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Erstelldatum: 02.11.2012

Frauen sind nicht die besseren Menschen und Geld macht nicht glücklich

Geld macht nicht glücklich! Diese tiefschürfende Erkenntnis habe natürlich nicht ich gehabt, sondern Ökonomen, die Experten in allem was Geld betrifft und die haben wiederum die ZEIT an dieser Erkenntnis teilhaben lassen, die dann die Bürger über diese verblüffende Erkenntnis informierte. Doch das war nicht die einzige völlig neue Erkenntnis, die mich in dieser Woche heimsuchte, denn auch die FAZ wusste umwälzend Neues zu berichten: Frauen sind nicht die besseren Menschen!

Nun hat die Presse einmal mehr meine Illusionen zerstört. Wie wird es wohl kommenden Samstag sein? Werde ich erneut dieses Hochgefühl haben, wenn ich fieberhaft darauf warte, dass die Lottozahlen gezogen werden? Werde ich noch immer dieses Hochgefühl erleben, diese Spannung, die mich erfasst, bevor die Zahlen kommen, diese fast sichere Gewissheit, dass es dieses Mal meine Zahlen sind, die die Lottofee, wie immer freundlich lächelnd, verkündet? Ich weiß es doch, das Glück ist ein Rindviech und sucht seinesgleichen, also müssen doch meine Zahlen kommen! Im Geiste male ich mir aus, was ich alles tun werde, wenn ich den Jackpot geknackt habe. Aber diese Gedanken schiebe ich schnell wieder beiseite, denn eigentlich fällt mir nicht allzu viel ein, was ich mit dem aus dem Füllhorn der Glücksgöttin strömenden Segen anzufangen wüsste. Ein neues Motorrad? Dazu noch ein Auto und dann noch eine neue Wohnung? Doch mehr fällt mit auf die Schnelle nicht ein und eigentlich lebe ich ja auch ohne diese Neuerungen, gespendet durch die für das Glück zuständige Göttin, noch ganz gut.

Werden die Zahlen dann bekannt gegeben und meine Zuversicht löst sich einmal mehr in Wohlgefallen auf, verkrafte ich das eigentlich recht gut. "Na, dann bei der nächsten Ziehung!" ist meine einzige Reaktion, die Spannung ist gewichen, die Vorfreude hat der Realität Platz gemacht und der Verstand kommt wieder zu Wort mit seiner hämischen Anmerkung: "Was hat Du erwartet, bei einer Chance von 1 zu 130.000.000?"

Na ja, so in etwa stelle ich es mir vor, resultierend aus eine Zeit, als ich noch Lotto gespielt habe. Inzwischen hat mein Verstand den Sieg über meine Gier davongetragen, auch wenn ich mir manchmal wünschte, ich hätte ein paar mehr dieser meist schmutzigen Papierlappen, auf die alle so erpicht sind. Auch die als Beispiel geäußerten Wünsche sind realitätsnah und ich würde ohne Hemmungen mein alte Gefährtin (eine 25 Jahre alte BMW K100) ohne Hemmungen gegen eine Jüngere eintauschen. So sind wir Männer nun mal. Zusätzlich ein Auto würde es mir ermöglichen, auch im Winter zu fahren, wenn Schnee liegt und nicht wie jetzt auf die schneefreien Tage begrenzt sein. Eine neue Wohnung, vielleicht sogar eine Eigentumswohnung würden mir die ständigen Querelen mit meinem Vermieter ersparen. Aber ansonsten, wozu würde ich einen Riesenbatzen Geld brauchen? Eigentlich habe ich alles, was ich brauche und Geld im Überfluss würde allenfalls zusätzlichen Verdruss bringen, denn plötzlich sind alle, die weniger haben, zu Neidhammeln mutiert. Zumindest die Presse stellt das immer so dar, wenn man Kritik am überborderden Reichtum einiger Weniger ausspricht. Ich übe diese Kritik häufig und ganz ohne Neid, denn aus meiner Sicht sind diese Superreichen ganz arme Wichte. Welchen Vorteil hat es, wenn man alles, was man haben will, ohne jeglichen Widerstand bekommt, nur weil man die Summe und die Unterschrift auf ein Scheckformular kritzelt? Wo bleibt die Vorfreude, die der normale Mensch empfindet, wenn der Termin näher rückt, an dem das neue Auto endlich vor einem steht, auf das man so lange gespart hat? Und das gilt aus meiner Sicht für alle Anschaffungen der Normalbürger.

Reichtum bedeutet aber Macht und weil Reiche solche Momente nicht kennen, die für den Normalbürger mit allen größeren Anschaffungen verbunden sind, nämlich Zufriedenheit oder gar ein Glücksgefühl, denn sie können sich ja ohne jegliche Anstrengung kaufen, was sie haben wollen, bleibt ihnen nur noch die Ausübung der Macht und die verleiht auch Ihnen eine Art Hochgefühl, oder doch besser Schadenfreude, wenn es ihnen mal wieder gelungen ist, dank ihres Reichtums jemanden zu ruinieren oder ihm sonst wie Schaden zuzufügen. Das gilt natürlich nicht generell, aber sicherlich oft, denn die Voraussetzungen für eine an Ethik und Moral ausgerichtete Ausübung der Macht sind vielfach nicht gegeben. Und kaum ein Reicher wird wohl von der Einsicht geplagt, dass er seinen ganzen Reichtum und seine Macht eigentlich denen verdankt, die er zumeist verachtet, den Plebs, Proleten und wie man sie sonst noch in gehobenen Kreisen bezeichnet.

Kommen wir auf den ZEIT-Artikel zurück. Wie schon gesagt, Ökonomen sind die Experten für alles, was Geld betrifft. In einer Mail habe ich sie vor kurzem als Alchimisten der Neuzeit bezeichnet, die mit der Grundsubstanz "Statistik" den Dreh wirklich gefunden haben, wie man aus Exkrementen Geld macht. Sie selbst gehen vorsichtig damit um und liefern lieber nur die Rezepte, denn wenn es mal nicht so klappt (siehe Derivate), haben sie dank Verkauf der Rezeptur ihr Schäfchen dennoch im Trockenen. Aber ganz sicher sind diese Damen und Herren keine Glücksexperten.

Was sagt ein Befragter, wenn man ihn fragt, ob er glücklich ist? Ich denke, diese Frage kann man nur mit Stereotypen beantworten und die meisten davon sind unrichtig. Bei den Antworten wird sicherlich allzu häufig Glück mit Zufriedenheit verwechselt. Glück ist aus meiner Sicht immer eine relativ flüchtige Sache, ein kurzer Moment. Dauerhaft glücklich zu sein würde uns umbringen, denn diese Momente sind mit eine regen Arbeit der Chemieproduktion unseres Körpers verbunden. Glück ist die Folge eines Ereignisses, dass den Körper veranlasst, Endorphine auszuschütten. Wie lange es anhält, ist unterschiedlich. Aber meistens ist die Folge eine tiefe und oft langanhaltende Zufriedenheit und wenn man sich den Moment des Glücks ins Gedächtnis zurückruft, kann es durchaus sein, dass man es erneut empfindet, obwohl dieses Mal kein Ereignis, sondern die Erinnerung daran diese körperliche Reaktion auslöst.

Ich kann es natürlich nicht beurteilen, aber ich glaube, dieses Gefühl hat jede Mutter, wenn sie das Neugeborene zum ersten Mal in den Armen hält und wird es immer wieder empfinden, wenn sie ihre Kinder in den verschiedenen Lebensphasen beobachtet. Auch wenn sie dabei nicht bewusst an die Geburt denkt, ist sie dennoch der Auslöser, immer wieder. Das ist aus meiner Sicht die beständige genetische Verbindung zwischen Mutter und Kind, von der Natur so eingerichtet und die kann durch keine Krippe, keinen Kindergarten oder Hort ersetzt werden. Im Gegenteil, weil Kinder immer wieder die Zärtlichkeit vor allem der Mutter suchen und diese auch die Trostspenderin in fast allen Lebenslagen ist, führen solche Aufbewahrungsanstalten eher zu einer zunehmenden Verfremdung mit erheblichen Auswirkungen auf Mutter und Kind. Obwohl solche Kinder noch keine Heimkinder sind, kommt ihr Lebenszyklus dem von Heimkindern bedenklich nahe, weil die Geborgenheit und nahezu stets vorhandene Präsenz der Mutter nicht mehr gegeben ist.

Tja, wenn das nicht ein gelungener Übergang zum FAZ-Artikel ist. Frauen sind nicht die besseren Menschen und das aus dem Munde einer Frau. Chapeau! Bisher traute sich meiner Kenntnis nach nur Esther Villar, das schonungslos auszusprechen. Dann auch noch darauf zu verweisen, dass die so oft reflektierte "Selbstverwirklichung" der Frau eigentlich nur der Übergang von einer Tretmühle (Haushalt) in eine andere (Büro, bzw. Arbeitsplatz) ist, finde ich wirklich mutig.

Was ist eigentlich das Hauptargument der Feministinnen gegen Männer? Nun, wir Kerle haben die Frauen immer unterdrückt. Meine persönlichen Erfahrungen sind gegenteiliger Natur. Als ich verheiratet war, war ich der unterdrückte Teil der Familie. Natürlich war ich selber schuld, denn kein Mensch muss sich unterdrücken lassen. Als ich dann angefangen habe, mich dagegen aufzulehnen, kam meine holde Gattin zu dem Schluss, dass es besser ist, von mir anstatt mit mir zu leben. Ein entsprechender Ehevertrag, den ich in meiner Trottelichkeit unterschrieben hatte, machte mich danach zum lebenslangen Zahlmeister, seit nunmehr 40 Jahren als Folge von 8 Jahren Ehe. Es hat aber nichts daran geändert, dass ich die Frauen liebe. Aber ich liebe auch Raubkatzen und klettere dennoch nicht in deren Käfig.

Doch Spaß beiseite, werfen wir doch einfach mal einen Blick in die Vergangenheit. Wer hat denn das Gerücht aufgebracht, dass die Frau dem Manne untertan sei? Das war der Klerus und der hält bis heute an dieser These fest, Trotzdem gibt es sie reichlich, die Feministinnen, die in den Kirchen auf den Knien rutschen, Momente, in denen sie ihre Emanzipation zu vergessen scheinen.

Die Herrscher von Gottes Gnaden haben diese Regelung auch dankbar aufgenommen, aber die Menschen außerhalb des herrschenden Adels hatten für diesen Schmarren keine Zeit. Die Männer arbeiteten lange Zeit mindestens 12 Stunden am Tag und die meisten dieser Arbeiten waren mehr als hart. Ihre Frauen, sofern sie überhaupt welche haben durften (das Vergnügen hatten nicht alle Leibeigenen) waren fast ununterbrochen schwanger und arbeiteten dennoch nicht minder hart, denn damals war der Haushalt noch wirklich Schwerstarbeit, vor allem bei einem Stall von Kindern. Während die Frauen der Oberschicht noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Schnitt 6 bis 8 Kinder gebaren, waren es bei den einfachen Frauen oft mehr als 10. Dabei waren Kinder nicht nur die Folge des vermutlich einzigen Vergnügens, dass sich die Armen der damaligen Zeit leisten konnten, sondern waren gleichzeitig die Alterssicherung der Eltern. Nominell war der Mann natürlich der Herr im Haus, so wie es Kirche und Herrschaftssystem verlangten. Doch praktisch führten viele Frauen zuhause das Regiment.

Die Geburt des Feminismus fand in der Oberschicht statt. Die Frauen dieser Schicht hatten ganz sicherlich erhebliche Langeweile, denn ihre Haushalte worden von Dienstboten in Gang gehalten, die sich auch um die Kinder kümmerten. Gesellschaftlich war es ein Novum, wenn eine dieser Frauen arbeitete. Ihnen blieben lediglich Kaffeekränzchen, ab und zu mal ein Theater- oder Konzertbesuch, dann aber mit der Pflicht, zu repräsentieren und einige von Ihnen verteilten auch Brosamen an die Armen und nannten das Sozialpflege.

Nun hat ja die Wissenschaft nachgewiesen, dass Frauen kommunikativer sind als wir Männer, aber auch das ist leicht erklärbar, wie jeder Ehemann weiß. Fängt die Frau mal erst an zu "kommunizieren", kommt ein Mann einfach nicht mehr zu Wort. Vielleicht war das der Grund, warum die Männer der Oberschicht verschieden Clubs gründeten und einen großen Teil ihrer Freizeit dort verbrachten und so vielleicht dem heimischen Wortschwall der geliebten und gelangweilten Frau zu entgehen. Das ist natürlich eine ganz private Spekulation von mir, nicht aber der Umstand, dass der Feminismus aus den Reihen der Oberschicht entstand. Inzwischen ist es so, dass Männer zu den eifrigsten Verfechtern des Feminismus zählen und auch Gender ist meiner Kenntnis nach von Männern aufgebracht worden.

Die generelle Aussage, Frauen seien die besseren Menschen, ist aus meiner Sicht Quatsch. Ja, es gibt Männer, die ihre Frauen schlagen und es gibt Frauen, die ihre Männer ohrfeigen. Da der Mann in der Regel physisch stärker ist als die Frau, ist es natürlich auch aus meiner Sicht eine reine Charakterschwäche, wenn ein Mann seine Frau schlägt. Ja, es gibt sie auch, die Männer, die Frauen vergewaltigen und es gibt die Frauen, die Männer wegen Vergewaltigung anzeigen, obwohl sie nicht vergewaltigt wurden. Ja, es gibt Männer, die ihre Frauen betrügen, nur ist die Zahl der Frauen, die ihre Männer betrügen, keineswegs geringer. Aber sie sind die besseren Lügnerinnen und können eventuelle Folgen auch leichter verbergen, denn wohl keine Statistik kann sagen, wie viele Kinder Väter haben, die nicht ihre Erzeuger sind, ohne dass außer der Frau jemand davon weiß.

Und was Verdienste angeht, sind es nicht die Männer allgemein, die Frauen schlechter bezahlen als die Männer, was übrigens auch keineswegs die Regel ist, denn überall da, wo es Tarife gibt, sind die nicht nach Männlein und Weiblein gestaffelt. Dort, wo es anders ist, sind es nicht die dort beschäftigten Männer, die die Gehälter festlegen, sondern die Bosse.

Man könnte jedes gegenseitige Vorurteil auf diese Weise entkräften, denn all diese Vorurteile sind die Folgen von entsprechender Propaganda und lösen sich in Luft auf, wenn man sie näher beleuchtet. Mann und Frau sind verschieden und ich glaube, die Mehrheit der Menschen ist dafür mehr als dankbar. Es sind doch gerade die Spannungsfelder ebenso wie die Gemeinsamkeiten, die das Leben für beide Geschlechter wirklich interessant machen. Frauen sind nicht besser als Männer und Männer nicht besser als Frauen, Beide Geschlechter haben ihre Macken und vermutlich ist das das eigentliche Geheimnis, warum sich der Mensch so entwickelt hat. Ich jedenfalls würde eine Welt voller Hermaphroditen stinklangweilig finden.