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Erstelldatum: 02.07.2011

Wieder da

So, da bin ich wieder. Diese erzwungene Abstinenz hatte durchaus ihre positiven Seiten. So habe ich festgestellt, dass ich noch lesen kann, sogar Bücher. Nicht nur das, mal die Gedanken schweifen lassen, über triviale Dinge, die vielleicht nicht so trivial sind, wie immer angenommen, das hat richtig Laune gemacht. Insofern ist mir die Zeit nicht lang geworden. Wenn ich Sie nun langweile, schalten Sie einfach ab und warten auf den nächsten Beitrag.

Was war eigentlich los? Dass ein PC mal abstürzt, ist sicherlich nicht DIE Besonderheit. Macht er das allerdings ständig in immer kürzeren Zeitabständen und das noch mit unterschiedlichen Fehlermeldungen, sind es das eine Mal Plattenfehler, dann wieder Speicherfehler oder switcht er ohne Auftrag die BIOS-Eintragungen, liegt der Schluss nahe, dass etwas nicht in Ordnung ist. Kommt noch hinzu, dass der vorhandene DDR-RAM schon lange nicht mehr ausreicht und auch nicht mehr erweitert werden kann, bleibt nur ein Schluss: Ein neuer PC muss her. Die Entscheidung fiel insofern leichter, weil der PC sich endgültig weigerte, den Betrieb wieder aufzunehmen.

Aber wo kaufen? Bei Saturn oder Multi Media? Im Leben nicht! Bei einem kleinen PC-Laden? Eigentlich gerne, aber andererseits wollte ich der Bank auch nicht zu viele Wucherzinsen für die Überziehung zahlen. Also im Netz, vielleicht bei EBAY? Aber wie, wenn man keinen PC hat, mit dem man ins Netz kommen kann? Klar, man fällt den Kumpels auf den Wecker und so wurde ich nicht nur fündig, sondern habe auch gleich bestellt. Dann kam das Warten, nicht auf Godot, sondern auf den neuen PC. Bis alles abgewickelt war, war fast eine Woche vergangen. Aber nun war er da. Jetzt installieren, aber oh Schreck, bei meinen Sicherungen hatte ich arg geschlampt, sie waren nicht mehr verwertbar. Früher habe ich immer über die "dummen" Anwender den Kopf geschüttelt, die nicht verstanden, was doch "so einfach und klar" war. Jetzt lernte ich die Seite des "Anwenders" mal von der anderen Seite kennen, denn auf dem PC bin ich auch nur ein "dummer" Anwender. Dazu noch ohne Hotline. Folglich musste ich mich selbst durchbeißen. Also habe ich noch einmal versucht, den alten PC zu starten, um wenigstens die wichtigsten Daten noch zu sichern. Aber mein alter PC war eingeschnappt. Er spielte nicht mit. Total frustriert wurde ich handgreiflich, habe mit der Faust auf das Gehäuse geschlagen, ihn gerüttelt und geschüttelt und dann mit einem Fußtritt malträtiert. Letzteres hat geholfen, ganz plötzlich startete er wieder. Selig habe ich einen Stick in den USB eingefügt und begonnen, wichtige Daten darauf zu speichern. 8 GB habe ich so noch auf den Stick geladen. Dann wollte ich Outlook archivieren und sichern. Dabei kam dann wieder die Meldung - "Speicherfehler". Der PC verabschiedete sich und zwar endgültig. Damit war nicht nur meine Adress-Datei flöten gegangen, sondern auch alle Mails, die Sie, liebe Leser, mir in der Zwischenzeit haben zukommen lassen. Wenn Sie also keine Antwort auf eine Mail bekommen haben, ist das keine Arroganz, sondern eine Folge des Absturzes, bevor ich diese Daten sichern konnte.

Also war die Installation des Neuen angesagt. Zuerst ein Blick ins Innenleben, denn ein wenig zusätzliche Hardware galt es noch einzubauen. Mamma mia, mein alter PC war noch Made in Japan, ein Fujitsu im Auftrag von Siemens. Der neue PC wohl eher ein Modell aus China oder ähnlich. Hatte min "Alter" meinen Fußtritt ohne Beule überstanden, würde ich bei dem "Neuen" wetten, dass er sofort den Geit aufgeben würde, statt noch einmal für kurze Zeit wiederbelebt zu werden. Doch was solls, ich baute ein, was einzubauen war, schloss ihn an und begann mit der Installation und anschließend dem Aufbau der Ordnerstruktur. Ein kleines Problem blieb dabei bisher unerwähnt. Zur gleichen Zeit wurde mein Telefon-Tarif umgestellt. Ich hatte also einen neuen Splitter montieren und alle Kabel wieder richtig anschließen müssen. Nun, das hatte ich und mein Telefon funktionierte, nicht aber mein Interface zum PC. Also Telekom-Hotline anrufen. Die haben durchgemessen und festgestellt, dass der Fehler nicht bei mir lag. Vorweg möchte ich betonen, dass die Telekom-Hotline ohne Probleme und vor allem ohne Computerstimme erreichbar war und meine Gesprächspartner und Gesprächspartnerinnen durch die Bank wussten, wovon sie reden. Aber das Problem war doch ein wenig verzwickter und so dauerte es doch einen ganzen Tag, bis ich wieder ins Internet kam. Grund war irgendeine Komponente (welche, das weiß ich nicht), für die der neue Tarif mit DSL6000 zu schnell war. Nachdem dieser Wert halbiert wurde, war die Verbindung ins Internet wieder problemlos möglich und gegen meine alte Software (DSL1000) ist die jetzige Variante geradezu ein Düsenjet.

Wie auch immer, irgendwie habe ich die Zwangspause auch genossen. War doch schön, mal wieder im Straßen-Cafe zu sitzen und die Menschen (na hauptsächlich natürlich die weiblichen Geschlechts) zu beobachten, bei einer Tasse Kaffe, einem Stück Kuchen und anschließend einer Zigarette. Ja ja, ich weiß, Rauchen kann tödlich sein, aber das Leben kann nicht nur, sondern ist.

Und wie ich da so sitze, stelle ich fest, dass ich alt werde. Es sind nicht mehr die breiten Gürtel -ähh Miniröcke, die meine Aufmerksamkeit erregen. Da sind die knielangen Sommerkleider und ihr Schwung beim Gehen viel aufregender, vor allem dann, wenn dabei Gang und Haltung stimmen und keine Blechlawine (Piercing) das Gesicht verunstaltet. Dabei stelle ich fest, dass kaum noch jemand durch die Straßen läuft, ohne eine Hand am Ohr. Und ist sie nicht am Ohr, dann ist der Blick konzentriert auf die Hand und auf die huschenden Fingerkuppen gerichtet, mit der gerade eine SMS eingegeben oder im Adressregister nach einer Adresse gesucht wird. Da ist mir eine EHEC-Seuche fast noch lieber, denn die wird bekämpft (behaupten zumindest Politik, Presse und Wissenschaft). Ich weiß ja, die Dinger mit der Bezeichnung Handy können heute so viel. Es gibt Zehntausende Apps, aber wer braucht die schon? Ich aber will nicht überall erreichbar sein, will nicht von "Big Brother" auf Schritt und Tritt überwacht werden (was bei jedem Handy und jedem Navigationsgerät möglich ist) , woher ich komme und wohin ich gehe. Sicher, meine Freunde betonen immer, dass ich, wenn mal was passiert, schnell Hilfe herbeiholen kann, aber das Argument reicht für mich nicht aus. Die Zeit, wo ich mich in schummrigen Ecken herumgetrieben habe, ist vorbei und wenn mir sonstwo was passieren sollte, sind sicher Menschen in der Nähe. Ich habe die Dinger immer gehasst, auch in der Zeit, als ich sie beruflich gestellt bekommen habe. Und wenn mir mal was Schlimmes passiert, dann ist der Verursacher vermutlich jemand, der auf der Autobahn das Ding am Ohr hat und dabei nicht darauf achtet, dass er die Spur wechselt, ohne es zu merken. Das sind Situationen, die mich schon einige Male zu einer Vollbremsung veranlassten. Nein, ich finde, die Dinger sind so nötig wie ein Kropf, aber mit der Meinung stehe ich ziemlich alleine da. Ich bin halt ein Fossil, aber auch als Fossil fühle ich mich ziemlich wohl.

Da ich gerade von "Big Brother" sprach, es gibt ja auch eine gleichnamige RTL-Sendung und in den letzten Tagen stand ich im Aufzug neben zwei Typen, die sich darüber unterhielten. Ich hab die Sendung noch nie gesehen, denn ich mag auch keine Zoo's. Und was ist in dieser RTL-Sendung anderes zu sehen, als ein Zoo, nur dass dort im Käfig keine Tiere vor sich hindämmern, sondern Menschen. Ob das ein Stück Zukunft ist? Die Macher von RTL sind schließlich auch die Freunde von Merkel und von der Leyen, mit maßgeblichem Einfluss auf das Bildungssystem in Deutschland (falls es ein solches überhaupt noch gibt.

So, nun habe ich Sie lange genug mit meinen (hausgemachten) Problemen gequält. Ich bin wieder online, nach wie vor aber nicht "on Leine" und werde auch wieder schreiben, sobald ich mich informiert habe, was in der Zwangspause so alles passiert ist.