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Erstelldatum: 10.01.2015

Hebdo-Attentat

Ein Thema beherrscht die Presse-Landschaft, die Tragödie des Anschlags auf das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo", Wenn ich die aktuellen Meldungen richtig interpretiere, sind alle 3 Attentäter tot. Ich bin nun verunsichert. Hieß es nicht, der Jüngste der 3 Brüder sei bereits in Gewahrsam? Ach ja, ein vierter Mann ist hinzu gekommen, der Geiselnehmer Amedy Coulibaly.

An sich ist das kein Thema für Blogs, die politische Analyse betreiben oder betreiben wollen. Aber es geht hier auch weniger um den Anschlag selbst und die damit verbundene Sensationshasche, sondern darum, Merkwürdigkeiten und öffentliche Reaktionen aufzuzeigen.

Nun sind die Attentäter also tot und wir werden nie erfahren, ob das Attentat wirklich einen Islam-terroristischen Hintergrund hatte. Nach Presse-Berichten waren die Brüder als Kriminelle bekannt und ich habe ein Problem damit, Kleinkriminelle als "Hüter des Glaubens" zu sehen. Mich erinnert das ein wenig an Gladio. Damals wurden Rechte instrumentalisiert, Terroranschlage durchzuführen, die man den Linken in die Schuhe schob. Solche Aktionen laufen unter der Bezeichnung False-Flag-Operationen" und waren schon immer eine beliebte Methode,, Stimmung zu erzeugen oder am köcheln zu halten und ich fürchte, "Bekennerschreiben" haben Geheimdienste in den Schubladen liegen, wie Verwaltungen Anmeldeformulare.

Die Frage, ob die Attentäter in Paris auch von anderen instrumentalisiert wurden, wird man nun wohl nicht mehr klären. Ist das nun praktisch oder katastrophal? Inzwischen wird ja der jemenitische Ableger der Al Qaida als Auftraggeber genannt. Irgendwie finde ich das praktisch, denn al Qaida ist ja so etwas wie die große dunkle Wolke des Terrors und gerne vergisst man dabei, dass sie ein Kind der CIA war und vielleicht auch immer noch ist??

Die FAZ vom 09.01.2015 (Solidarität mit Frankreich SPD-Chef Gabriel ruft zur gemeinsamen Demonstration auf) berichtet nun über den Aufruf Gabriels, der zu einer Großdemonstration aufruft und dieser Bericht enthält einige eher amüsante Passagen. Im Wortlaut:

    In dem Brief heißt es: "Der perfide Plan von Terroristen, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben, darf nicht aufgehen. Genauso wenig wie der Versuch, diese grausamen Taten nun als Bestätigung von Ressentiments etwa gegenüber Flüchtlingen oder gegenüber dem Islam zu missbrauchen." Bei dem Angriff auf die "Zeiten" waren am Mittwoch zwölf Menschen getötet worden. Das Attentat hatten die "Pegida"-Bewegung und die AfD als Bestätigung ihrer Befürchtungen gesehen.

War es nun ein Angriff auf die "Zeiten"?

Wenn nun Gabriel zu Großdemonstration aufruft, nutzt er lediglich eine Tragödie, um sich selbst zu profilieren und das ist einfach nur billig. AfD und PEGIDA in diesen Aufruf gleich einzubeziehen, zeigt aus meiner Sicht einen Mangel an politischen Argumenten, oder alternativ seine Verachtung gegenüber den Bürgern dieses Landes. Ich stehe beiden Organisationen sehr skeptisch gegenüber, aber diese pauschalen Aussagen darüber lassen eine politische Auseinandersetzung mit deren Thesen vermissen. Und einige der Thesen der Pegida sind durchaus diskussionswürdig.

Auch die Grünen wollen auf diesen Zuge aufspringen und die FAZ schreibt:

    Die Grünen wollen ebenfalls ein überparteiliches Zeichen "gegen Meinungsfreiheit" setzen.
Der Satz gefällt mir, obwohl er sicherlich in dieser Form nicht gewollt war, aber die Wirklichkeit widerspiegelt.

Der Terroranschlag auf das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo" ist unzweifelhaft fürchterlich, aber mich stört einfach, dass er unmittelbar danach als "islamistischer Anschlag" bezeichnet wurde, weil die mutmaßlichen Attentäter Muslime sind. Steht eigentlich wirklich zu 100 % fest, dass sie den Anschlag wirklich begangen haben? Und wo sind die Beweise, dass es sich dabei wirklich um einen islamistischen Hintergrund handelt.

Ich denke, die wirkliche Wahrheit werden wir nicht erfahren, sondern nur die öffentliche "Wahrheit". Dabei sei festzuhalten, dass Terror nahezu immer Gegenterror gebiert. Und Terror gegen arabische Staaten wird seitens westlicher Staaten und Geheimdienste seit Jahren praktiziert. Nur umschreibt der Westen seinen Terror damit, dass er diktatorische Regime gegen demokratische Regierungen austauschen will. Dass die Zahl der Toten dabei erheblich über der liegt, die die angeblichen und wirklichen Despoten zu verantworten haben, dass die westlichen Waffen dazu noch mit der Verwendung von Uranmunition für eine noch lange anhaltende Zeit dafür sorgt, dass bei Geburten die Zahl der Missbildungen drastisch gestiegen ist (siehe Irak), ist auch nicht unbedingt geeignet, uns, also den Westen zu lieben. Wenn der Westen Terror verübt, gibt er hehre Motive vor, obwohl bei all den Angriffen des Westens geostrategische und geopolitische Interessen der wirkliche Auslöser sind und wir dazu nicht einmal sicher sein können, ob nicht so manche "Terroranschläge" False Flag-Operationen sind, um Stimmungen zu halten oder zu erzeugen und einfache Menschen zu fanatisieren ist für manche Drahtzieher kein großes Problem. Und intellektuelle Leuchten waren die Attentäter nun wirklich nicht, wobei der Terminus "mutmaßliche Täter" im Raum stehen bleibt.

Aber für Presse und Politik war und ist der Anschlag ein gefundenes Fressen. Live-Ticker, Brennpunkte und politische Statements sowie politisch genutzte Anteilnahme (dazu gehört auch der Aufruf von Gabriel zu einer Großdemonstration) reißen nicht ab. Tragödien dieser Art lassen sich meist hervorragend ausschlachten.