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Erstelldatum: 14.08.2011

Marsch der Schlampen

Der Der Marsch der Schlampen, so titulieren derzeit Frauen-Gruppen in mehreren (westlichen) Staaten ihre Demonstrationen und bezeichnen es als das Recht der Frau, sich auch eher leicht bekleidet durch unsere Städte bewegen zu können, ohne dafür dumm angemacht oder gar vergewaltigt zu werden. So auch eine Demo in Berlin, wobei natürlich nicht die deutsche Bezeichnung verwendet wurde, sondern die Demo unter Bezeichnung Slut-Walk lief.

Zunächst eine grundsätzliche Meinung. Wenn eine Frau ein eindeutiges Nein zu einer sexuellen Handlung ausspricht, ist jede Zuwiderhandlung ein Akt der Körperverletzung, gleichgültig, welche Vorbedingungen herrschen.

Vorbedingungen, das bedeutet, egal ob Ehefrau, Prostituierte, Untergebene oder auch Schlampe etc.

Bei dieser Sachlage darf aber nie vergessen werden, dass Zivilisation nur eine dünne Tünche ist und alle Menschen, also auch Frauen, mehr oder weniger einem Triebverhalten folgen. Teil zivilisatorischen Verhaltens ist es, geschriebene und ungeschriebene Regeln einzuhalten und wir alle wissen, dass es eine Vielzahl von Fällen gibt, in denen diese Einhaltung der Regeln nicht erfolgt. Oft, weil wir sie als falsch ansehen (Beispiel Teile der Verkehrsregeln) oder sie als nur für andere geltend betrachten (Beispiel Machtausübung). Außerdem sollte aber auch klar sein, dass Regelverletzungen keineswegs nur von männlicher Seite her erfolgen. Auch Vergewaltigung erfolgt nicht nur durch Männer, weitgehend ausgenommen natürlich der rein physische Akt einer sexuellen Vergewaltigung. Das ist wohl ausschließlich auf Männer beschränkt, weil sie in der Regel die physisch Stärkeren sind. Aber es gibt eine Vielzahl von Arten der Vergewaltigung, doch das ist hier nicht das Thema. Dennoch ein Beispiel: Eine Frau, die einen Mann wegen Vergewaltigung anzeigt, ohne dass diese stattgefunden hat, begeht ihrerseits eine Vergewaltigung.

Das Nein eines Menschen zu respektieren, sollte nicht von diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen abhängig sein, sondern Teil einer Grundhaltung, die sich im Respekt gegenüber jedermann äußert. Doch dieser Respekt ist nicht allen Menschen gegeben, teils wegen dem Fehlen entsprechender Vorbilder, teils wegen Überschätzung des eigenen Egos, teils wegen dem Missverständnis der hierarchischen Stellung, die neben den erweiterten Rechten auch erweiterte Pflichten mit sich bringt.

Doch auch den Frauen möchte ich noch einen Tipp geben. Sexy zu sein, ist eine übernommene Vorstellung davon, möglichst viel Haut zu Markte zu tragen. Aber nicht jede Frau, die glaubt, sexy zu sein, weil sie sich sehr offenherzig kleidet, mit tiefem Ausschnitt und sehr kurzem Rock, hat deshalb gleich eine erotisierende Wirkung. Erotisch zu wirken ist mit einer Ausstrahlung verbunden, die sich durch Haltung, Gang, Sprache und Gebaren äußert und durch falsche Kleidung, Tattoos und Piercing eher eine Abwertung erfährt. Erotik bringt Männer zum träumen und hält sie meiner Erfahrung eher davon ab, gewalttätig zu werden. Hier ist es meiner Ansicht nach der Unterschied zwischen einer "Schlampe" und einer "Dame", der männlichen Aktionismus fördert oder verhindert.

Leider sind wir dank Fernsehen und amerikanischen Filmen und Serien eher an plastischen Darstellungen, auch sexueller Art, gewöhnt. Ich war in meiner Fernsehzeit ein Fan von Bollywood-Filmen. Sicher, sie waren kitschig, aber sind Opern das nicht auch? Meiner Ansicht nach haben sich die hier gezeigten Bollywood-Filme (soweit ich sie gesehen habe) darauf konzentriert, Gefühle zu zeigen und waren sehr erotisch, ohne Sex direkt zu zeigen. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass in Indien auch Filme gezeigt werden, die mehr nach amerikanischem Muster ablaufen. Schließlich ist Indien ja ein "modernes" Land und modern sein impliziert heute, den gezeigten Lebensstil der Amerikaner zu kopieren. Doch das kann ich nicht wirklich beurteilen, denn ich war noch nie dort, weder in Indien noch in den USA. Ob also der Lebensstil der Amerikaner identisch mit den gezeigten Filmen und Serien ist, weiß ich letztendlich auch nicht.

Der Slut-Walk, ist er nun wirklich ein Aufbegehren der Frauen gegen sexistische Übergriffe der Männerwelt, oder dient er eher dazu, bekannt zu werden, indem man sich aufreizend bekleidet den Medien präsentiert und dabei ein Anliegen vortäuscht, welches durchaus präsent ist? Geht es den Teilnehmerinnen der "ersten Reihe" mehr um das zum Ausdruck gebrachte Anliegen oder nicht vielleicht doch mehr darum, Aufmerksamkeit zu erregen und damit persönliche Vorteile durch entsprechende Medienpräsenz zu erhaschen?