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Erstelldatum:17.12.2016

Erreichbare Entgeltpunkte

Wer sich zumindest ein wenig mit der Rente auskennt, weiß, dass die Entgeltpunkte, die er im Laufe seines Arbeitslebens, sofern es sich in beitragspflichtigen Arbeitsverhältnissen bewegt hat, für jedes Jahr seiner Tätigkeit in Abhängigkeit von seinem Einkommen gutgeschrieben bekommen hat. Unter Umständen aber nicht für sein gesamtes Einkommen, denn wenn er zu den Leuten mit einem hohen Einkommen gehört, dann wird alles, was über der vom Gesetzgeber festgelegten Beitragsbemessungsgrenze (BBG) liegt, nicht mehr beitragsmäßig erfasst und daher auch bei der Berechnung der Rente nicht bewertet. Man kann also höchstens so viele Entgeltpunkte bekommen, wie das Einkommen beitragspflichtig ist (max. bis zur BBG).

Doch wie funktioniert das mit den Entgeltpunkten? Man hat ein Einkommen, das zur Berechnung herangezogen wird. Jedes Jahr veröffentlicht der Gesetzgeber dann ein vom stat. Bundesamt berechnetes Durchschnittseinkommen. Diesen Durchschnitt zu errechnen, scheint kompliziert zu sein, denn das vom Staat angegebene Durchschnittseinkommen ist für das laufende und für das Vorjahr immer nur eine vorläufige Zahl und so wird bei den Angaben der Rentenversicherung das Durchschnittseinkommen vom Vor-Vorjahr auf das endgültige Durchschnittseinkommen festgesetzt und für alle Neurentner dieser Periode wird dann die Rente neu und entsprechend dem nun aktualisierten Durchschnittseinkommen berechnet.

Das versicherungspflichtige Einkommen des Arbeitnehmers wird durch das staatlich ermittelte Durchschnittseinkommen geteilt und das Ergebnis dieser Rechnung sind die bis auf 4 Stellen hinter dem Komma erzielten Entgeltpunkte des Arbeitnehmers für das entsprechende Jahr. Nur, ganz so einfach ist das bei den Benachrichtigungen der Bundesversicherungsanstalt nicht immer zu lesen. Das kann daran liegen, dass sich ihr beitragspflichtiges Einkommen im Laufe eines Jahres verändert hat, z. B. durch eine Gehaltserhöhung, aber auch durch erhaltene Prämien oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn Ihr Einkommen nicht generell über der BBG liegt. Mit solchen Extravergütungen kann es passieren, dass im Monat der Auszahlung ihr Gehalt über die Beitragsbemessungsgrenze steigt und damit die Sonderzahlung nicht vollständig zum beitragspflichtigen Einkommen gezählt wird. Auch gesetzliche Maßnahmen mit Wirkungskraft im laufenden Jahr können die Berechnung der Entgeltpunkte verändern.

Der Haken an der Sache ist, dass es damit für jeden Arbeitnehmer nahezu unmöglich wird, seinen Rentenanspruch selbst zu ermitteln, denn er benötigt dafür nicht nur seine Lohnabrechnungen für den gesamten Zeitrahmen seines beitragspflichtigen Arbeitslebens, sondern auch für den gesamten Zeitraum alle vom Staat ermittelten Durchschnittseinkommen. Erst diese Daten ermöglichen es ihm, seinen Rentenanspruch selbst zu ermitteln und mit dem von der Rentenversicherung Bund berechneten Rentenanspruch zu vergleichen.

Hat man Sondervergütungen bekommen und ist damit über die BBG gerutscht, muss man zusätzlich die Jahresbeiträge des Durchschnittseinkommens durch 12 teilen, um die Veränderung durch Sonderzahlungen zu berücksichtigen, denn real erfolgt die Entgeltrechnung auf Monatsbasis und wird dann besonders unübersichtlich, wenn das Einkommen dauerhaft schwankt, z. B. bei Akkordlöhnen.

Nun, ich möchte dabei ein wenig helfen, dort, wo es um generelle Dinge geht. Deshalb habe ich (zumindest für die West-Rentner) mal die BBG aller Jahre von 1957 bis aktuell 2016 erfasst, ebenso alle in dieser Zeit berechneten Durchschnittseinkommen und diese BBG-Daten durch die Durchschnittseinkommen geteilt. Erst die Addition der sich daraus ergebenden Entgeltpunkte für die Zeit beitragspflichtiger Arbeitsentgelte ergeben eine (rein theoretisch) erreichbare Höchstrente.

Ich denke aber, dass niemand diese theoretisch mögliche Höchstrente je erreichen kann, denn ich kenne niemanden, der jemals mit einem Einkommen oberhalb der BBG ins Arbeitsleben eingestiegen ist und dann 45 bis 50 Jahre auch für ein Einkommen oberhalb der BBG vor sich hin gewerkelt hat.

Nun fragen Sie sich sicherlich, was dann diese Tabelle nutzt. Ganz einfach, wenn Sie ihre Lohnabrechnungen alle bewahrt haben, können Sie ihre tatsächlichen Abzüge für die Rente (ausgewiesen als rentenversicherungspflichtiges Einkommen) durch das für das jeweilige Jahr gültige Durchschnittseinkommen teilen und haben damit die von Ihnen erwirtschafteten Entgeltpunkte. Außerdem ist es der Beweis, dass eine rechnerische Höchstrente sich nicht aus der einfachen Multiplikation der in einem bestimmten Jahr berechneten Betrag auf die reale Höchstrente beziehen lässt, denn sie werden aus der Tabelle ersehen, dass die Entgeltpunkte schwankend sind, also pro Jahr individuell errechnet werden müssen Und noch etwas wird mit dieser Statistik deutlich. Es spielt keine Rolle, dass es eine Währungsreform gab (Deutsche Mark in Euro), denn das Pozedere ist unabhängig von der Art der Währung .

Höchste erreichbare Entgeltpunkte im jeweiligen Jahr
Jahr
BBG
Durchschnitts-
Einkommen
Entgeltpunkte
(1) 2016
74.400,00
36.267,00
2,0515
(1) 2015
72.600,00
34.999,00
2,0743
2014
71.400,00
34.514,00
2,0687
2013
69.600,00
33.659,00
2,0678
2012
67.200,00
33.002,00
2,0362
2011
66.000,00
32.100,00
2,0561
2010
66.000,00
31.144,00
2,1192
2009
64.800,00
30.506,00
2,1242
2008
63.600,00
30.625,00
2,0767
2007
63.000,00
29.951,00
2,1034
2006
63.000,00
29.494,00
2,1360
2005
60.400,00
29.202,00
2,0684
2004
61.800,00
29.060,00
2,1266
2003
63.200,00
28.938,00
2,1840
2002
54.000,00
28.626,00
1,8864
2001
104.400,00
55.216,00
1,8908
2000
103.200,00
54.256,00
1,9021
1999
102.000,00
53.507,00
1,9063
1998
100.800,00
52.925,00
1,9046
1997
98.400,00
52.143,00
1,8871
1996
96.000,00
51.678,00
1,8577
1995
93.600,00
50.665,00
1,8474
1994
91.200,00
49.142,00
1,8558
1993
86.400,00
48.178,00
1,7933
1992
81.600,00
46.820,00
1,7428
1991
78.000,00
44.421,00
1,7559
1990
78.000,00
41.946,00
1,8595
1989
75.600,00
40.063,00
1,8870
1988
73.200,00
38.896,00
1,8819
1987
72.000,00
37.726,00
1,9085
1986
68.400,00
36.627,00
1,8675
1985
67.200,00
35.286,00
1,9044
1984
64.800,00
34.292,00
1,8897
1983
62.400,00
33.293,00
1,8743
1982
60.000,00
32.198,00
1,8635
1981
56.400,00
30.900,00
1,8252
1980
52.800,00
29.485,00
1,7907
1979
50.400,00
27.685,00
1,8205
1978
48.000,00
26.242,00
1,8291
1977
44.400,00
24.945,00
1,7799
1976
40.800,00
23.335,00
1,7484
1975
37.200,00
21.808,00
1,7058
1974
33.600,00
20.381,00
1,6486
1973
30.000,00
18.295,00
1,6398
1972
27.600,00
16.335,00
1,6896
1971
22.800,00
14.931,00
1,6878
1970
21.600,00
13.343,00
1,6188
1969
20.400,00
11.839,00
1,7231
1968
19.200,00
10.842,00
1,7709
1967
16.800,00
10.219,00
1,6440
1966
15.600,00
9.893,00
1,5769
1965
14.400,00
9.229,00
1,5603
1964
13.200,00
8.467,00
1,5590
1963
12.000,00
7.775,00
1,5434
1962
11.400,00
7.328,00
1,5557
1961
10.800,00
6.723,00
1,6064
1960
10.200,00
6.010,00
1,6971
1959
9.600,00
5.602,00
1,7137
1958
9.000,00
5.330,00
1,6886
1957
9.000,00
5.043,00
1,7847
(1) vorläufiges Durchschnittseinkommen