen von Haushaltsbefragungen – wie der Einkommens- und Verbrauchsstich­probe – direkt erfragt wird, ab. So sind durch den Rechengang in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sowohl alle Einkommensarten als auch alle Haushalte vollständig einbezogen. Die Haushaltseinkommen schließen die von allen Haushaltsmitgliedern tatsächlich empfangenen Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Erwerbstätigkeit, aus Vermögen sowie empfangenen laufenden Transfers – wie zum Beispiel Rente, Pension, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kinder- und Erziehungsgeld – ein. Direkte Steuern und Sozialbeiträge sind abgezogen. Die Zuordnung zu einer Haushaltsgruppe richtet sich nach dem überwiegenden Einkommen des Haupteinkommensbeziehers. Die tatsächlichen Einkommen der einzelnen Haushalte können nach oben und unten erheblich von den dargestellten Durchschnittswerten abweichen. Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können jedoch keine Verteilungsdaten nach der Einkommenshöhe ermittelt werden.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nun nur noch Bahnhof verstehe. Was sollen die in der Fußnote aufgezeigten Äquivalenzziffern aussagen? Dass jede weitere Person über 15 Jahre nur noch die Hälfte der Ausgaben zugeteilt bekommt und unter 15 Jahren noch weniger? Äquivalenzziffern mögen in der Kostenrechnung eines Unternehmens mit fixen Werten anwendbar sein, aber bei einer Haushaltsrechnung von Familien? Da würden mir auf Anhieb etliche Dinge einfallen, die eine solche Rechnung ad absurdum führen.

Doch etwas geht aus meiner Sicht aus diesen beiden statistischen Tabellen relativ klar hervor, Wachstum hat nichts mit produktivem Wachstum zu tun, sondern basiert lediglich auf den inflationären Preissteigerungen, oder, einfacher gesagt, auf der schleichenden Geldentwertung. Die Erkenntnis daraus macht alles Gerede von zusätzlichen Arbeitsplätzen durch "Wachstum" zur erkennbaren Phrase. Außerdem ist sicherlich so manchem schon aufgefallen, dass die vom stat. Bundesamt errechnete Inflationsrate eigentlich nie mit dem Erlebten übereinstimmt. Aber das hängt sicher damit zusammen, dass die Inflationsrate immer nur am Vorjahr gemessen wird und folglich auch dem rein fiskalischen Wachstum folgt.

Diese meine Einstellung mag natürlich meiner Unwissenheit über statistische Methoden geschuldet sein. Aber dann moniere ich die fehlende Erklärung über das Warum und Wieso. Schließlich zahlen wir alle die Gehälter der Statistiker und folglich sollten die Statistiken auch für jedermann interpretierbar sein.

Kommen wir zurück zu den Pressemeldungen über die zu erwartenden Preissteigerungen. In den Leserkommentaren gab es sie dann wieder, die so genannten Leute der "Mitte", die sich lautstark darüber beschweren, dass sie mit ihren Steuern ja schließlich auf für die "Harzer" aufkommen. Das allerdings sehe ich ein wenig anders und habe deshalb einmal nachgeforscht, wie sich die Steuereinnahmen des Staates zusammensetzen. Wenigstens hier fand ich eine Tabelle beim BMF, die verständlich gehalten ist:

Steueraufkommen 2006 - 2009

Steuerart
Quelle: BMF
Steueraufkommen
2006
(Mio. Euro)
Steueraufkommen
2007
(Mio. Euro)
Steueraufkommen
2008
(Mio. Euro)
Steueraufkommen
2009
(Mio. Euro)
Lohnsteuer
122.612
131.773
141.895
135.165
Veranlagte Einkommensteuer
17.566
25.027
32.685
26.430
Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag
11.904
13.791
16.575
12.474
Zinsabschlag
7.633
11.178
13.459
12.442
Körperschaftsteuer
22.898
22.929
15.868
7.173
Umsatzsteuer
111.318
127.522
130.789
141.907
Einfuhrumsatzsteuer
35.370
42.114
45.200
35.084
Gemeinschaftsteuern insgesamt
329.302
374.334
396.472
370.676
Versicherungsteuer
8.775
10.331
10.478
10.548
Tabaksteuer
14.387
14.254
13.575
13.366
Kaffeesteuer
973
1.086
1.008
997
Branntweinsteuer
2.160
1.959
2.126
2.101
Alkopopsteuer
6
3
3
2
Schaumweinsteuer
421
371
430
446
Zwischenerzeugnissteuer
26
25
27
26
Energiesteuer
39.916
38.955
39.248
39.822
Stromsteuer
6.273
6.355
6.261
6.278
Kraftfahrzeugsteuer1
-
-
-
3.803
Solidaritätszuschlag
11.277
12.349
13.146
11.927
pausch. Einfuhrabgaben
1
1
2
3
Bundessteuern insgesamt
84.215
85.690
86.302
89.318
Vermögensteuer
27
5
-7
7
Erbschaftsteuer
3.763
4.203
4.771
4.550
Grunderwerbsteuer
6.125
6.952
5.728
4.857
Kraftfahrzeugsteuer1
8.937
8.898
8.842
4.398
Rennwett- und Lotteriesteuer
1.775
1.702
1.536
1.511
Feuerschutzsteuer
322
319
327
324
Biersteuer
779
757
739
730
Ländersteuern insgesamt
21.729
22.836
21.937
16.375
Gewerbesteuer
38.369
40.116
41.037
32.421
Grundsteuer A
353
355
356
356
Grundsteuer B
10.045
10.358
10.451
10.580
Sonstige Gemeindesteuern
551
572
624
671
Gemeindesteuern insgesamt
49.319
51.401
52.468
44.028
Zölle
3.880
3.983
4.002
3.604
Steueraufkommen insgesamt
488.444
538.243
561.182
524.001
nachr. Spielbankabgaben
484
418
235
173
1 Ab Juli 2009 ist die Kfz-Steuer eine Bundessteuer
Die Grundsteuer A (agrarisch) wird auf Grundstücke der Landwirtschaft und die Grundsteuer B (baulich) für bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude erhoben. Nach Art. 106 Abs. 6 GG ist die Grundsteuer eine Gemeindesteuer.

Diese Informationen zeigen nun aber recht deutlich, dass die Lohnsteuer und die Einkommensteuer incl. Solidaritätssteuer ganz erheblich unter der Umsatzsteuer, der Einfuhrumsatzsteuer und den Indirekten Steuern liegen,, dann ist dieses Geschrei, das auch mitunter in Talkshows ertönt, nicht wirklich angebracht. Denn zu letzteren Steuerarten tragen auch Arbeitslose mit annähernd ihrem gesamten verfügbaren Einkommen bei, finanzieren folglich einen Teil ihrer Transferleistungen selbst. Hinzu kommt, dass ein Teil der Nichttransfer-Leistungsbezieher durchaus auch Steuermittel abschöpft, z. B. Kindergeld oder Elterngeld, das Arbeitslosen Familien versagt bleibt, weil das Kindergeld als Einkommen angerechnet wird und Elterngeld für Bezieher von ALG II gestrichen wurde.

Man sieht, Solidarität ist billiger als man glaubt. Aber es ist ja politisch gewollt, dass Zwietracht herrscht, das scheint der christlichen Vorstellung unserer amtierenden Politiker zu entsprechen.