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Erstelldatum: 01.09.2013

Schwenk im Syrien Krieg

Die Entwicklung um den Militärschlag gegen Syrien nimmt eine unerwartete Wende. Lt. Spiegel vollführt Obama eine Kehrtwende, indem er nun das Vorhaben eines Militärschlags von der Zustimmung des Kongresses abhängig macht. Natürlich dürfen die Worthülsen nicht fehlen. "Ich könnte es auch alleine entscheiden. Ich bin der Präsident der ältesten konstitutionellen Demokratie der Welt", begründete er seine Volte. "Ich habe immer schon geglaubt, dass unsere Macht nicht nur in unserer Militärmacht verwurzelt ist, sondern in unserem Vorbild als Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk." Na, wenn das nicht Zynismus pur ist. Sich und seine Mannen als Vorbild für die Amerikaner darzustellen zeigt, dass bei den Amerikanern ein Rückschritt in die Zeit des "Wilden Westens" erfolgt ist, in die Zeit, in der nur ein toter Indianer ein guter Indianer war und man im Süden der USA nichts gegen Neger hatte, weil man meinte, jeder solle wenigstens einen haben.

Obama hat sich Zeit erkauft, denn der Kongress ist bis zum 9. September in der Sommerpause und Kongressabgeordnete haben nicht, wie Obama, eine letzte Amtsperiode, sondern wollen wieder gewählt werden und das wird einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung haben.

Bei der Süddeutschen scheint diese Volte von Obama noch nicht angekommen zu sein. Zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, als sie einen Bericht eines Mitglieds des Council on Foreign Relations, John C. Hulsman, als Gastbeitrag veröffentlichte.

Dieser Beitrag hinkt der Realität ein wenig hinterher. Sehen wir mal davon ab, dass mir die glatten Worte eines Mitglieds des Council on Foreign Relations noch weniger glaubwürdig erscheinen, als die deutscher Politiker wie Zimmermann oder Pofalla, weil diese Organisation einer der maßgeblichen elitären Zirkel ist, welche die US-Politik aus dem Hintergrund steuern, habe ich eher den Eindruck, dass auch der Council on Foreign Relations zurück rudert, weil die Stimmung gegen diesen Krieg seitens der USA eine Situation aufzeigt, die diesem von Rockefeller gegründeten Zirkel eigentlich unmöglich erschien: "Das Volk wird wach", nicht nur in einem, sondern in vielen Staaten.

Ich glaube auch nicht an eine Selbstbesinnung Obamas, sondern eher an die Folge von für US-Präsidenten so wichtigen Umfrageergebnissen und danach ist das Ansehen des Präsidenten gewaltig gesunken. Bei Umfragen stimmten in Amerika 51% gegen ein Eingreifen der Amerikaner und nur 9% dafür. Doch nicht das alleine ist wohl der Grund, sondern wohl vor allem die Schlappe von Cameron, die plötzlich und unerwartet Grenzen für eine Führungselite aufzeigte und die NSA hat sicherlich auch auf Anfrage mitgeteilt, dass die Volksstimmung in nahezu allen EU-Ländern mehrheitlich gegen die US-Politik ist.

Auch Putins Reaktion hat sicherlich was damit zu tun und vielleicht hat es Obama gedämmert, dass die letzten beiden Weltkriege auch ihren Ursprung in anscheinend eher banalen Ereignissen hatten, bevor sie sich zu einem Flächenbrand ausweiteten. Nur wäre der Unterschied dieses Mal, dass die Amerikaner nicht erst sehr spät und mit frischen Kräften in das Geschehen eingreifen würden, womit sie sich den Nimbus des Retters erkauften, sondern von Anfang an dabei sein würden, eine den Amerikanern ungewohnte Situation, die schon Probleme hatte, rein regionale Konflikte wie Korea, Vietnam, Afghanistan und Irak zu lösen. Vielleicht sollte man das noch mal in Erinnerung rufen. Z. B. Afghanistan. Was ist das für ein Land?

Afghanistan ist ein Land, in dem seit langer Zeit in verschiedenen Regionen verschiedene neudeutsch als War-Lords bezeichnete Gruppen, hervorgegangen aus kriegerischen Bergstämmen, das Sagen hatten. Dann kamen die Russen (noch zu UDSSR-Zeiten) und diese War-Lords schlossen sich gegen die Russen zusammen. Auch die Amerikaner waren da, besser die Agenten der CIA und gründeten eine Widerstandsbewegung mit Namen Al Kaida, angeführt von einem Saudi namens Osama bin Laden und rekrutierten für ihn nahezu 100.000 Söldner aus den arabischen Ländern, zum größten Teil fanatische Glaubenskrieger, die sich begeistert in den Krieg gegen die Ungläubigen stürzten, ausgebildet von der CIA und auch reichlich mit Waffen versorgt. Die Russen erkannten die Zwecklosigkeit ihrer Okkupation und zogen sich zurück. Die Warlords teilten sich wieder in ihre angestammten Regionen auf und eine dieser Gruppen waren die Taliban. Die Al Kaida, oder das was noch davon übrig war, stand plötzlich alleine da und wurde zur Terrorgruppe. Das ist eine mögliche Version. Eine zweite könnte sein, dass sie der CIA nützlich erschien, so wie nach 1945 viele Nazi-Kriegsverbrecher und zu einer Untergrundgruppe der CIA für besondere Aufträge wurde, wer weiß das schon so genau.

Dann kam der 11.9.2001 und plötzlich standen die Taliban im Visier der Amerikaner, die erstaunlich schnell die Attentäter ausgemacht hatten. Genau genommen hatte eigentlich nur Bush wirklich Nutzen von dem Attentat, doch das ist ein anderes Thema. Kurze Zeit später sorgten Bomberstaffeln der USA dafür, dass das, was in Afghanistan noch stand, auch in Schutt und Asche fiel. Der Grund für diesen Krieg? Natürlich bin Laden, den die Taliban versteckt hielten. Leider, leider hatte sich bin Laden schon abgeseilt, als die Amerikaner mit ihrer Bomberei fertig waren, aber kein Grund, sich zu entschuldigen oder gar abzuziehen. Nein, man hatte ja die so genannten Willigen dabei und denen musst man ja das Land mal zeigen, z. B. die Mohnfelder, deren Erträge man in den USA dringend benötigte, oder die strategischen Routen für den Öltransport aus den arabischen Ländern. Auch wir Deutschen sahen ein, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt werden müsse, aber wir griffen natürlich nicht in die Kämpfe ein, sondern verabreichten Zäpfchen und Pflaster und schienen die Guten zu sein, aber auch nur, bis Oberst Klein einen Tanklaster zerbomben ließ, ganz ohne Rücksicht auf die Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder, die dort versuchten, auch ein wenig Benzin abzuzapfen, womit man auf dem Schwarzmarkt vielleicht das Überleben für ein oder zwei weitere Wochen hätte sichern können.

Wer ein wenig tiefer gräbt, bekommt raus, dass die Taliban noch Ende der 90er Jahre mit einer Delegation in den USA waren, um ein Abkommen über Bodenschätze und Handelsrouten mit den USA abzuschließen, das nur nicht zustande kam, weil sich Frauenrechtlerinnen der USA am Verhältnis der Taliban zu ihren Frauen störten. Man könnte sogar dahinter kommen, dass der Bush-Clan ziemlich enge Verbindungen zum saudischen bin Laden-Clan unterhielt, wobei Letzterer sogar den späteren Präsidenten George W. Bush mal aus der Klemme half, als der sich mit einem Ölgeschäft verhoben hatte.

Danach kam der Irak-Krieg und Kanzler Schröder machte zum ersten und einzigen Mal etwas richtig, er schickte die Deutschen nicht mit in diesen Krieg, der ja verheerend sein würde, weil der Irak ja jede Menge Massenvernichtungsmittel hatte, mit denen er problemlos ganz Europa vernichten konnte. Hier machten aber Bush und Rumsfeld einen Fehler. Sie nahmen die Presse mit, um kontrollieren zu können, was sie berichtete. Aber unter den Augen der Presse konnten sie natürlich auch nicht Massenvernichtungswaffen vergraben, um sie dann kurze Zeit später zu finden.

Doch zurück zum Bericht in der Süddeutschen.

Dass der Autor den Giftgasanschlag ebenfalls ohne Beweise Assad in die Schuhe schiebt, ist ein typisches Verhalten der US-Eliten, dass er aber von Kriegsmüdigkeit der Amerikaner spricht, ist neu und eine ähnliche Volte, wie sie auch Obama nun vollführt. Dass er die angebliche Opposition nun mal richtig als einen Haufen eher krimineller Elemente darstellt, ist ebenfalls neu. Jetzt fehlt nur noch das Eingeständnis, dass man es selbst gewesen ist, der die Ereignisse erst angestoßen hat, so wie seinerzeit in Südamerika in einigen Regionen. Na ja, die Sache mit dem 11.9. wird wohl länger in den Geheimarchiven verbleiben, vermutlich sogar nie offiziell ans Licht kommen.

Die Rationalgalerie veröffentlicht heute die Übersetzung eines Berichts über eine amerikanische Web-Seite, die enthüllt, dass der Giftgasanschlag von den Saudis und den Rebellen ausgeführt wurde. Dann ist das natürlich etwas ganz anderes, die Saudis sind schließlich die guten Freunde der Amerikaner. Man sollte Ihnen als Dank eine Schachtel Ferrero Küsschen schenken.

Dazu noch ein kurzes (8 Min.) Video, das man sich unbedingt bis zum Schluss ansehen sollte.

Wir Deutschen haben ja heute einen wichtigen Termin, wie die Fernsehzeitschrift zeigt, das Kanzlerduell, das von der ARD, dem ZDF, RTL und Pro 7 übertragen wird, erstmalig mit einem Clown (Stefan Raab). Dieser Termin ist deshalb so wichtig, weil er bei genauem Hinsehen offenbart, dass Wahlen auch in Deutschland nichts als Show sind. Wahltermine sind so etwas wie das After der Deutschland AG.