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Erstelldatum: 04.04.2016

Briefkastenfirmen

Ein Skandal wurde von ca. 400 Journalisten aufgedeckt. Ein Unternehmen in Panama wurde gehackt und massenhaft Dokumente dabei "erbeutet", in denen über Briefkastenfirmen "Finanztransaktionen" publik wurden, in die weltweit Politiker, Prominente sowie Geldwäsche-Aktionen krimineller Vereinigungen wie z. B. durch die Mafia nachgewiesen werden konnten. Dass auch russische Oligarchen dazu gehören, sollte nicht verwundern und das wird natürlich in der deutschen Presse sogleich so dargestellt, dass es sich dabei um "Weggefährten" Putins handelt, wobei man Putin selbst nicht gefunden hat, wohl aber den ukrainischen Präsidenten Poroschenko, doch das ist für unsere Presse eher nebensächlich, man setzt Putin in den Fokus, denn für uns hat Putin das personifizierte Böse zu sein. In der ZEIT(1), die immer an vorderster Front dabei ist, wenn es gegen Putin geht (ob das wohl an den transatlantischen Verbindungen der ZEIT-Redakteure, vor allem dem Herausgeber Josef Joffe(2) liegt?) Was die "personalisierte" Berichterstattung betrifft, bin ich mal gespannt, ob auch "Weggefährten" deutscher Politiker, falls sie ebenfalls verwickelt sind, (mir fällt das spontan Ackermann ein) in gleichem Maße wie bei Putin dargestellt werden, habe aber leichte Zweifel.

Die auf einzelne Personen fixierte Berichterstattung lässt vermuten, dass man nicht wirklich gegen das offshore-Unwesen zu Felde zieht, sondern einzelne Personen herauspickt, um Schlagzeilen zu präsentieren, die dem Umfang dieser kriminellen Aktivitäten der so genannten Märkte (zuvorderst die Finanzmärkte) in keinem Falle gerecht werden.

Doch die Tagesschau hat ja betont, dass es für Trusts und Stiftungen durchaus seriöse Gründe für die Nutzung solcher offshore-Systeme gibt. Ich habe darüber nachgedacht und auch gleich ein "seriöses" Betätigungsfeld gefunden. Wir wissen, dass man verzweifelt gegen TTIP ankämpft und die Presse darüber auch zumeist ausgiebig berichtet. Dabei gerät CETA, dass ja in der EU bereits beschlossen ist, aus dem Fokus der Berichterstattung, obwohl aus meiner Sicht CETA das eigentliche trojanische Pferd ist. Wird es in den EU-Ländern ratifiziert, brauchen die USA TTIP gar nicht, denn dann erfolgt das Spiel über die Bande. Alle großen US-Konzerne unterhalten Briefkastenfirmen in Kanada und in Mexiko und können alles, was mit TTIP möglich wäre (und mehr) auch über diese Briefkastenfirmen abwickeln. Ein praktisches Beispiel wurde in der Frankfurter Rundschau(3) veröffentlicht.

Man darf gespannt sein, ob sich die aus den Daten ergebenden Erkenntnisse zu einem Sturm ausweiten, oder wieder im Sande verlaufen, weil dann auch solche Leute in den Fokus geraten, die man lieber heraushalten möchte. Ich habe mal in einem Beitrag geschrieben, dass Forbes zu berichten wusste, dass Obama nicht mehr der mächtigste Mann auf Erden ist, sondern Putin, während Angela ihren Nimbus lt. Forbes halten konnte. Ich denke, solche Superlative erzeugen bei den Hintermännern der Macht schallendes Gelächter. Dabei wäre für mich durchaus vorstellbar, dass Forbes selbst zu den Hintermännern gehört oder zumindest gute Kontakte zu ihnen unterhält. Wer die Hintermänner sind? Das ist doch einfach herauszubekommen. Sie müssen lediglich ermitteln welche Leute die größten Anteilseigner der größten Banken und Konzerne sind. Ja, richtig, das ist dann doch nicht ganz so einfach, denn dann müsste man erst einmal alle Strohmänner als Strohmänner identifizieren und alle Briefkastenfirmen aller Offshore-Gebiete den Besitzern zuordnen können und dieses Netzwerk ist so verworren und so intransparent, dass das wohl niemand mehr kann, außer den Eingeweihten. Das ist der große Vorteil des Shareholder Value, man kann sich im Streubesitz verstecken, wie Maden im Obst oder Speck.

Mitunter gelingt es mir ja, der Zeit ein wenig voraus zu eilen. So war das Thema offshore(4) für mich schon 2012 ein Thema und das ein wenig weniger personalisiert dargestellt, als es derzeit bei der Presse der Fall ist.

Gerade erst habe ich den Terminus "Modifikationspresse" statt Lügenpresse verwendet und nun muss ich einen neuen Begriff hinzufügen, die "meinungsbildende" Presse, denn die Information der Leser scheint weit hinter dem Anspruch zurückzustehen, mit ihren Artikeln eine Meinung zu kolportieren und die muss ja nicht wirklich mit der Wirklichkeit übereinstimmen, ist aber durchaus wirkungsvoll, wenn ich so diverse Leserkommentare ansehe, es sei denn, die Schreiber sind so genannte Trolle. Aber nein, das kann nicht sein, denn solche Trolle schreiben doch nur in der russischen Presse, oder?

Allerdings gehe ich davon aus, dass auch in diesen Leaks nur die Betrüger der Mittelklasse aufgeflogen sind, denn die ganz Großen dieser Kaste haben andere Möglichkeiten, ihre Betrügereien zu vertuschen, z. B. in der FED und in der City of London.

Dieser offshore-Skandal ist im Prinzip nur ein Bruchteil dessen, was sich als so genannte offshore-Märkte weltweit wirklich abspielt und die Nabe dieser offshore- Märkte ist die City of London. Ich gehe davon aus, dass es weitgehend unbekannt ist, dass die City of London ein Staat im Staate ist, mit eigenen Gesetzen und losgelöst von der Gesetzgebung Großbritanniens. Sie ist nach den Aussagen von Prof. Dr. Dr. Berger das Zentrum weitgehender Finanzmanipulation, ähnlich wie die Vatikan-Bank. Darüber gibt es ein Video mit zahlreichen Quellenangaben (bereits im Mai 2012 veröffentlicht (im verlinkten Artikel)). Es lohnt, sich diese Videos mal genauer anzusehen, denn sie beleuchten auch die Hintergründe der Finanzkrise.

Fußnoten

(1) Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern enthüllt ZEIT
(2) Mitgliedschaften Wikipedia
(3) Briefkastenfirmen, die CETA statt TTIP nutzen Frankfurter Rundschau
(4) Offshore - oder wie Plünderung funktioniert Offshore-Finanzplätze