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Erstelldatum: 29.09.2013

Das echte Wahlergebnis 2013

Oft genug habe ich betont, dass die Wahlergebnisse eigentlich eine juristisch gestattete Fälschung sind, weil die Parteiergebnisse nicht ausgehend von der wahlberechtigten Bevölkerung ermittelt werden, sondern stets nur von den "gültig abgegebenen Stimmen".

Trotz journalistisch gemeldeter hoher Wahlbeteiligung haben 28,5 Prozent der Wahlberechtigten darauf verzichtet, wählen zu gehen. Von denen, die wählen gegangen sind, haben wiederum 1,6 Prozent die Erststimme und 1,3 Prozent die Zweitstimmen ungültig gemacht. Würde man das prozentual von den Wahlberechtigten berechnen, wären es 1,1 % bei den Erststimmen und 0,95 % bei den Zweitstimmen.

Es wäre falsch, diese nun als Deppen anzusehen, schon deswegen nicht, weil es Parteien und Kandidaten gegeben hat, die für die Direktwahl (Erststimme) keinen Kandidaten ( Parteien) aufgestellt haben und andere, die als Einzelkämpfer ohne den Hintergrund einer Partei nur für die Erststimmen nominiert waren. Wähler, die ausschließlich für eine Partei oder einen Direktkandidaten votiert haben, haben dann nur ein Kreuzchen gemacht und damit ist dann nur die nicht abgegebene Stimme, also die Hälfte der Wahlmöglichkeit ungültig.

Andere sind zur Wahlurne gegangen, haben aber vielleicht den Wahlzettel ungültig gemacht, um damit ihren Protest auszudrücken. Wie viel Prozent das waren, wird nie wirklich gesagt, weil zuerst ausgezählt wird, wie hoch die Wahlbeteiligung gewesen ist und dann ausgehend von der Zahl der Wähler werden die ungültig abgegebenen Stimmen berechnet und nicht von der Zahl der Wahlberechtigten. Damit erscheint die Zahl der ungültig abgegebenen Stimmen höher, als sie in Wirklichkeit ist. Zieht man dann noch die Wähler ab, die ausschließlich für Parteien oder Kandidaten gestimmt haben, die nur mit einer Wahlmöglichkeit (Erst- oder Zweitstimme) angetreten sind, dürfte die andere (fehlende) Stimme eigentlich nicht als ungültig gewertet werden (meine ich zumindest).

Statt, wie bei der öffentlichen Verlautbarung geschehen, beim Wahlergebnis der Parteien den Vergleich der Zu- bzw. Abnahme zur letzten Bundestagswahl anzugeben, habe ich (nur für die Parteien, die überhaupt in die Nähe der 5%-Hürde gekommen sind) mal ausgerechnet, wie viele Wähler diese Parteien wirklich gewählt haben.

Gegenstand der Nachweisung Erststimmen Zweitstimmen
Anzahl % von Wahl-
Berechtigten
Anzahl % von Wahl-
Berechtigten
Wahlberechtigte
61.903.903
-
-
61.903.903
- -
Wähler
44.289.652
71,5
-
44.289.652
71,5 -
Ungültige
688.428
1,6
1,11
587.178
1,3 0,95
Gültige
43.601.224
98,4
70,43
43.702.474
98,7 70,60
CDU
16.225.769
37,2
26,21
14.913.921
34,1 24,09
SPD
12.835.933
29,4
20,74
11.247.283
25,7 18,17
FDP
1.028.322
2,4
1,66
2.082.305
4,8 3,36
DIE LINKE
3.583.050
8,2
5,79
3.752.577
8,6 6,06
GRÜNE
3.177.269
7,3
5,13
3.690.314
8,4 5,96
CSU
3.543.733
8,1
5,72
3.243.335
7,4 5,24
PIRATEN
962.946
2,2
1,56
958.507
2,2 1,55
AfD
809.817
1,9
1,31
2.052.372
4,7 3,32

Nun behaupten viele von denen, die nicht gewählt haben, das sei ihr Protest, weil keine der vorgeschlagenen Parteien ihren Vorstellungen von Politik entspräche. Ich kann und will diese Aussage nicht beurteilen, mit einer Ausnahme: Mit Protest hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun und das will ich mit dieser Tabelle eindeutig beweisen.

Diese Leute, die wegen Protest der Wahlurne fernblieben, vermindern die offiziellen Angaben der Stimmergebnisse nicht, sondern steigern sie und anhand dieser Tabelle kann jeder nachrechnen wie hoch der Prozentsatz ist, um den seine nicht abgegebene Stimme das Ergebnis der etablierten Parteien verbessert hat. Auch das häufiger verwendete Argument, man wolle mit seiner Stimmabgabe diese Parteien nicht auch noch finanzieren, ist ein Zeichen der Unkenntnis über die Wahlkampfkostenerstattung. Jede Partei bekommt ohnehin nur nach 18 Parteiengesetz nur für die für diese Partei ermittelten gültig abgegebenen Stimmen einen Pauschalbetrag, folglich hätte es finanziell keinen Einfluss auf die Finanzierung der etablierten Parteien, wenn jemand, statt nicht zu wählen, eine kleine Partei wählt. Aber es hätte Einfluss auf die Prozentzahlen der großen Parteien.

Nun werden Sie sagen, das ist doch kalter Kaffee, die Wahl ist vorbei und jede Reue käme also ohnehin zu spät. Das ist natürlich relativ richtig, relativ, weil ich erst nach Erhalt der Wahlergebnisse die echten Wähler der Parteien ausweisen kann.

Doch auch aus einem weiteren Grund relativ, wenn nämlich die derzeitigen Presseberichte darüber, dass eine erneute Wahl die CDU/CSU noch weiter nach vorne bringen würde und die AfD auch in den Bundestag einziehen würde, etwas anderes sein sollten, als eine Drohung an die SPD, sich einer großen Koalition nicht zu verweigern, weil ansonsten die CDU die absoluter Mehrheit vermutlich erreichen würde und bei der SPD und auch bei den Grünen plötzlich die Möglichkeit, mit der CDU/CSU zu koalieren, von den Mitgliedern der Parteien boykottiert und mit Parteiaustritt bedroht wird, dann könnte es ja vielleicht sogar zu einer Neuwahl kommen und wenn dann noch einige der Wahlbeteiligungsverweigerer diese Tabelle gesehen haben und aus dem nicht vorhandenen Lichtlein der Erkenntnis plötzlich ein vorhandener Kronenleuchter der Erkenntnis geworden, könnte das theoretisch Auswirkungen haben.

Ich weiß, das ist mehr als theoretisch, es ist höchst unwahrscheinlich, weil die Zahl meiner Leser auch nicht annähernd ausreichen würde, diesen Kronenleuchter einer großen Menge Nichtwähler zu bescheren. Doch wer weiß, es gibt ja schließlich Twitter, Facebook und jede Menge Foren und vielleicht verplappert sich ja auch der BND, wenn ihm die NSA mitteilt, was ich nun wieder verzapft habe. Ich weiß, das kommt dem Glauben an ein Wunder gleich, aber spielen Sie nicht auch jede Woche Lotto?