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Erstelldatum:12.02.2015

Neiddebatte

"Das Universum und die Dummheit sind unendlich! Allerdings bin ich mir beim Universum nicht so sicher." Diese Aussage soll Albert Schweitzer gemacht haben und ich kann diese These nur unterstützen.

Beispiele liest man täglich in der Presse und bekommt sie durch die TV-Medien eingeimpft. So gab es bereits Ende letzten Jahres ein Meldung in der Presse, dass bei der Vermögensverteilung das oberste Prozent im Jahr 2015 mehr als 50% des Gesamtvermögens der Welt besitzen wird. Aus meiner Sicht ist das Raster viel zu grob, denn bei einer Gesamtbevölkerung der Erde von inzwischen fast 8 Milliarden entspricht 1 Prozent ja einer Größenordnung, die der Einwohnerzahl Deutschlands entspricht. Selbst in Promille gerechnet wäre die Aussage nicht genau genug.

Nun sind lt. einer DIW-Studie die Superreichen noch wesentlich reicher, als man bisher angenommen hat. Angeblich ist man durch Studium der Forbes-Listen darauf gekommen. Man könnte fast annehmen, dass ich das 2. Gesicht besitze, denn zu diesem Schluss bin ich bereits 2010 gekommen und habe es im Beitrag Reichtum und die Politik auch veröffentlicht. Dabei hat das nichts mit dem 2. Gesicht zu tun, es reicht ein wenig Recherche und ein wenig Logik.

In der Presse haben u. a. der Spiegel und der Tagesspiegel über diese DIW-Studie berichtet und das hat mich veranlasst, einen Kommentar dazu zu verfassen. Während der Tagesspiegel den Kommentar veröffentlicht hat, wurde er im Spiegel nicht übernommen. Ich habe dann dem Spiegel meine Entrüstung über die Zensur wie folgt übermittelt:

    Zensur

    Der Spiegel, so scheint mir, ist inzwischen auch redaktionell im Springer-Konzern angekommen. Das kann man bei der Veröffentlichung von Kommentaren sehen, in denen das Prinzip divide et impera deutlich hervorsticht. Wird dann aber mal ein Kommentar eingestellt, der nachweisbare Fakten enthält und auf die wirklichen Gefahren hinweist, die von der späten Erkenntnis über den tatsächlichen Reichtum ausgehen, wird dieser Beitrag zensiert. Und da wundert sich die Presse, dass man ihr nicht mehr traut.

    Der nicht veröffentlichte Kommentar lautete:

      Sie sind noch reicher!

      Ich habe die Forbeslisten einige Jahre lang studiert und bereits vor Jahren ist mir aufgefallen, dass die Superreichen offenbar nicht reicher wurden. Die Aldi-Brüder als Beispiel wurden jahrelang mit einem in etwa gleichen Vermögen aufgelistet, gleiches galt für die Quandts, für Bill Gates, Warren Buffet, die Walmart-Familie und viele andere.

      Schon damals stand für mich fest, dass diese Familien längst erhebliche Vermögenswerte in die Steueroasen transferiert hatten und mit diesem nicht registrierten Kapital weiteres Vermögen unsichtbar für Finanzämter und Presse angehäuft haben.

      Aus diesem Grund steht für mich fest, dass selbst die Angaben des DIW noch zu gering veranschlagt werden. Wie war doch noch die Pressemeldung, in der stand, dass das oberste Prozent bei der Vermögensverteilung 2015 die 50% des Gesamtvermögens in der Welt überschreiten würde?

      Die Presse und die Politik sprechen so gerne über den freien Handel, doch den gibt es nicht, denn diese Superreichen haben den Welthandel längst im Griff und greifen nun mit CETA, TTIP und TISA nach der ultimativen Macht, indem sie auch die staatliche Justiz durch Schiedsgerichte ersetzen und alles, was auch nur im Mindesten einen Gewinn verspricht, an sich reißen. Schon mit GATS, dem Vorläufer von TISA, wurde aufgelistet, was alles "privatisiert" werden soll.

      WTO-GATS - Privatisierungsanforderungen -

      01 UNTERNEHMERISCHE UND BERUFSBEZOGENE DIENSTLEISTUNGEN
      02 KOMMUNIKATIONSDIENSTLEISTUNGEN
      03 BAU- UND MONTAGEDIENSTLEISTUNGEN
      04 VERTRIEBSDIENSTLEISTUNGEN
      05 BILDUNGSDIENSTLEISTUNGEN
      06 UMWELTDIENSTLEISTUNGEN
      07 FINANZDIENSTLEISTUNGEN
      08 MEDIZINISCHE UND SOZIALE DIENSTLEISTUNGEN
      (andere als die frei-beruflichen Dienstleistungen)
      09 TOURISMUS UND REISEDIENSTLEISTUNGEN
      10 SCHIFFFAHRT, LUFTVERKEHR, RAUMFAHRT, TRANSPORTWESEN, STRASSEN- UND SCHIENENVERKEHR
      11 ERHOLUNG, KULTUR UND SPORT
      (andere als audiovisuelle Dienstleistungen)
      12 SONSTIGE NICHT AUFGEFÜHRTE DIENSTLEISTUNGEN

    Ich verstehe natürlich, dass dieser Beitrag nicht erscheint, aber vielleicht schämt sich ja einer der Zensoren ein wenig, das wäre zumindest ein kleiner Erfolg.

Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass diese Kritik und der ursprüngliche Kommentar nun veröffentlicht würde. Doch da habe ich mich getäuscht (Kommentar 58). Nun haben sie den Kommentar incl. der Kritik veröffentlicht . Offenbar spielt es doch noch eine Rolle, welcher Redakteur die eingehenden Kommentare liest. Und in den Kommentaren gibt es sie, die Kommentatoren, die solche Berichte und die daraus entstandenen Kommentare als Neiddebatte bezeichnen. Aber solcher "Superreichtum" ist immer die Folge schamloser Ausbeutung und da ist Kritik wirklich angebracht.

Aber Zensur ist heute in der so genannten Qualitätspresse gang und gäbe. Die FAZ hat die Kommentarfunktion bei Berichten über den Ukraine-Konflikt völlig abgeschaltet. Die Süddeutsche ebenfalls, ausgenommen man verfasst eine Kurznachricht über Facebook, Google oder Twitter oder Rivva-Debattenmonitor.

Dort, wo Kommentare zum Thema Ukraine noch zugelassen werden, zeigt sich, dass die dauerhafte Propaganda von Politik und Medien Früchte trägt. Gerüchten zufolge soll es ja Bezahl-Schreiber geben, die negative Kommentare verfassen, aber der gleiche Vorwurf wird auch den so genannten Putin-Verstehern gemacht. Ich gehöre zu den Putin-Verstehern, allerdings nicht, weil ich glaube, Putin würde sich allzu sehr von anderen Politikern unterscheiden. Aber ich habe viele Pressebeiträge zu Putin gelesen und dabei festgestellt, dass das Putin-Bashing bereits seit der Georgien-Krise ein fester Bestandteil in unseren Medien ist.

Bereits 2010 schrieb die Süddeutsche:

    Die Regierung in Washington übte über ihre Außenministerin Condoleezza Rice Druck auf Berlin aus, und dabei besonders auf den Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier, Georgien und der Ukraine ohne Umwege den schnellen Weg in die NATO zu ermöglichen.

Und da ist es nur eine Frage der Logik, dass das geplante Assoziierungsabkommen mit der Ukraine eine Folge dieses "Befehls" aus den USA ist, denn ich glaube, dass ein großer Teil deutscher Innen- und Außenpolitik nicht von unserer Regierung beschlossen, sondern von den USA diktiert wird. Gleiches sehe ich in der Europa-Politik.

Die Frage nach dem Warum vermag ich nicht zu beantworten, aber die Finanzkrise, die nicht vorhandene Reaktion auf die Überwachungsaktivitäten und die fehlende politische Reaktion auf die von Deutschland aus gesteuerten Drohnenmorde durch die USA lassen keinen anderen Schluss zu. Die Gründung des ESM durch Schäuble basiert auf dem gleichen Schema, das von den USA nach dem WK II eingeführt hat. Damals war die USA die wirtschaftlich mächtigste Nation der Welt und hat den anderen, von ihrem Kapital abhängigen Staaten den Beitritt zu den von den USA erfundenen supranationalen Institutionen aufgezwungen. Und supranational bedeutet, dass diese Organisationen völkerrechtlichen Status ohne Volk haben und als globale Einrichtungen damit mächtiger als die Nationalstaaten sind. Ausgenommen natürlich die USA, deren Stimmanteil immer ausreichend ist, gegen unangenehme Voten mit ihrem Einspruch eine den USA unangenehme Entwicklung zu verhindern.

Und Schäuble hat den ESM als solch supranationales Instrument eingeführt und seine Unterordnung unter die USA-Wünsche mittels der Oberhoheit über den ESM durch den IWF festgezurrt. Das Deutschland zu keinem Zeitpunkt nach 1945 souverän gewesen ist, hat Schäuble auf einem Finanzkongress zugegeben und das fasse ich als Eingeständnis auf, dass alle Regierungsaktivitäten auf USA-Wünsche ausgerichtet sind.

Dass die USA beim Putsch auf dem Maidan ihre Finger und ihre Finanzen im Spiel hatten, ist ebenfalls erwiesen. Und dass es dabei vor allem darum geht, die NATO direkt an die Grenzen Russlands zu positionieren, ist der eigentliche Grund für das Interesse der EU und der USA im Ukraine-Konflikt. Ich habe die NATO-Struktur mal dargestellt und die Erklärung dazu liefert Daniele Ganser, der Schweizer Historiker. Allerdings muss man sich Zeit nehmen, denn dieses Video läuft knapp 2 Stunden, hat aber dann den Vorteil, dass man damit einen erheblichen Wissensvorsprung gegenüber den meisten Menschen erhält und die NATO als das begreift, was sie wirklich ist; ein US-geführtes weltweites Kriegsbündnis. Die Unschuld (als Verteidigungsbündnis) hat die NATO bereits im Kosovo-Krieg eingebüßt. Doch zurück zu Putin.

Man hat über Jahre immer wieder mit kleinen Nadelstichen versucht, Putin zu diskreditieren, um ihn in der Öffentlichkeit als Macho und als Diktator darzustellen und ein Macho ist im Zeitalter des Feminismus und Genderismus ein absolut negativer Begriff. Ein Macho oder männlich zu sein, ist heute verfemt. Auch Männer haben feminin zu sein und wir blöden Männer folgen diesem Trend in immer stärkerem Maße, auch wenn sich inzwischen herausgestellt hat, dass das weibliche Geschlecht, ausgerüstet mit Machtbefugnissen, keinen Deut besser als Männer agiert. Es ist einfach so, wenn man Menschen Macht an die Hand gibt, egal ob Männlein oder Weiblein, wird der Missbrauch dieser Macht zur Regel, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Ich gehe davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich diese Erkenntnis durchsetzt, bei Frauen und bei Männern.

Nun hat sich ja offenbar in Minsk ein für alle Seiten tragbarer Kompromiss durchgesetzt. Hoffen wir, dass er dieses Mal hält und die Einschätzung von German Foreign Policy nicht Wirklichkeit wird, denn in der Ukraine hat es zu viele Tote gegeben. Fakt ist, dass die Provokation Russlands offenbar andauern soll, denn die Ausbildung ukrainischer Soldaten durch ein Bataillon US-Soldaten ist ebenso ein Affront gegen Russland wie das angekündigte NATO-Manöver im Schwarzen Meer.

Der IWF hat Kiew finanzielle Hilfen in Form eines Kredits zugesagt und fordert im Gegenzug Reformen. Arme Ukrainer, denn die Art der Reformen, die der IWF fordert, sind im Prinzip immer gleich:

  • Privatisierung
  • Einführung von Gen-Technik
  • Minimierung von Löhnen und Renten

Politisch gesehen ist der Ukraine-Konflikt eine nützliche Sache, laufen doch die Verhandlungen über CETA, TTIP und TISA in weiten Schichten der Bevölkerung unter "ferner liefen"! Aber man sollte nicht auf einem Pulverfass mit dem Feuer spielen, denn das kann leicht ins Auge gehen.