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Erstelldatum: 30.03.2018

Das angeblich russische Attentat auf einen Ex-Agenten

Kann es sein, dass Politiker inzwischen so dumm sind, dass es nicht mehr schlimmer werden kann? Oder wie soll man ansonsten begreifen, dass Politiker die Macht des Netzes nicht begreifen, wenn sie Entscheidungen, wie zuletzt die Schulderklärung gegen Russland im Fall des Ex-Agenten Gripal, vertreten von Großbritanniens Premierministerin Mey zum Anlass nehmen, Diplomaten Russlands auszuweisen?

Wir haben nun einen Außenminister, der in der letzten Legislaturperiode als Justizminister bereits etliche Schwächen zeigte (nicht jeder Jurist hat auch das Format, Justizminister zu sein) und sich nun als Außenminister nicht zu schade ist, einer konzertierten Aktion der USA und Großbritanniens zu folgen. Das, was die EU da praktiziert, ist eine Form der Propaganda in Richtung offenbar bestehender Kriegsgelüste gegen Russland durch die transatlantischen Bündnisse (USA, GB, NATO, Europa). Wissen die Politiker nicht, dass es außerhalb ihrer abgeschirmten Wirkungskreise inzwischen viele Menschen gibt, die sich intensiv mit Politik beschäftigen, immun gegen das leere Geschwätz von Politikern und deren PR-Manager sind und sich auch nicht mehr von den gleichgerichteten Berichten der Presse und vor allem der so genannten Presse-Agenturen beeinflussen lassen?

Kann es sein, dass der jetzige Außenminister, studierter Jurist und als Absolvent des 2. Staatsexamens wäre er auch für ein Richteramt zugelassen, alles vergessen hat, was die Grundsätze der Rechtsprechung ausmacht?. Als solcher kann man ihm durchaus zutrauen, diese merkwürdige Geschichte über den ehemaligen Doppelagenten Gripal nach juristischen Gesichtspunkten abzuwägen und jede Form der Schuldzuweisung an den russischen Staat so lange abzuweisen, wie seitens Großbritanniens nicht eindeutige Beweise vorgelegt werden. Dass er es nicht tut, lässt den Schluss zu, dass er nur nominell ein Minister ist, doch in Wahrheit nur ein billiger Befehlsempfänger ohne Rückgrat und damit absolut eine Fehlbesetzung ist.

Betrachten man die "Fakten", soweit sie in Deutschland seitens der Presse bekannt geworden sind, werden diese mit jedem neuen "Hinweis" unwahrscheinlicher. Fakt ist, dass Russland GB aufgefordert hat, Proben des angeblichen "Mordinstruments, dem Nervenkampfstoff des Typs Nowitschok" zu übersenden, um an der Aufklärung mitzuarbeiten, was von GB trotz entsprechender internationaler Regeln verweigert wurde, weil sich GB ohnehin nicht an entsprechende internationale Regeln in dieser Sache gehalten hat.

Als neuesten Clou berichtet nun die Tagesschau(1), dass die Kontamination "vermutlich bereits bei Gripal zuhause erfolgt sei. Hat man die vorherigen Berichte gelesen, ist das bereits der 4. "mögliche Tatort", der allerdings die Absurdität der Beschuldigung Russland weiter steigert.

Kann das wahr sein?

Dieser letzte nun dargestellte Tatort (von inzwischen 4) ist gleichzeitig der unwahrscheinlichste. Die Skripals verlassen das Haus und infizieren sich, gehen shoppen (lt. einem von GB präsentierten Video vom Vater), besuchen einen Pub, dann ein Cafe um dann irgendwann auf einer Bank zusammenzubrechen.

Das alles nach der Aufnahme eines Nervengifts an der Haustür. Ein Gift, das der Darstellung nach innerhalb von Sekunden wirkt, und ohne Gegenmittel in wenigen Minuten zum Tode führt. Das würde nicht einmal für ein Drehbuch bei RTL-II reichen.

Mehr noch. Nach so langer Zeit noch "starke Spuren" an der Haustüre der Skripals zu finden, nicht aber bereits zu Beginn der Untersuchungen und dann nun vor dieser Türe lt. Foto der Tagesschau 2 Polizistinnen (in schweren Schutzanzügen -- kleiner Scherz) zu postieren, ist an Absurdität nicht mehr zu toppen. Außerdem, wie soll das Zeug an die Haustüre gekommen sein? Doch solche Fragen stellt die Tagesschau nicht, was den Glauben an die Unabhängigkeit der Berichterstattung der Tagesschau einmal mehr in Zweifel zieht.

Die Nachdenkseiten(2) haben zum Thema ein Video, ohne Bildmaterial, sondern in Form gesprochenen Textes ins Netz gestellt, in dem die Verfahrensweisen, wie sie korrekt gewesen wären, sehr anschaulich geschildert werden und auch zur Art und Weise der Berichterstattung der ARD werden deutliche Worte gesagt.

Was in der gesamten Berichterstattung der deutschen Presse fehlt, ist die eindeutige Frage nach dem Motiv. Radio Iskra hat ebenfalls zum Thema ein Video(3) auf YouTube eingestellt, dessen Authentizität man natürlich anzweifeln kann, aber die Aussagen über den Wohnort der Skripals und die dort behauptete Nähe der Wohnung zum MI6 müssten eigentlich leicht überprüfbar sein. Und die Frage, wem die Ermordung Skripals nützt, ist in jedem Falle legitim. Russland ganz sicher nicht und damit bin ich wieder bei der EU, der NATO und der Reaktion eines Heiko Maas und seiner nicht nachvollziehbaren Einwilligung zur Ausweisung russischer Diplomaten aus Deutschland.

Ich kann dabei nur ein Motiv erkennen, entgegen aller Vernunft soll das Gleiche passieren, was Deutschland bereits 1933 praktiziert hat, die Vorbereitung eines nun von den USA und Großbritannien inszenierten Militärschlags gegen Russland. Ich habe immer wieder die Schuldzuweisungen an die Deutschen gehört und gelesen, dass die Deutschen es waren, die es Hitler ermöglicht haben sollen, an die Macht zu kommen und das, obwohl die Informationsmöglichkeiten damals außerhalb der normalen Presse überhaupt nicht gegeben waren. Es gab kein Fernsehen, kein Internet, sondern lediglich den so genannten Volksempfänger, ein Radio, das bestimmt auch nicht aufklärerisch tätig war. Aber auf der Basis dieser Anklagen wird den Deutschen eine Ewigkeitsschuld unterstellt.

Betrachte ich mir heute unsere Gesellschaft, deren Möglichkeiten, sich Informationen zu beschaffen, geradezu gigantisch im Vergleich zu 1933 sind, dann verstehe ich nicht, dass nicht längst ein Proteststurm gegen diese ohnehin nicht gewollte Regierung (siehe Wahlergebnisse) losgetreten wurde, denn die Propaganda gegen Russland ist seit Jahren aktiv. Ich kann nur hoffen, dass sich dieses Jahr aufgrund der aktuellen Ereignisse mehr Menschen aufraffen, um an den üblichen Ostermärschen teilzunehmen und dass die Veranstalter dieses Mal deutliche Worte zu den derzeitigen Zuständen und den Maßnahmen der Politik finden.

Die Verlogenheit der Briten in Sachen Irakkrieg und Brutkastenlüge sollte man sich bei den derzeitigen Vorfällen um diesen ehemaligen Doppelagenten mal wieder zurück ins Gedächtnis rufen. Es sind die gleichen politischen Kreise, die nicht erst aktuell, sondern bereits beim Thema Afghanistan, Irak Libyen und Syrien durch ständige Lügen und dadurch ausgelöste Gewalt inzwischen Millionen Menschen auf dem Gewissen haben und die Aktion der EU deutet sehr darauf hin, dass man die Eskalation der Gewalt noch ausweiten will, mit Hilfe der Deutschen, der Franzosen und der sonstigen Arschkriecher im politischen Europa.

Fußnoten

(1) Tagesschau v.29.03.2018
(2) Nachdenkseiten v. 17.03.2018
(3) Radio Iskra