Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 30.08.2011

Dies und das

Eigentlich passiert momentan nichts, was nicht längst absehbar war. Aber die Presse muss ja was schreiben und da kommen schon merkwürdige Aussagen auf. So berichtet der Spiegel in seinem Artikel "Außenminister in der Krise: Rösler gibt Westerwelle eine letzte Chance". Amüsiert lese ich dort:

    Denn die FDP-Spitze gibt sich mit der verbalen Kehrtwende bei der Bewertung der deutschen und internationalen Libyen-Politik zufrieden. Das öffentliche Lob für den Einsatz der Nato komme "spät, aber nicht zu spät", hieß es am Sonntag in führenden Parteikreisen. Zugleich wurden Spekulationen zurückgewiesen, die Ablösung des Außenministers stehe kurz bevor. Man legt sich fest: Westerwelle darf bleiben.

Das ist schlichtweg Mumpitz. Rösler kann die Entlassung von Westerwelle nicht veranlassen, sondern sie allenfalls der Kanzlerin empfehlen. Nur die kann ihn entlassen. Offenbar ein Umstand, der der Presse unbekannt ist. Sicher, Westerwelle ist nicht der Traum eines Außenministers, aber das hätte Merkel schon bei der Zusammensetzung des Kabinetts erkennen können. Man könnte Westerwelle aus der FDP ausschließen, doch auch das hätte nichts mit seinem Amt als Außenminister zu tun und dass er dieses Amt freiwillig aufgibt, kann ich mir einfach nicht vorstellen, es sei denn, die Kanzlerin gibt ihm einen kleinen Schubs mit einem "entweder (freiwillig), oder (Entlassung)".

Der "Verzicht" auf Teilnahme am Libyen-Einsatz erfolgte übrigens auf Direktive von Merkel und Westerwelle konnte in seiner ohnehin schon geschwächten Position diese Forderung der Kanzlerin ohnehin nicht ablehnen. Dass die FDP darüber sauer ist, mag daran liegen, dass Westerwelle, wohl mehr aus Versehen, das Richtige getan hat. Das ist schon seit langer Zeit in der FDP verpönt, schließlich werden sie ja von einer Klientel bezahlt, für die das Richtige das Falsche ist.

Betrachtet man den Libyen-Einsatz mal ohne die von den Medien und der Politik gepuschte Resonanz, war die Ablehnung der Beteiligung eine der eher seltenen guten Entscheidungen. Aus meiner Sicht hat die NATO sich der Kriegsverbrechen schuldig gemacht, denn die Resolution 1973 der UN ließ die Bombardierung von Städten in Libyen gar nicht zu. Die Resolution (auch eine sehr fragliche Entscheidung der UN) hatte lediglich das Ziel, die Lufthoheit der Kampfflieger von Gaddafi zu unterbinden. Was stets als "Rebellen" in der deutschen Presse zitiert wird, sind nach meinem Dafürhalten nichts weiter als bewaffnete Banditen. Von diesen Demokratie zu erwarten, ist nur eine Fata Morgana.

Nun, inzwischen haben sich die Meldungen ein wenig gewandelt, Westerwelle weist "Rücktrittsgedanken" zurück und plötzlich steht die FDP hinter ihm, wie auch Mutter Merkel. Ich sehe die Metapher "Die Kanzlerin stellt sich hinter" wen auch immer eher von der psychologischen Seite. Würde ich jemanden schützen wolle, stelle ich mich vor ihn, denn falls doch jemand schießt, trifft er mich und nicht die zu schützende Person. Also konstatiere ich, dass Merkel auf Nummer sicher geht, wenn sie sich "hinter" ihn stellt. Schießt doch jemand, trifft es nicht sie, sondern die "geschützte Person" (das kann sowohl physisch als auch symbolisch gesehen werden).

Bei Rösler ist meine Meinung, die Zeichner von Asterix und Obelisk sollten "Wichtigfix" mit den Zügen von Rösler versehen.

Wir Deutschen müssen ja permanent Feindbilder haben. Wir brauchen das einfach. Früher waren es die Juden, die Sinti und Roma, die Schwulen, heute sind es die "Islamisten", die Raucher und neuerdings hat man sich auf die Dicken eingeschossen. In dem WELT-Artikel Forscher warnen vor Epidemie der Fettleibigkeit sind vor allem die Kommentare interessant. Dort finden sich offenbar Leute mit den gleichen Charakterzügen ein, wie die, die in der Nazizeit ihre Freude an Hetzparolen hatten und mit Vergnügen andere denunzierten. Ich fasse diese Art Mensch unter dem Sammelbegriff "übles Gesindel" zusammen. Es wäre falsch, sie als rechtes Gesindel zu bezeichnen, nur weil die Kommentare in der WELT stehen. Es gibt dieses Gesindel quer Beet in allen Gesellschaftsschichten, wobei ich mitunter den Eindruck habe, dass ihr prozentualer Anteil in den so genannten Eliten besonders hoch ist

.

Das Problem soll sein, dass immer mehr Menschen ein Gewicht haben, das über dem BMI (Body Mass Index) liegt. Danach berechnet sich die Körpermasse aus Gewicht / (Größe in Meter*Größe in Meter). Diese Formel wurde in Brüssel entwickelt, allerdings bereits 1870. Das zeigt, aus Brüssel kommt einfach nichts Vernünftiges, denn längst ist auch klar, dass der BMI keine wirkliche Aussagekraft hat, weil maßgebliche Faktoren unberücksichtigt bleiben. So passen muskulöse Menschen nicht in das Schema, weil sie trotz fehlender Fettanteile die BMI-Maße übersteigen und somit als übergewichtig angesehen werden. Auch nicht beeinflussbare Körpereigenschaften wie breite Hüften oder breite Schultern führen zu Abweichungen.

Dennoch ist eines richtig, es gibt heute mehr Menschen mit Übergewicht, teils auch mit erheblichem Übergewicht. Man sollte sich aber immer zuerst fragen, woran das liegt. Besonders betroffen sind die USA, das klassische Land der Burger-Generationen und sonstigem "Fast-Food". Wer sich hauptsächlich von Fast-Food ernährt, der programmiert seinen Körper auf massive Zunahme der Fettanteile des Körpers. Doch auch der übliche Industriefraß mit einem hohen Anteil an Zusatzstoffen, die das natürliche Sättigungsgefühl quasi außer Kraft setzen (Geschmacksverstärker, Glutamate, Süßungsmittel etc.) ist mitverantwortlich für eine Zunahme der Menschen mit Übergewicht. Es sind Regierungen, die die industrielle Fertigung von Lebensmitteln subventionieren und fördern. Es sind Regierungen, die die Grenzwerte für Zusatzstoffe festlegen, die bei der industriellen Fertigung verwendet werden dürfen und dabei immer nur Einzelwerte von "Experten" begutachten lassen, die in Lebensmitteln erlaubt sind. Dass die "Experten" zumeist für die gleichen Industrieunternehmen tätig sind, deren Produkte sie begutachten sollen, scheint Politiker nicht zu stören. Auch nicht, dass bei den so genannten ADI-Werten (der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) beziffert die akzeptable tägliche Aufnahmemenge eines Zusatzstoffes in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, welche ein Mensch lebenslänglich täglich verzehren kann ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen) noch nie die Wechselwirkungen bei den unterschiedlichen Zusatzstoffen geprüft wurden, die einem Produkt zugesetzt werden. Auch die "Nebenwirkungen", die zwar keine direkte gesundheitliche Schädigung hervorrufen, aber möglicherweise andere dauerhafte Schädigungen oder deren sukzessiven Aufbau begünstigen, wie z. B. Fettleibigkeit, sind nicht Gegenstand dieser Untersuchungen. Und es sind Regierungen, die Armut forcieren, dass eine immer breiter werdende Masse sich gesunde Kost nicht mehr erlauben kann, weil diese zu teuer ist.

Natürlich gibt es auch andere Gründe, die für eine zunehmende Fettleibigkeit verantwortlich gemacht werden können, z. B. Bewegungsmangel. Hier mache ich die Technik verantwortlich. Die Dauerberieselung durch das Fernsehen, das permanente Hocken vor dem PC (ich weiß, wovon ich rede), das selbst für kurze Wege stets bemühte KFZ und der immer geringer werdende Anteil körperlicher Arbeit im Berufsleben. Die Technik hat uns viele Vorteile verschafft. Doch sie hat, wie alles, eine helle und eine dunkle Seite. Dank der Technik können wir heute weltweit mit jedem kommunizieren, aber andererseits können wir auch dank der Technik nahezu lückenlos überwacht werden. Wir können heute dank der Technik jeden Punkt der Erde in relativ kurzer Zeit erreichen, andererseits kann man heute mittels ferngesteuerter Drohnen Menschen einfach töten, ein besonders von den Amerikanern bevorzugtes Konzept, ohne Anklage, ohne Urteil, nur aufgrund von Aussagen von Geheimdiensten. Dank der Technik können körperlich schwere Arbeiten heute voll automatisiert abgewickelt werden, aber gleichzeitig werden damit Menschen in die Arbeitslosigkeit getrieben.

Ich war immer ein Verfechter technischer Innovation, aber heute frage ich mich oft, ob wir es mit der Technik nicht übertreiben. Technik sollte dem Menschen mehr Möglichkeiten bieten, zu leben, aber das Gegenteil tritt ein, immer mehr Menschen werden durch Technik vom Leben abgeschnitten. Das liegt natürlich nicht an der Technik an sich, sondern an uns, den Menschen, deren geistige Entwicklung (im Sinne von Ethik und Moral) offenbar nicht mit der technischen Entwicklung Schritt halten kann.

In letzter Zeit taucht Peer Steinbrück wieder vermehrt in den Medien auf. Sich als großer Politiker zu präsentieren, das lag ihm schon immer. Aber nach der Wahl 2009 war er in der Versenkung verschwunden, wie so mancher andere SPD-Politiker der großen Koalition auch. Nun allerdings wird er, auch im Hinblick auf die Finanzkrise, wieder verstärkt in den Medien interviewt. Nicht nur das, er wird auch neben Steinmeier als Kanzlerkandidat der SPD gehandelt oder sagen wir ehrlicher, aufgebaut.

Ich für meinen Teil kenne bei der SPD niemanden, der als Kanzlerkandidat geeignet wäre, vor allem aber kein Steinmeier, Gabriel oder Steinbrück. Innerhalb der SPD wird dabei vermutlich Steinbrück das Rennen machen, was ein kolossaler Fehler sein wird. Dazu sollte ein Blick in die Vergangenheit gestattet sein. Steinbrück war Finanzminister und sein wichtigster Mann war der Staatssekretär Jörg Asmussen, der auch als der Schattenmann bezeichnet wurde. Diese Beiden, Steinbrück und sein Schattenmann Jörg Asmussen, haben den deutschen Steuerzahler mit der IKB, der HRE und auch wohl einigen Landesbanken sehr viele Milliarden gekostet. Das, was bei Heise zu lesen ist, kann über Asmussen auch bei Wikipedia nachgelesen werden. Meine persönliche Meinung ist, dass diese scheinbaren Fehler dieser beiden Politiker keine Fehler, sondern Absicht waren. Ich weiß, das ist eine Verschwörungstheorie, aber eine, die der Wirklichkeit viel näher kommt, als alles politische Gerede über "nicht vorhersehbare" Ursachen. Schäuble hat Asmussen übernommen und überließ ihm unter anderem die Verantwortung zur Politik gegenüber Griechenland während dessen Finanzkrise. Nicht nur das, sitzt er doch derzeit auch im Lenkungsausschuss des Bankenrettungsfonds SoFFin, im Verwaltungsrat der Finanzaufsichtsbehörde Bafin und im "Wirtschaftsfonds Deutschland", der ohne parlamentarische Kontrolle über Staatsbürgschaften für Unternehmen entscheidet. Wenn Heise schreibt, dass er der Feuerwehrmann mit den Zündhölzern war und ist, halte ich das für die treffendste Beschreibung. Ich habe es bereits mehrfach in anderen Beiträgen erwähnt. Steinbrück (und Asmussen) waren es, die 1 Tag nach Ende der Gewährleistungspflicht der HypoVereinsbank die Pleite der HRE verkündeten. Bereits Tage vorhergehender Prüfberichte hatten beide gekonnt ignoriert. So wie Paulsen, der US-Finanzminister wissen musste, was die Pleite der Lehmann-Brothers bewirken musste, wussten Steinbrück und Asmussen, was mit der HRE los war und hätten deshalb die HypoVereinsbank in die Pflicht nehmen müssen. Deshalb vertrete ich die Ansicht, dass die ganze Finanzkrise bewusst ausgelöst wurde, von langer Hand vorbereitet und die auslösenden Verbriefungen von Immobilienpapieren waren Teil dieser Vorbereitungen.

Aber das ist Schnee von gestern, wenn wir auch noch lange daran "schüppen" werden. Doch nun die neuerliche Aufmerksamkeit der Medien für Peer Steinbrück, die sehr frühzeitige Aufbereitung in der SPD, Steinbrück als Kanzlerkandidaten zu etablieren und so ganz nebenbei die Information, dass Steinbrück ja dieses Jahr auch bei den Bilderbergern eingeladen war, da kann doch nichts anderes als eine Verschwörungstheorie bei herauskommen. Aber wie wird man eigentlich zum Verschwörungstheoretiker? Nun, man geht einfach von dem Grundgedanken aus, dass die Welt schlecht ist. Doch das stimmt nicht, es ist eine unpräzise Formulierung. Die Welt ist gut, die Welt ist wunderschön und nur der Parasit mit dem wissenschaftlichen Namen Homo Sapiens Sapiens ist schlecht. Hat man das erkannt und zählt einfach 1 + 1 zusammen, ist man automatisch in den Augen derer, die nicht einmal genau wissen, was 1 eigentlich ist, ein Verschwörungstheoretiker.

Flassbeck soll ja seinerzeit Asmussen als mittelmäßigen Ökonomen dargestellt haben. Aber vielleicht hat er sich geirrt und nur nicht erkannt, dass Asmussen ein gekaufter Ökonom ist.

Mein Fazit: Es spielt keine Rolle, ob bei der BT-Wahl 2013 die CDU/CSU, die SPD oder die Grünen die Kanzlermehrheit haben, wir als Wähler und Nichtwähler sind in jedem Fall die Angeschmierten, denn diese Parteien sind nichts als eine Einheitspampe und nach der nächsten Wahl wird alles nur noch schlimmer werden, weil der deutsche Michel sich nicht traut, einfach mal anders, sprich alternativ zu wählen, statt nicht oder falsch (CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne) zu wählen. Vielleicht gründet sich ja noch rechtzeitig die Partei der Nichtwähler, aber dann müsste sie auch von den Nichtwählern gewählt werden. Steinbrück oder Steinmeier als Kanzler? Da könnte man ebenso gut Merkel lassen oder Schäubles Rollstuhl ins Kanzleramt schieben.