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Erstelldatum:13.09.2014

Panne der ARD

Es ist natürlich unwahr, dass die Presse Propaganda zu Lasten Russlands betreibt. Wer so was glaubt, fällt unter die Rubrik Putinversteher.

Peinlich, wenn dann so etwas passiert, wir der Tagesspiegel berichtet (obwohl der in Sachen Propaganda nicht minder eifrig bei der Sache ist). Man kann das Original dieses Fotos bei n-tv auch heute noch bewundern.

Die vom WDR vorgebrachten Entschuldigungen intensivieren aus meiner Sicht diese Peinlichkeit noch. Man hat sich im Archiv vergriffen? Werden aktuelle Fotos bei den Öffentlich Rechtlichen gleich ins Archiv gestellt? Bisher habe ich ein Archiv immer als Ort angesehen, in dem man Berichte, Fotos und was weiß ich ablegt, wenn sie ihre Aktualität verloren haben.

Bisher wurden noch keine Beweise für diese in allen Presseorganen vorgebrachten Beschuldigungen vorgelegt, dass Russland mit Panzern und Waffen in die Ukraine vorgerückt seien. Im Gegenteil, OSZE-Beobachter haben berichtet, dass sie für solche Beschuldigungen keinerlei Anzeichen bemerkt haben. Doch das scheint die Medien nicht weiter zu stören. Täglich werden weitere unbewiesene Schauermärchen über den bösen Putin verbreitet. Wer braucht schon Beweise? Putin ist böse und wenn Putin böse ist, ist Russland auch böse, Basta. Wen in den Medien (außer den Zensoren) interessieren da schon die empörten Leserzuschriften? Doch lediglich die Forentrolle, die mit Diskreditierung, Beleidigung und unbewiesener Argumentation versuchen, Lesermeinungen in den Schmutz zu ziehen.

Die Politik interessiert die Empörung der Bürger ohnehin nicht. Ich habe bereits vor einiger Zeit geschrieben, dass unsere Demokratie nichts taugt, sondern nur der Bevölkerung vorgegaukelt, dass sie die Politik mitbestimmen dürfe. Dafür bekommen wir derzeit den Beweis geliefert. Liest man in der Presse die Propaganda-Artikel und vor allem die Leserkommentare und berücksichtigt dabei, dass so mancher Kommentar seitens der Propagandaorgane der Zensur zum Opfer fällt (vor allem bei den Springer-Medien, Zeit und Fokus, aber auch bei anderen), dann sollte einem bewusst werden, dass wir zwar plärren dürfen, aber Politik und Presse davon keinerlei Notiz nehmen.

Nehmen wir als Beispiel die MH17. Die Schuldigen waren von Presse und Politik schnell benannt. Inzwischen dürften die Auswertungen, wer denn wirklich diesen Jet vom Himmel geholt hat, längst abgeschlossen sein. Dennoch findet man in der Presse keine Berichte darüber Lediglich in dem Provinzblatt der Stuttgarter Nachrichten werden die richtigen Fragen gestellt und natürlich in der offiziell als Pfui-Presse hingestellten Presse, also Kopp-Verlag oder Telepolis wird auch gefragt. Dabei wurde dieser Absturz infolge der Schuldzuweisungen und der angeblichen Verantwortung Russlands auch genutzt, um weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen.

Die FAZ hat allerdings zu diesem Absturz auch eine Meldung am 28.08. gebracht. Da frage ich mich, wie tief ist man bei der FAZ gesunken, dass ihr nicht die Aufklärung der Ursache am Herzen liegt, sondern nur die Börsennachricht wichtig erscheint?

Telepolis berichtet über die bisher veröffentlichten Hinweise zum Untersuchungsbericht und stellt zum Schluss die berechtigte Frage: Cui bono?

Ich spekuliere mal. Man wusste von Beginn an, wer verantwortlich für den Abschuss war und hat danach nichts als Nebelkerzen gezündet. Und die Russen, ob die in der Ukraine oder die in Russland, haben mit diesem Abschuss nichts zu tun und ob der Abschuss ein Versehen war, ist auch fraglich. Dafür war er aber sehr nützlich, um Empörung in der Bevölkerung hervorzurufen und die Meinung zu Russland sicherlich bei einer Menge Menschen ins Wanken zu bringen. Vielleicht war das Ganze sogar eine bewusste False Flag-Aktion, um einen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung zu erreichen. Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass 300 Menschenleben in den Augen der Militärs ein akzeptabler Verlust sind, wenn man das "große Ganze" dabei vor Augen hat. Bei der Gewinn- und Verlustrechnung des Militärs wird die Währung in Menschenleben gahandelt.

Obama hingegen scheint zu versuchen, doch noch Kapital aus dem Konflikt für sein angeschlagenes Image zu ziehen. Ein Absatz über seinen Besuch in Estland ist mir besonders aufgefallen. Er sagt lt. Spiegel:

    Was Putin vorhabe, stärke Russland nicht, sagte Obama in Estland. Wenn Putin jetzt an die Zeiten der russischen Zaren erinnere und Land zurückerobern wolle, das schon im 19. Jahrhundert verloren gegangen sei, werde er keineswegs Russlands Größe wiederherstellen. Unbändiger Nationalismus sei immer die letzte Zuflucht derer, "die ihren Bürgern weder Fortschritt noch Entwicklungschancen zu liefern vermögen". Mit Blick auf die Ost-Ukraine sagte Obama, man müsse neben der militärischen Bedrohung auch der russischen Propaganda entgegentreten.

Wer sich die heutigen Vereinigten Staaten von Amerika kritisch anschaut, sieht einen nationalistischen Staat erster Ordnung, in dem fehlende nationalistische Hingabe sogar lt. Patriot Act strafbar sein kann. Aber in einem hat der Spiegel wohl recht. Wenn Obama um ein wenig Anerkennung buhlt, muss er schon nach Europa kommen. In den USA hat er die verspielt.

Wenn ich so darüber nachdenke, machen die prorussischen Separatisten eigentlich das, was als einziges Mittel zu wirken scheint, sich bei Politikern Gehör zu verschaffen. Knarren sind halt lauter als die Stimmen der Bürger. Wirklich traurig.