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Erstelldatum: 09.05.2012

Vorläufiges Wahlergebnis Landtag Schleswig Holstein

vorläufiges Wahlergebnis:
Quelle: Landeswahlleiter
Wahlberechtigte: 2.240.148 | Wahlbeteiligung: 60,1%
Gültige Stimmen: 1.327.672 | Ungültige Stimmen: 19.585
Bezeichnung Landtagswahl 2012 Landtagswahl 2009
Gewinn/
Verlust
Stimmen
Prozent
Stimmen
Prozent
Veränderung
(Anzahl) (%) (Anzahl) (%) in
Prozentpunkten
CDU
408.573 30,8 505.612 31,5 -0,7
SPD
403.783 30,4 407.643 25,4 +5,0
FDP
108.902 8,2 239.338 14,9 -6,7
GRÜNE
174.752 13,2 239.338 12,4 +0,8
DIE LINKE
29.868 2,2 95.764 6,0 -3,8
SSW
61.022 4,6 69.701 4,3 +0,3
PIRATEN
108.740 8,2 28.837 1,8 +6,4
FREIE WÄHLER
7.860 0,6 16.362 1,0 -0,4
NPD
9.821 0,7 14.991 0,9 -0,2
FAMILIE
12.735 1,0 12.310 0,8 +0,2
MUD
1.616 0,1 X X +0,1
Sonstige
X X 13.481 0,8 -0,8

Wenn die gültigen Stimmen von den
Wahlberechtigten berechnet worden wären
Wahlberechtigte: 2.240.148 | Wahlbeteiligung: 60,1%
Gültige Stimmen: 1.327.672 | Ungültige Stimmen: 19.585
Bezeichnung
Landtagswahl
2012
Stimmen
Prozent
(Anzahl)
(%)

CDU
408.573 18,2
SPD
403.783 18,0
FDP
108.902 4,9
GRÜNE
174.752 7,8
DIE LINKE
29.868 1,3
SSW
61.022 2,7
PIRATEN
108.740 4,9
FREIE WÄHLER
7.860 0,4
NPD
9.821 0,4
FAMILIE
12.735 0,6
MUD
1.616 0,1
Sonstige
X X

Beide Tabellen zeigen das gleich Szenario, lediglich wurden als Berechnungsbasis für die zweite Tabelle die Wahlberechtigten genommen, damit mal einen Eindruck bekommt, welche Auswirkungen Nichtwähler mit ihrer Wahlverweigerung provozieren. Natürlich hätten die etablierten Parteien mehr Stimmen bekommen, wenn wählen Pflicht wäre, aber da ich davon ausgehe, dass ein erheblicher Teil derer, die nicht zur Wahl gegangen sind, Leute sind, die auf diese Weise ihren Protest zum Ausdruck bringen wollen, hätten die Piraten und vermutlich auch die Linke mehr Stimmen der Nichtwähler bekommen, als die etablierten Parteien.

Wahlverweigerung stärkt die etablierten Parteien. Dass die FDP wieder in den Landtag gewählt wurde, liegt wohl vor allem an der niedrigen Wahlbeteiligung und erst in zweiter Linie daran, dass sie ihre gesamte Klientel mobilisieren konnte und dass Kubicki, weil er sich in der jüngsten Vergangenheit einige Male gegen die Bundes-FDP gestellt hat, ein paar zusätzliche Stimmen von CDU und SPD einheimsen konnte.

Schlimm ist, dass die Argumentation immer die gleiche ist.

Entschuldigung, aber all diese Argumente finde ich total bescheuert. Für mich ist wählen eine Bürgerpflicht, der ich mich allenfalls dann entziehe, wenn z. B. Bürgermeisterwahl ist und keiner der aufgestellten Kandidaten meine Zustimmung findet. Dann habe ich wirklich keine Wahl, weil ich wirklich nur zwischen diesen nominierten Kandidaten wählen kann.

Bei Landtags- oder Bundestagswahlen habe ich immer eine Wahl. Beispiel die Linke. Die SED ist Geschichte, seit mehr als 20 Jahren. Und die Zahl der echten alten SED-Funktionäre in dieser Partei ist permanent im Sinkflug, vor allem wenn man bedenkt, dass heute durch die Fusion mit der WASG ohnehin weitaus mehr Westdeutsche Parteimitglieder sind, als das zu Zeiten der PDS der Fall war. Und das Geschwätz, die wollten wieder den Sozialismus einführen, ist nun mal wirklich so was von abgestanden.

Die Piraten haben keine Erfahrung und wissen ja auch nicht so genau, was sie wollen. Nun ja, da ist was dran. CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP haben hingegen reichlich Erfahrung und diese Erfahrung bekommen wir täglich zu spüren. Keinerlei Transparenz der politischen Arbeit, kein wirklicher Dialog mit Fragestellern aus der Bevölkerung, eine Politik, die aus Märchen für die Bevölkerung und echter Zuwendung zum Kapital besteht, Abgeordnete, die fast immer so abstimmen, wie es ihre Vorbeter, die Fraktionsspitze will. Na, wenn das kein immenser Erfahrungsschatz ist. Und muss ein Abgeordneter mal selbst etwas ausarbeiten, ist der nächste Lobbyist ja nicht weit, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht.

Was ist eigentlich an diesem Staat so viel besser, als es in der SED war? Sicher, ich kann meinem Ärger hier Luft machen und meine Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Doch ist das Freiheit? Oder nicht doch lediglich eine Weiterentwicklung der Diktatur, die inzwischen erkannt hat, das es sinnvoller ist, wenn sich die Menschen ganz ohne politisches Zutun bei den meisten politischen Fragen gegenseitig selbst zerfleischen (sinngemäß, siehe Kommentarfunktionen in den Zeitungen), ohne sich mit der Thematik wirklich ernsthaft und intensiv auseinanderzusetzen?

Ist niemandem aufgefallen, dass die Moderatoren von ARD und ZDF am Wahlabend in SWH zahlreiche Zahlenspielchen über mögliche Varianten der Regierungsbildung zu zeigen wussten, aber in keiner dieser Varianten die Piraten vorkamen. Natürlich weiß niemand, wie sich Linke und Piraten entwickeln werden, wenn sie in die Regierungsverantwortung als Koalitionspartner kommen. Das heißt, bei den Linken gibt es schon entsprechende Erfahrungen aus Berlin und Mecklenburg Vorpommern. Aber die Piraten sind echte Neulinge. Na und? Wenn jemand die Stelle wechselt, ist er im neuen Unternehmen zuerst auch ein Neuling. Man muss doch keine Sorge haben, dass die Piraten gleich die Regierungsmehrheit bekommen. Selbst wenn sie gleich in eine Regierungskoalition eingebunden würden, wäre das kein Beinbruch. Ich glaube nämlich, dass die Piraten vorwiegend aus intelligenten jungen und vor allem lernfähigen Leuten bestehen. Dass sie derzeit noch Schwerpunktthemen haben, die sich vor allem auf das Internet beziehen, also ACTA, Vorratsdatenspeicherung usw. macht sie doch nicht zu einer Partei, für die andere Themen permanent verschlossen bleibt. Vielleicht haben sie längst andere Themen auf ihrer internen Agenda, halten die aber noch zurück, um nicht gleich eine groß angelegte Hetzkampagne auszulösen. Da sie überwiegend jung sind, werden sie wohl vor allem die Zukunft der jungen Generation im Blick haben. Sicher haben Sie auch noch keine große Erfahrung, aber echte Erfahrung sammelt man nur durch eigene Handlungen, alle Fehler eingeschlossen.

Ich weiß nicht, wie sich die Piraten entwickeln werden. Aber schlimmer als CDU, CSU, Grüne, SPD und FDP werden sie ganz sicher nicht. Ich jedenfalls hoffe, dass die anstehende Wahl in NRW anders verläuft als die in SWH.