Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 04.05.2012

Die Plünderung der Völker Europas

Der Bundestag! Einst stand als Inschrift auf diesem Gebäude: DEM DEUTSCHEN VOLKE. Allerdings gehe ich davon aus, dass die ursprüngliche Inschrift noch nie der Wirklichkeit entsprach, denn dort wurde zu keiner Zeit FÜR das deutsche Volk agiert, nicht während der Monarchie unter Kaiser Wilhelm (Reichstag), noch in der Weimarer Republik. In der Nazizeit wurde es nicht genutzt, weil jemand oder eine Gruppe es abgefackelt hatte (Reichstagbrand). Als politisch genutzter Bau (Bundestag) wurde das Gebäude trotz Restaurierung in den 60er Jahren erst nach der Wiedervereinigung wieder genutzt, weil zuvor der Bundestag in Bonn ansässig war. Tatsächlich fand in den 90er Jahren ein erneuter Umbau statt, so dass der Bundestag das Gebäude erst 1999 wieder als Sitz des Bundestages nutzen konnte. Der Umbau in den 90er Jahren hätte genutzt werden können, eine wahrhafte Inschrift (DEM INTERNATIONALEN FINANZKAPITAL) anbringen zu lassen. Aber Bundestag und Wahrhaftigkeit sind aus meiner Sicht ohnehin nicht miteinander vereinbare Begriffe. Deshalb steht dort auch heute noch immer DEM DEUTSCHEN VOLKE, obwohl die von mir eingefügte Inschrift wesentlich wahrhaftiger wäre.

Ich habe über Geld und über das Finanzsystem schon einige Beiträge verfasst, so einen Abriss über die Geschichte des Geldes unter dem Titel Geld ist Plunder oder den nicht von mir verfassten Artikel über Fabian, mit welchem das Zinssystem und seine Auswirkungen beschrieben werden. Aber vermutlich trifft das nicht so ganz den Nerv des Einzelnen, weil der eigentliche Hintergrund nicht deutlich genug wird. Das will ich nun versuchen und am Schluss natürlich wieder auf die mit dem ESM verbundenen Gefahren hinweisen.

Zunächst noch einmal die zwei Grundbegriffe: Geld und Kapitalismus. Geld war und ist lediglich ein Tauschmittel und als solches nur ein Versprechen an den, der dieses Mittel gegen Waren eintauscht, dass er/sie für diesen Schein oder diese Münzen bei Bedarf einen dem aufgedruckten Wert entsprechenden Gegenwert bekommt. Bevor der Geldschein erfunden wurde, hatten Münzen, zumeist aus Edelmetallen wie Gold und Silber geprägt, den gleichen Zweck, nur mit dem Unterscheid, dass Gold und Silber oder auch Kupfer schon immer in sich einen Wert darstellten.

Zu allen Zeiten gab es Betrüger, die Geld fälschten, indem sie es äußerlich dem mit dem Geld zusammenhängenden Versprechen anpassten, aber minderwertige Materialien nutzten. Die größten Betrüger waren aber die Herrscher, die mit einer Änderung der Legierung den Anteil der Edelmetalle verringerten, was außerhalb des eigenen Herrschaftsgebietes natürlich gravierende Folgen hatte, weil dort nicht der eingestanzte Wert gewertet wurde, sondern lediglich der Gehalt an Edelmetallen, wie Gold und Silber.

Heute wird das Geld in den Staaten als Währung bezeichnet. Aber was unterscheidet den Währungsverlust durch Inflation und Geldabwertung von der Minimierung des Anteils an Edelmetallen früherer Zeiten?

Mit der Gründung der Bundesrepublik war eine Bedingung der Amerikaner verbunden, den amerikanischen Kapitalismus zu übernehmen. Doch was ist Kapitalismus wirklich? Ich kann natürlich nur meine eigene Sicht wiedergeben. Kapitalismus hat 3 Basis-Komponenten.

  • Schulden
  • Guthaben
  • Zinsen

Wer von der Hand in den Mund lebt, hat kein Geld, das er anlegen könnte. Man muss also mehr haben, als man benötigt. Hat man es, kann man es investieren, also anlegen. Für diese Anlage erwartet man einen Gewinn.

Irgendwie sind wir alle in dem Glauben groß geworden, wir müssen sparen, wenn keine Not herrscht, damit wir Reserven haben, wenn mal unerwartete Ausgaben anstehen. Eine zweiter, heute nicht mehr ganz so grundsätzlicher Teil unserer Erziehung war (zumindest für die Älteren), dass Banken seriöse und zuverlässige Stellen sind, sein Geld aufzubewahren, dazu noch mit dem Vorteil, dass man bei einer Bank dafür auch noch Zinsen bekommt.

Nehmen wir mal eine Faustregel. Jeder Bundesbürger legt 1.000 auf die "hohe Kante", also auf ein Sparbuch und bekommt dafür 2% Zinsen. Nehmen wir weiterhin an, es gäbe 60 Millionen erwachsen Bundesbürger, dann würde sich dieses Spargeld auf 60 Milliarden Euro summieren. Anders gesagt, die Banken müssen für dieses angelegte Geld in einem Jahr 1,2 Milliarden Zinsen bereitstellen. Aber woher nehmen, ohne zu stehlen?

Nun, wir als Bürger haben das Geld angelegt und erwarten dafür ein leistungsfreies Einkommen in Form von 20 Zinsen in einem Jahr. Dass wir für ein Sparguthaben Zinsen bekommen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit und wenn man uns vorwirft, das sei ein leistungsfreies Einkommen, werden wir das weit von uns weisen, denn es besteht schließlich auch die Möglichkeit, dass die Bank pleitegeht und unser angelegtes Kapital futsch ist. Sicher, das ist ein gewisses Risiko. Natürlich wissen wir, dass das rein theoretisch ist, denn Banken sind ja "seriöse" Unternehmen. Andere Leute gehen auf eine andere Art Bank, die Spielbank und sie treibt das gleiche Anliegen, nämlich mit mehr Geld wieder aus dieser Bank herauszugehen, als sie beim Eintritt hatten. Sie allerdings sind sich des Risikos sehr bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, die Bank wieder mit leeren Taschen zu verlassen. Beide haben jedoch das gleiche Ziel. Sie wollen einen Gewinn einfahren, für den sie nichts zu tun brauchen, als einen gewissen Einsatz zu "riskieren". Der Sparkunde minimiert das Risiko auf ein Mindestmaß, der Spielbankbesucher riskiert alles. Der einzige Unterschied zwischen beiden ist also die Risikobereitschaft.

Dennoch, die Bank muss das angelegte Geld der 60 Millionen vermehren, nicht nur um die 1,2 Milliarden Zinsen, die dann fällig wären, sondern auch noch um die Gehälter der Beschäftigten der Bank und natürlich muss auch noch ein "kleiner Gewinn" für die Bank abfallen, denn da gibt es ja noch die meist anonymen Besitzer der Bank, gemeinhin als Aktionäre bezeichnet. Woher kommt also das Geld? Einfach, die Bank verleiht es und kassiert ihrerseits dafür Zinsen und zwar mehr als 2%. Da sind bspw. die Bankkunden, die ein Girokonto unterhalten und, z. B. für eine Anschaffung das Konto überziehen, wenn ihnen dafür ein entsprechender Dispokredit eingeräumt wurde. Dafür müssen dies Kunden dann so um die 13% Zinsen zahlen (derzeitige Zinsforderung der Postbank für Überziehungskredite innerhalb der Dispokreditlinie). Andere Leute benötigen für eine größere Anschaffung ebenfalls einen Kredit, z. B. für ein Auto, eine Waschmaschine, einen Fernseher, eine Urlaubsreise, kurz, für Anschaffungen, die sie machen möchten, bevor sie das Geld dafür gespart haben. Auch dafür zahlen sie Zinsen, mehr, als die Sparer für ihre Spareinlage bekommen. Und dann sind da noch Unternehmen, die Geld für die Anschaffung von Maschinen, Umbauten, Erweiterungen der Produktion usw. benötigen. Sie könnten das möglicherweise aus den Gewinnen finanzieren, soweit diese nicht auch wieder an Aktionäre als Dividenden und als Boni an Vorstände geflossen sind. Aber Schulden machen sich bei Unternehmen recht gut, denn dann können sie nicht nur die neu erworbenen Maschinen, die Umbaumaßnahmen etc. steuerlich abschreiben, sondern auch noch die Schuldzinsen. Und vermutlich erhöhen Sie ihre Preise, oder können nun dank neuer Maschinen billiger produzieren, verzichten aber auf Preissenkungen.

Dann ist da noch der Staat. Er benötigt immer mehr Geld, als er an Steuern einnimmt, zumindest behaupten das die Regierenden und auch wenn ihnen immer wieder Geldverschwendung vorgeworfen wird, scheint das die Bürger nicht wirklich zu tangieren.

Fassen wir zusammen. 60 Millionen Bürger haben ein Sparguthaben von 1.000 Euro angelegt und wollen dafür 2% Zinsen. Sie bekommen sie nur deshalb, weil die Bank dieses Geld an Leute, Unternehmen oder den Staat verleiht und dafür erheblich höhere Zinsen kassiert, als die Besitzer der Sparkonten erhalten. Staat und Unternehmen zahlen die Zinsen allerdings nicht selbst, sondern legen sie um und zwar auf alle. Das bedeutet, die Sparbuchinhaber erhalten zwar auf der einen Seite 2% Zinsen, zahlen aber auf der anderen Seite die Kosten für die Darlehenszinsen der Unternehmen über die Produktpreise und für die Staatskredite in Form von Steuern an den Staat. Sie zahlen drauf, statt zu kassieren, trotzdem ihr Sparbuch nach einem Jahr ein Guthaben von 1.020 ausweist.

Nun ist Geld ja ein wenig ungleichmäßig verteilt. Die einen haben keins, andere dafür ein wenig mehr, als sie verbrauchen können. Was macht man mit dem Geld, das man beim besten Willen nicht ausgeben kann? Man bringt es in ein Spielkasino, also in eine Spielbank, eine normale Bank oder eine dritte Form Kasino, an die Börse. Irgendwann ist dann allerdings der Zeitpunkt gekommen, wo so viel Geld leistungsfrei durch Verzinsung eingenommen wurde, dass sich keine Schuldner mehr finden. Denn der Gewinn der einen (ausgenommen im Spielkasino) sind die Schulden der anderen. Zinsen gibt es nur, wenn sich ein anderer verschuldet. Um die Zinsen zu zahlen, muss er sich einschränken, kann also weniger Geld für Wirtschaftsleistungen ausgeben, als er einnimmt. Somit wandert das Zinskapital vom Schuldner zum Gläubiger. Und weil die bessergestellten Gläubiger durch die Zinsen immer mehr Kapital anhäufen, steigt die Summe des Geldes, für das die Einnehmer der Zinsen wieder Anlagemöglichkeiten suchen, von Jahr zu Jahr. Und diese Art der großen Gläubiger gibt sich auch nicht mit 2% Zinsen zufrieden. Je mehr Kapital sie besitzen, umso größer wird ihre Gier. Schon Schopenhauer wusste das, als er den Spruch prägte: "Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man."

Jetzt kommen wir wieder zu den "seriösen" Banken. Sie werden durch die Art ihrer Geschäfte regelrecht dazu getrieben, unseriös zu werden, denn sie müssen jedes Jahr mehr Rendite erwirtschaften, weil das Einlagekapital beständig wächst. Das hat zu der Entstehung von Fonds geführt, die sich um die Geldanlagen kümmern, die Einlagen in relativ kleine Anteile aufsplitten, aber insgesamt riesige Summen verwalten. Dazu gehören auch Fonds wie Equity- und Hedge-Fonds, die eher nach dem Prinzip verbrannte Erde arbeiten, um ihren Anlegern möglichst fette Renditen zu sichern. Was aber tun, wenn man nicht mehr genug Leute findet, die bereit und auch in der Lage sind, Schulden zu machen? Die jährliche Neuverschuldung der Staaten reicht schließlich auch nicht mehr aus, den Zinshunger der Anleger zu stillen. Mittlere Unternehmen sind in der Regel bereits bis zur Halskrause verschuldet, von den großen Konzernen erst gar nicht zu reden, die zu einem großen Teil ohnehin schon den Banken gehören. Also muss man neue "Finanzinstrumente" entwickeln. Dazu noch die Globalisierung, weil Banken die einzigen Unternehmen sind, auf die dieser Terminus passt. Der Handel war und ist seit tausenden von Jahren im Rahmen der Möglichkeiten globalisiert, aber die Banken waren, bis auf Wechselgeschäfte, weitgehend ortsgebunden. Doch dank Computern kann man heute jede Art von Bankgeschäft an jedem Standort in der Welt in Sekundenschnelle abschließen. Und so wurden neue Geschäftsideen entwickelt, darunter nicht wenige, die durchaus kriminellen Charakter haben, aber mit Hilfe der Politiker legalisiert wurden. Wetten, Termingeschäfte, Default Swaps, ABS und wie sie noch so alle heißen. Fragt man Politiker, die dazu noch ein wenig Ahnung haben (man muss also suchen), wird man zur Antwort bekommen, dass es in Deutschland eigentlich viele Gesetze gibt, mit denen Banken kontrolliert und Krisen verhindert werden. Er wird die BaFin als deutsche Kontrollinstanz anführen, Basel II als Sicherungskonzept einer internationalen Form der Bankenaufsicht. Sicher, es gibt die Bankenaufsicht (BaFin), aber hat jemand vor der Finanzkrise auch nur irgendwelche Impulse aus den Reihen der BaFin wahrnehmen können? Nicht einmal, als die IKB oder die HRE pleitegingen. Da versenkten der damalige Finanzminister Steinbrück und sein Staatssekretär Asmussen doch lieber Milliarden, verkauften dann die IKB für ein Butterbrot, nicht ohne dem Käufer, dem Equity-Fonds Lone Star (seinerzeit von Müntefering zu den Heuschrecken gezählt) noch Bürgschaften in Milliardenhöhe zuzustehen, obwohl dieser das Unternehmen IKB für läppische 137 Millionen gekauft hatte. Über Staat und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) waren im Vorfeld bereits Milliarden in die IKB geflossen. Grund war, so hieß es, die amerikanischen Subprime-Krise. Doch selbst das half nicht, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) andere Banken genauer unter die Lupe nahm.

Wann steht eine Bank eigentlich gut da? Das ist immer eine Frage der Bilanz und der Aktiva und Passiva der jeweiligen Bank. Weltweit hatten sich Banken mit den später als toxisch eingestuften Papieren wie CDO's (Collateralized Debt Obligation) und ABS (Asset-Backed Security) eingedeckt, weil diese hohe Margen versprachen. Hier kommen die Ratingagenturen ins Spiel. Sie waren die Helfer, die diese Verbriefungen, eine Mischung aus schlechten und guten Immobilienkrediten, mit den Banken zusammen geschnürt und mit besten Wertbeurteilungen versehen haben. Damit war die Passiva der Banken bestens in Ordnung und keine BaFin hatte Grund zur Beanstandung. Als dann die Subprimekrise in den USA begann, haben alle schön still gehalten, wohl in der Hoffnung, dass hierzulande nichts publik wird, wie unsere Banken dank dieser Papiere langsam abschmieren. Dann kam Lehmann Brothers. Bei den Vorgängern hatte der US-Finanzminister noch mit Staatsgeldern ausgeholfen, bei Lehmann Brothers weigerte er sich. Ein Schelm wer Böses daran findet, dass dieser Finanzminister ein ehemaliges Vorstandsmitglied von Goldmann Sachs war. Goldmann Sachs war die maßgebliche Bank, die diese Schrottpapiere unter die Leute gebracht hat. Eine Übernahme der Lehmann Brothers durch die Barcley-Bank wurde von Briten verhindert, die eine Bürgschaft der US-Regierung in Höhe von 70 Milliarden Dollar für die Übernahme forderte, was diese ablehnte. Alles Zufall? Die dann nicht mehr aufzuhaltende Pleite von Lehmann Brothers löste die weltweite Finanzkrise aus und hier in Europa lief eine große Rettungsaktion an, denn die Banken waren ja fast alle "systemisch" oder in Neudeutsch to big, to fail und unsere Regierung, die bei anderen Gelegenheiten nicht einmal relativ geringe Summen aufzubringen vermochte, tat sich bei der Bankenrettung mit Summen hervor, die das Vorstellungsvermögen normaler Menschen schlichtweg übersteigen. Doch in Wahrheit waren lediglich die Anleger gerettet worden, die über die Risiken ihrer Anlagen wohl meist sehr gut Bescheid wussten. Hier komme ich noch einmal auf den Vergleich zwischen Anlegern und Spielbankbesuchern zurück. Niemand käme auf die Idee, den Spielbankbesucher "zu retten", schließlich kannte er das Risiko. Sie sind eben Zocker, aber sind Anleger etwas anderes? Beide hoffen auf Gewinn, aber nur Anleger erwarten, dass bei Verlust die Allgemeinheit für ihre Verluste aufkommt?

Die Presse tat sich dann hervor, Merkel zu loben, weil sie uns so "gut durch die Krise gebracht hat". Tja, aber als Folge der Bankenrettung folgte die Eurokrise. Der Euro ist ohnehin eine merkwürdige Währung. Anfang des neuen Millenniums eingeführt, bewies er seine Stärke, was eigentlich ein Phänomen ist, denn eine Währung, die für 16 verschiedene Volkswirtschaften mit sehr unterschiedlichen Wirtschaftsräumen so gut funktioniert, regt schon zum nachdenken an. Ende 2009 hatte man dann endlich den Lissabonvertrag unter Dach und Fach, nachdem zuvor die EU-Verfassung gescheitert war. Nun plötzlich geriet der Euro in die Krise und Merkel, die schon geraume Zeit in der EU den Ton angab und die wohl als Hauptverantwortliche für den Lissabonvertrag angesehen werden muss, konnte uns natürlich auch direkt sagen, was für die Euro-Krise verantwortlich war. Länder wie Griechenland, Irland, Portugal, aber auch Spanien und Italien hatten einfach über ihre Verhältnisse gelebt und was die Merkel weiß, findet logischerweise auch den Gleichklang in der Presse. Die Milliarden, die zuvor an die Banken geflossen waren, hatten natürlich nichts damit zu tun.

Nun laufen ja alle Anstrengungen, den Euro zu retten und Experten (natürlich vor allem aus der Finanzwirtschaft), Politik und die ewig gleichen Ökonomie-Professoren vermochten uns anschaulich darzustellen, welche Katastrophe es wäre, wenn die Euro-Länder wieder die Währungsgeschäfte selbst betreiben würden, indem sie den Euro sausen lassen. Doch inzwischen hat man ja schon Erfahrungen mit Rettungsschirmen und war sich schnell einig, einen solchen zu errichten, nicht, ohne zuvor bereits einen befristeten Schirm aufzuspannen, den ESFS, über den die EU-Staaten noch eine gewisse Kontrollmöglichkeit haben. Aber Finanzkontrolle, besonders bei Rettungsschirmen, das geht wohl nicht. Deshalb soll der dauerhafte Rettungsschirm auch von den Staaten abgekoppelt werden, völlig selbständig agieren können und Summen von den einzelnen Eurostaaten abgreifen können, die jenseits aller Vorstellungen liegen. An diesem Schirm ist die weisende Hand des Herrn Schäuble unverkennbar. In dem Gesetzentwurf zur finanziellen Beteiligung am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESMFinG) findet sich auf Seite 10 eine bemerkenswerte Aussage.

    Die für die Eingehung wirtschaftlicher Risiken wesentlichen Entscheidungen werden mit der Entscheidung des Gouverneursrates des ESM über die Gewährung von Finanzhilfen getroffen, für die in den Regelungen dieses Gesetzes zu den Beteiligungsrechten eine vorherige Zustimmung des Deutschen Bundestages vorzusehen ist.

Aber zwingende Voraussetzung für den ESM ist auch die Ratifizierung des Fiskalpaktes (VSKS), mit dem letztendlich die fiskalischen Hoheitsrechte an die EU übergehen, die damit die Haushaltsrechte auch für Deutschland wahrnimmt, womit der Bundestag keine Stimme mehr hat, wenn der Gouverneursrat Beschlüsse fasst, die über den derzeitigen Stand des Vertragsentwurfes hinausgehen. Diese von Schäuble eingefügte Aussage ist eine Blendgranate für Abgeordnete, die zumindest einen Rest von Skepsis zeigen. Der Gouverneursrat besteht aus den Finanzministern der Euro-Länder und ich traue keinem dieser Minister zu, im Interesse ihres Volkes zu handeln, schon gar nicht Herrn Schäuble. Ich halte sie für Täter, die nur im Interesse der Finanzoligarchie arbeiten. Die so genannte Euro-Rettung wird alle Staatsbürger der Euro-Länder ein Vielfaches dessen kosten, was für eine Rückkehr zu einer nationalstaatlichen Währung an Kosten anfallen würde, ganz abgesehen davon, dass die Staaten dann wieder die Kontrolle über ihre Währung hätten, die sie mit der Einführung des Euro eingebüßt haben.

Mit dem ESM werden die Völker der Euro-Zone ausgeplündert, von einer Institution, die außerhalb jeglicher rechtlichen Kontrolle steht und die Destabilisierung innerhalb Europas nicht verringern, sondern ausweiten wird. Er kann nicht aufgelöst und nicht verklagt werden. Zwar wird immer wieder betont, dass es sich bis auf die in den nächsten 5 Jahren einzuzahlenden "Beiträge" der Euro-Länder lediglich um Bürgschaften handele, doch bereits heute ist erkennbar, dass dies Bürgschaften bereits in nächster Zeit fällig werden. Mit dem ESM werden die Befugnisse des IWF ausgeweitet und ins Trudeln gekommene Länder müssen sich bei Kreditersuchen zuerst an den IWF und den ESM wenden (Punkt 8 der Einleitung des Vertrages). Ist der ESM erst einmal gegründet, kann ihm in etwaige intern beschlossene Veränderungen niemand mehr herein reden, auch nicht, wenn er die Ausweitung der finanziellen Verpflichtungen beschließt.

Die Gründung des ESM ist die Gründung eines rechtsfreien Raumes für Finanzdienstleistungen. Mit dem ESM werden Gewinne privatisiert, Verluste aber sozialisiert. Mit dem damit verbundenen VSKS (Fiskalpakt) wird der letzte Schritt in Richtung Staatsausrufung der EU getan. Diese EU als Staat erreicht aus meiner Sicht aber nicht einmal die demokratischen Vorrichtungen Chinas. Das Bundesparlament funktioniert schon heute nur als Stafette, doch das EU-Parlament erreicht nicht einmal diesen Status. Es hat reinen Symbolstatus, soll Demokratie vorspielen, ist aber lediglich ein Abstellgleis für abgehalfterte Politiker.

Wenn wir jetzt nicht reagieren, können wir 2015 bis 2016 (meine Sicht) mit der Ausrufung des Staatenbundes EU rechnen, womit die Finanzoligarchie einen weiteren Schritt in Richtung NWO getan hat. Und wenn die Parlamentarier diesen Verträgen (ESM und VSKS) zustimmen, begehen sie aus meiner Sicht Landesverrat bzw. Hochverrat. Der Witz dabei ist leider, dass Landesverrat ( 94 StGB) offenbar nur dann stattfindet, wenn jemand "Staatsgeheimnisse an ein fremdes Land" verrät. Und Hochverrat setzt nach Artikel 81 StGB Gewalt von außen voraus. Der Hochverrat der Politik gegen den Nationalstaat Deutschland, also ein Hochverrat von innen heraus, findet im StGB keine Entsprechung. Es ist ja kein Landesverrat, wenn Politiker den Staat Deutschland auflösen wollen, denn sie machen das ja nicht heimlich, also ist es auch kein Staatsgeheimnis. Und Gewalt wenden sie nur im psychischen, nicht aber im physischen Sinne an. Folglich auch kein Hochverrat. Man sieht, nicht jede Form von Verrat ist strafbar. Traurig nur, dass unseren Abgeordneten Parteidisziplin wichtiger ist, als der Erhalt des Vaterlandes. Ja, ich weiß, wer Begriffe wie Nationalstaat und Vaterland verwendet, wird gleich in die rechte Ecke gestellt. Diejenigen, die das machen, sind zumeist auch treue Vasallen der USA, einem der am stärksten ausgeprägten nationalistischen Staaten dieser Welt.

Richtig ist, dass ich für den Erhalt des Nationalstaates Deutschland bin und gegen die EU, denn alle Geschichten, die um die EU herum gewoben werden, wie Frieden, Wohlstand und Freiheit, sind nichts als Märchen, Dass es der EU nicht um diese Werte geht, stellt sie seit Jahren deutlich unter Beweis.