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Erstelldatum:16.09.2014

Landtagswahl Thüringen 2014

Landtagswahl in Thüringen. Stärkste Fraktion ist eigentlich die Gruppe der Nichtwähler, vor allem wenn man die Wähler, die ungültig gewählt haben, hinzuzieht.

Ein Vergleich zu der Wahl 2009 hinkt, weil dieses Mal das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt wurde und trotzdem hat fast die Hälfte der Wahlberechtigten auf die Teilnahme an der Wahl verzichtet.

Hier kommt nun zuerst mal der Wahlleiter zu Wort:

Pressemitteilung 280/2014 Erfurt, 14. September 2014
Der Landeswahlleiter Günter Krombholz informiert:
Vorläufiges amtliches Ergebnis der Landtagswahl 2014
Gemäß 66 Absatz 5 der Thüringer Landeswahlordnung gibt der Landeswahlleiter hiermit das vorläufige Wahlergebnis der Landtagswahl in Thüringen am 14. September 2014 bekannt:

 Wahlberechtigte: 1.812.249
 Wähler: 954.963 Wahlbeteiligung: 52,7 %

 gültige Wahlkreisstimmen:  934.447

 ungültige Wahlkreisstimmen:  20.516

 gültige Landesstimmen:  941.692

 ungültige Landesstimmen:  13.271

 Die Verteilung der gültigen Landesstimmen und damit der zu vergebenden Sitze stellt sich wie folgt dar:

 Parteien 2014 2009 Differenz 2014
gegenüber 2009
Anzahl Prozent Sitze Anzahl Prozent Sitze Prozentpunkte Sitze
 CDU
315.096 33,5 34 329.241. 31,2 30 + 2,3 + 4
 DIE LINKE
265.425 28,2 28 288.932 27,4 27 + 0,8 + 1
 SPD
116.889 12,4 12 195.353 18,5 18 - 6,1 -6
 FDP
23.352 2,5 - 80.511 7,6 7 - 5,1 -7
 GRÜNE
53.395 5,7 6 64.889 6,2 6 - 0,5 0
 AfD
99.548 10,6 11 - - - + 10,6 + 11
 REP
1.693 0,2 - 4.587 0,4 - - 0,2 -
 FREIE WÄHLER
15.855 1,7 - 40.834 3,9 - - 2,2 -
 KPD
1.192 0,1 - - - - + 0,1 -
 NPD
34.018 3,6 - 45.401 4,3 - - 0,7 -
 Die PARTEI
5.566 0,6 - - - - + 0,6 -
 PIRATEN
9.663 1,0 - - - - + 1,0 -
 ödp
- - - 4.453 0,4 - - 0,4 -

Große Sorge bei den alteingesessenen Parteien bereitet der hohe Anteil, den die AfD aus dem Stand heraus erringen konnte. Bei einem großen Teil der Wähler kam hingegen Freude auf, denn die FDP ist noch weiter abgerutscht und nicht mehr im Landtag präsent. Nun ja, ich bin da nicht so sicher, denn die AfD ist eigentlich nichts anderes als ein Äquivalent der FDP, eine liberale und sehr rechts stehende Wirtschaftspartei, die in ihren Forderungen noch wesentlich extremer als die FDP war (Hamburger Appell), bevor sie sich entschloss, im Politgeschäft mitzumischen. Aber sie haben den Schlüssel gefunden, mit dem man die "Wählerherzen" knackt und wurden dabei von der Presse tatkräftig unterstützt. Der Schlüssel nennt sich "Euro" und die Presse macht unterschwellige Werbung für die AfD, indem sie sie meist nur als "Eurokritische" Partei bezeichnet. Ich prognostiziere da mal (prognostizieren hört sich ja so viel besser an als spekulieren, obwohl es auf das Gleiche hinausläuft), dass Lucke und Konsorten sich künftig oft und gerne eurokritisch gebärden werden, aber die Euro-Politik und die EU-Politik in vollem Umfang mittragen werden.

Interessant finde ich die Presseinformationen über die Wählerwanderungen hin zur AfD. Ich dachte immer, Wahlen seien geheim und wundere mich deshalb ein wenig. Sie sehen, ein wenig Kinderglauben (geheime Wahlen) ist bei mir immer noch vorhanden. Aber brennend interessiert mich immer wieder, wie viele Thüringer denn nun wirklich die CDU, SPD usw. gewählt haben, weil die veröffentlichen Prozentangeben immer die reinste Rosstäuscherei sind. Es gibt nun mal Wahlberechtigte und die Wahlergebnisse sollten eigentlich für die Parteien immer im Verhältnis zu der Zahl der Wahlberechtigten angegeben werden und erst im Anschluss dann die Sitzverteilung aufgrund der gültig abgegebenen Stimmen. Deshalb hier die echten Zahlen (nur 2014), wie viel Thüringer denn nun die Parteien gewählt haben, die im künftigen Landtag vertreten sein werden:

 Parteien 2014 2009 Differenz 2014
gegenüber 2009
Anzahl Prozent Sitze Anzahl Prozent Sitze Prozentpunkte Sitze
 CDU
315.096 17,4 34 329.241. 31,2 30 + 2,3 + 4
 DIE LINKE
265.425 14,5 28 288.932 27,4 27 + 0,8 + 1
 SPD
116.889 6,4 12 195.353 18,5 18 - 6,1 -6
 GRÜNE
53.395 2,9 6 64.889 6,2 6 - 0,5 0
 AfD
99.548 5,5 11 - - - + 10,6 + 11

Ein wenig erinnern mich die Wahlen an einen Krieg. Nach der Schlacht stehen dann die mit den meisten Überlebenden da und faseln von einem glorreichen Sieg. Aber sieht das nach einem Sieg aus, wenn keine Partei real auch nur ein Fünftel der Wählerstimmen erhält?

Nun wurde ja auch in Brandenburg gewählt, aber die Analyse spare ich mir, denn dort sind noch weniger, also nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten, zum wählen gegangen.

Ich ziehe mir da lieber Volker Pispers rein, weil der die Wahrheit ausspricht, wenn auch mitunter in rustikaler Art.